Review

Evil - wer wird als Teufel bezeichnet?? Ein von Grund auf schlechter Mensch! Ein Mensch, dem es gefällt andere Menschen zu quälen. Auf den ersten Blick ist Erik (Andreas Wilson) so ein Mensch. Er verprügelt reihenweise seine Mitschüler und scheint auch noch Spaß daran zu haben. So erscheint es jedenfalls seinen Lehrern, die keine andere Möglichkeit sehen, als ihn von der Schule zu schmeißen, auch wenn sie davon überzeugt sind, dass Erik kein untalentierter Schüler ist. Allerdings ist die Geschichte nicht so wie es den Anschein hat. Erik ist kein "EVIL". Er ist psychologisch betrachtet ein Kind, das im falschen sozialen Umfeld lebt. Er lebt bei seiner Mutter und seinem Stiefvater. Seine Mutter ist eine liebe Frau, die aber nicht den Mumm hat - was für die Zeit, in der der Film spielt nicht verwunderlich ist, nämlich den 50er Jahren - sich gegen den Mann durchzusetzen. Der Stiefvater von Erik ist ein "EVIL". Er ist ein brutaler Mensch, dem es gefällt, seinen "Sohn" zu züchtigen, ja er nennt es erziehen! Er schlägt ihn beim kleinsten Grund mit der Gürtelschnalle...
Dass Erik kein schlechter Mensch ist, sieht man auch gleich, als er seiner Mutter verspricht, dass er seine letzte Chance wahr nimmt und sich darum bemüht auf dem Internat zu bleiben, das ihm die Mutter aufopferungsvoll ermöglicht. Es ist eine Eliteinternat, das sehr viel Geld kostet. Es hat auch eine große Tradition in Schweden und sehr hohes Ansehen. Die Leute halten aber auch sehr viel von sich. Ein Schüler, der nicht entweder adelig oder reich ist, hat auf dieser Schule eigenltich nichts verloren! Das Problem von Erik ist, dass er von beidem nichts ist. Trotz seinem gesellschaftlichen Missstand ist aber besser im Schwimmen als die aus der "Oberschicht"! Auch das wird ihm zum Verhängnis.
Das traurige an dem Film ist wirklich, dass man sieht, dass sich Erik bemüht, mit sich und der Gesellschaft um ihn herum klar zu kommen, sie ihn allerdings früher oder später immer so weit treiben, dass er es nicht schaffen kann. Zuerst denk Erik, dass die Schüler und Lehrer ok sind. Er fühlt sich wohl auf der Schule, findet sogar schnell in seinem Mitbewohner einen richtig guten Freund. Doch die Ruhe dauert nicht lang. Er merkt bald, wie sehr sie ihn hassen. Er wird benachteiligt, gedemütigt und geschlagen. Als er sich dann noch in die Küchenhilfe verliebt, ist er wieder mal überall angeeckt. Es herrscht dann absolute Willkür über ihn...

Fazit:
Ondskan von Mikael Halfstöm ist ein atemberaubender und zugleich atemraubender Film. Er ist absolut zurecht für einen Oscar nomminiert gewesen. Einfach Wahnsinn mit welcher Verliebtheit Halfström die Geschichte erzählt, die einen so dermaßen schockiert, überhaupt beim ersten Mal anschauen. Allerdings kann man sich den Film ruhig ein paar Mal ansehen...er wird einfach nicht langweilig und man fühlt immer sofort mit Erik mit. Man versetzt sich sofort in seine Position. Das ist auch ein Hauptbestandteil der Klasse des Films. Andreas Wilson hat eine überragende Leistung abgeliefert. Er spielt mit so einer beeindruckenden Tiefe den "Problemfall" Erik. Man kann sich so gut in so vielen Situationen mit diesem Charakter identifizieren.
Für mich einfach ein wahnsinns Film....

P.S.: Und wie es schon Chucky BK gesagt hat, bitte ich inständig darum, dass dieser Film nicht wieder von irgendeiner großen Hollywood-Produktionsfirma amerikanisiert wird und kaputt geremaked wird...vielen lieben Dank ihr Götter des Filmkaputtmachens........FEVER PITCH!! Wie ich euch seitdem hasse!!

10/10 Punkte

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