Auf seine späten (Regie-) Tage sollte Jess Franco noch einpaar Filme in den USA drehen. In einem Machwerk wie diesem ist aber weder eine Qualitätssteigerung zu verzeichnen, noch gab es in Übersee genügend tolerante Produzenten, die nur einen Cent mehr für den umtriebigen Spanier locker machen wollten. So blieb auch in Amerika alles wie gehabt: Franco drehte für kleines Geld innerhalb kürzester Zeit, um dabei selbst seinen größten Fans ein weiteres großes Fragezeichen auf die Stirn zu zaubern.
Schon alleine die Story um eine entführte Millionärtochter, die in den Klauen eines sadistischen Dr. Fu Manchu-Verschnitts gelandet ist, kann man ganz schnell wieder knicken: So inszenierte Franco eine einzige große Peepshow, in der viel gestrippt und auch mal gepeitscht wird, sich einpaar SM-Weiber den nackigen Arsch vollhauen und eine Lina Romay trotz des fortgeschrittenen Alters keine Scheu davor hat, die Hüllen fallen zu lassen.
Dazu gibt es einpaar Spanner mit höchst albernen Cyberspace-Brillen und man merkt, dass das Internet und die virtuelle Welt anno 1999 auch für Franco noch ein echtes Neuland war. Allerdings schien der Regisseur eine helle Freude an den technischen Gimmicks am digitalen Schneideplatz gefunden zu haben, weil der Film voller Farbentfremdungen und anderen visuellen Spielereien ist. Gelegentlich kann man sogar diverse künstlerische Aspekte darin entdecken, die von der unsäglichen Langeweile jedoch gleich wieder zunichte gemacht werden.
Dabei ist die optische Aufbereitung gar nicht mal übel: Franco lässt seine Protagonisten wie in einem Comic die wenigen Phrasen aus eingeblendeten Sprechblasen reden, wohingegen er persönlich in der Rolle als Dr. Wong nicht aussieht wie ein Fu-Manchu sondern eher wie ein Dschingis Khan. Die Comic-Detective-Story verkommt schnell zur bloßen Voyeurismus-Show, bei der auch die Versuche, noch etwas Mystery zu kreieren, ebenso rasch wieder verpuffen.
Letztendlich nur schnell dahingekurbelter Murks mit Verweis auf das bevorstehende digitale Zeitalter. Die Aufmachung ist viel kultiger als es der eigentliche Film wirklich ist. Selbst für Franco-Komplettisten kaum der Rede wert. 3 von 10 Punkten.