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Jennifer Garner, bekannt geworden als toughe Agentin in der TV-Serie „Alias“ hat auch eine leichtere Seite und die ist überraschenderweise der einzige Grund, warum „30 über Nacht“ so ein erfrischender Genuß aus dem sonst so behäbigen Bereich der „magischen Verjüngungs-Comedy“ ist.
Bewundernswert, mit wieviel Leichtigkeit und Verve sie die 13jährige spielt, die sich im Körper einer gut gebauten und gewieften Geschäftsfrau wiederfindet und die Modepresse-Branche mit ihren lebendigen Teenagerideen umkrempeln will, während sie dagegen kämpft, der Mensch zu bleiben, der offenbar aus ihr geworden ist.

Ja, das klingt bekannt, da ist auch nicht so wahnsinnig viel Neues dran, es ist lediglich die Frage, wie es präsentiert wird. Und das ist hier schnell und flüssig und ohne sich viel mit Beschwerlichkeiten aufhalten zu wollen. Garner scheint für jede Albernheit zu haben zu sein und der Spaß, den alle Beteiligten hatten, merkt man so mancher Szene an, etwa wenn ein Mädchen in Jennas geistigem Alter ihr gesteht, daß ihr das Kleid gefällt und Garner vor Freude platzend hinzufügt: „Das liegt daran, daß ich diese Wahnsinns-Möpse habe, um es auszufüllen!“

Ansonsten hat der Film mit den üblichen Mechanismen zu kämpfen, wie etwa der altbekannten Tatsache, daß hier jemand eine Lektion zu lernen hat. Da es hier nur etwas Wunschstaub gibt (es ist ja kein Körpertausch, sondern eine Zeitreise), ist klar, daß es am Ende wieder an den Anfang zurück geht. Nur will man natürlich keine „gealterte“ Jenna sehen, die am Ende ihres „Traums“ auf der ganzen Linie scheitert, ausgebootet im Beruf, das geliebte Modeblatt vor der Auflösung und der Mann ihrer Träume heiratet eine andere... wenn der Traum vorbei ist, fühlt man sich irgendwie nicht sonderlich begeistert.

Weswegen in der eigentlichen Realität dann auch in der Zeit gesprungen wird und sich Jenna mit ihrem Matt als die perfekte All-American-Familiy präsentiert, was wirklich einen faden Nachgeschmack hinterläßt, als sei der blanken Moral nichts Interessanteres eingefallen.

Vorher gibt’s aber viele lustige Szenen, die zwar nicht ewig vorhalten, aber passabel unterhalten, eine Thriller-Disco-Sequenz, in der Jenna die ganze Schickeria ansteckt, ist sogar ganz große Comedy-Klasse.
Nur dem großen Andy Serkis, seines Zeichens Gollum-Darsteller, hätte man als Jennas Chef ein paar Szenen mehr gewünscht, weil er das Charisma hat, daß Mark Ruffalo als Matt leider meistens abgeht.

Insgesamt fröhlicher Eyecandy mit Talent gespielt, aber ohne gute Schlußpointe. File under: Pärchen- und Familienfilm. (7/10)

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