Eine Gruppe Kleinkrimineller plant ihren ersten großen Coup, einen Banküberfall. Profi-Safeknacker Zed (Eric Stoltz) ist extra aus den Staaten angereist, um seinem Kumpel Eric, dem Kopf der Gang, zur Seite zu stehen.
Doch schon bald muss Zed feststellen, dass seine Kommilitonen keinen blassen Schimmer haben und an den Überfall alles andere als ernst herangehen.
In der Nacht bevor die Sache steigt, zieht die Clique noch einmal durch die Pariser Nachtclubs und gibt sich die Kante, als wenn es kein Morgen geben würde: Alk, Koks, H, Pillen... die Jungs schlucken, was reingeht.
Völlig verkatert und mit immer noch leicht geröteten Augen stürmen sie am darauf folgenden Morgen bis an die Zähne bewaffnet die Bank...
...und alles geht nach allen Regeln der Kunst in die Hose!
KILLING ZOE ist ein Gangster- und Drogenfilm im Tarantion-Stil, aber kein Wunder, da der Gute hier ja schließlich auch mitproduziert hat...
Die Action ist hart, die Dialoge sind dreckig und triefen nur so von Kult, und die Ganoven sind sympathische Weirdos.
Besonders der Charakter des größenwahnsinnigen Erics, dessen Hirn sich mehr und mehr von der Realität verabschiedet, weiß zu bezaubern:
"Vergiß die Bank!!! Bevor die Sache steigt amüsieren wir uns. Das bringt mehr, okay!? .... Gut! Jetzt ziehen wir uns Heroin rein!"
Er ist ein Junkie, hat aber dennoch Stil, auch wenn sein Drei-Tage-Bart und seine fettigen, langen Haare dies nicht auf den ersten Blick erkennen lassen. Er legt Geiseln ohne mit der Wimper zu zucken um und der Ausgang des Banküberfalls scheint ihm ziemlich Schnuppe zu sein... - ein Bösewicht, wie man ihn eigentlich nur lieben kann eben.
KILLING ZOE ist ein mit relativ schmalem Budget produzierter Film. Neben den ca. sieben Hauptakteuren treten nur ein paar Geisel-Statisten auf, die Schauplätzte beschränken sich auf eine versiffte Junkie-WG, eine schummrige Bar und die Bank, und der Höhepunkt der Effekte ist, neben diversen blutigen Einschüssen, ein Saxophon, aus dem Zeichentrick-Noten empor steigen.
Aber gerade weil KILLING ZOE nicht wie ein überzüchtetes Hollywood-Erzeugnis daherkommt, weil er im Gegenteil alles Unwesentliche weglässt und auch auf Kitsch, Schmalz, Make Up und Effekthascherei verzichtet, ist er als Perle des Independent-Kinos zu betrachten.
Ich hab' ja bereits erwähnt, dass dem Film das Wörtchen "Kult" wie auf den Allerwertesten tätowiert zu sein scheint: Die Tier-Masken beim Überfall sind Kult, die "Und er schleckt und er schleckt und er schleckt"-Anekdote mit der widerlich fetten Nutte ist Kult, der zu Nosferatu synchrone Liebesakt ist Kult und das Kamikaze-ähnliche Saufgelage ist ebenfalls Kult!
Bleibt nur noch zu erwähnen, dass "Zoe" eine Prostituierte ist, deren Rolle anfänglich recht nebensächlich erscheint, die den Handlungsverlauf gegen Ende aber dramatisch mitentscheidet.
Fazit also:
Ein superber Drogen- und Gangsterfilm! Wer auf Banküberfälle mit "Murphy's Law"-Einschläge steht, kommt um diesen Schinken eigentlich nicht herum!