Der witzigste Splatterfilm seit Braindead? Naja - eine Mischung aus Braindead und From Dusk Til Down, gewürzt mit einer ordentlichen Prise schrägen Humors und einer geballten Ladung schräger Typen haben wir hier durchaus vor uns. Unterhaltsam ist "Dead and Breakfast - Hotel Zombie" allemal. Und in der Tat, wir mußten lange warten bis sich endlich wieder jemand an einen witzigen Splattermovie heranwagt.
Schade, daß der Film laut eigenen Werbeaussagen sich mit dem legendären "Dead Alive - Braindead" messen will. Für sich alleine genommen ist er nämlich nicht schlecht, doch im direkten Vergleich und unter diesem Anspruch gesehen fällt er hinten ab.
Um was gehts eigentlich? Ein paar Jugendliche stranden mitten in der Pampa und landen in einer üblen Absteige. Eigentlich wollten sie nur eine Nacht dort verbringen, doch am nächsten Morgen haben sie es mit zwei Leichen zu tun. Der Hotelkoch erstochen, der Chef liegt mit Herzinfarkt darnieder. Kein Wunder daß der Sheriff ermitteln will. Weiters spielt die Handlung keine Rolle mehr, aufgrund mehrerer unglücklicher Zufälle werden dreiviertel der Dorfbewohner zu Zombies und wollen die restlichen Einwohner erledigen, das Gemetzel beginnt.
Ein paar witzige Szenen sind sicher dabei: David in der Küche beim Blaubeerkuchenmampfen, Johnny spielt mit Christians Kopf Puppentheater, Doc Riley autopsiert einfach mal ein wenig in der Gegend herum um in Übung zu bleiben - keine Frage, Humor hat Regisseur Matthew Leutwyler damit bewiesen. Doch zuviele Szenen sind platt an Braindead angelegt: David's Rutschszene auf dem blutgetränkten Boden oder Sara's Kettensäge-Szene beispielsweise. Alles in allem fehlt oftmals der Gore und naja, so eine richtig knallige ausführliche Abschlachtszene hätten wir uns sicherlich noch wünschen können, oder?
Stellenweise zieht sich alles doch in die Länge, doch der Plot alleine ist ja nicht alles. Die Schauspieler mimen wirklich erste Klasse, keine Frage - in jeder Szene merkt man ihnen den Spaß am Dreh deutlich an. Mit Gina Philips, Oz Perkins und Jeremy Sisto ("Billy" aus Six Feet Under - yeah!) glänzen Nachwuchstalente daß es eine wahre Pracht ist. Überhaupt gibt das Drehbuch reichlich Raum für schräge Typen, und von denen wimmelts reichlich in diesem hinterwäldlerischen Dörfchen.
Zusammengefaßt ist "Hotel Zombie" ein kurzweiliges Filmvergnügen: solide Handwerkskunst, dem allerdings der letzte Schliff fehlt. Trotzdem für Genre-Fans ein absolutes Muss.
(8/10)