Bei seiner Erstausstrahlung hat mich dieser Tatort wirklich fasziniert und ich mich geärgert, ihn nicht aufgenommen zu haben. Nun kam die Wiederholung, und wie immer, wenn man einen Film wieder sieht fallen einem Sachen auf, die das Bild verbessern oder trüben: Fangen wir an beim Thema Pädophilie- damit wird ganz offen umgegangen, der Selbstmord des Mädchens, das Schweigen der Geschwister, gleichwohl
der Schrei bei Betrachtung der Bilder, die die Peiniger zeigen- ok.
Aber: Welche pädophilen Gruppen tätowieren ihren Opfern ein- sagen wir-Erkennungszeichen ein. Und den ghettoisierten Eltern sowie den verbliebenen zu mißbrauchenden Kindern auch? Die Szene, wie am Haaransatz des Vaters nach dem Tod das satanische Symbol entdeckt wird erinnert wirklich mehr an die Szene in "Das Omen", wo Gregory Peck bei Damien die "666" findet, wahrscheinlich ist der Drehbuchautor auch -wie ich-
Horrorfreak. Hier jedoch ist jedes Tatoo unlogischer Klischeebrei.
Wo wir bei Thema Klischee sind: Kein normaler Mensch will in seiner Nachbarschaft Menschen mit Down-Syndrom, lallende Geistesverwirrte oder sabbernde Demenzkranke haben. Also weist man der Einrichtung natürlich leerstehende Häuser im Sozialghetto zu, wo man sicher sein kann, daß die Bewohner sich in der Kneipe das Maul beim Versaufen der Sozi
zerreißen. Und passiert etwas,waren es natürlich die Behinderten.
Hier wird sogar einer verhaftet. Und kommt er frei, rebelliert der Mob und will ihn lynchen, obwohl er, wie der geneigte Zuschauer weiß den Kindern nur geholfen hat. Und dieser ist zufällig ein kranker Elitesoldat.
Fazit:
Ich finde diesen Tatort immer noch gut, aber er ist unlogisch und
vorhersehbar- die Ermittler haben eigentlich keine Funktion außer auf den finalen Showdown hinzuarbeiten. Sämtliche Rollen entsprechen den gängigen Klischees: Orthopäde, Anwalt, Oberstaatsanwalt sind als
"Oberschicht" die Perversen (weit hergeholt?), der Wirt ist der
willfährige Handlanger, die Eltern wissen nicht weiter und werden getötet und der Elitesoldat:
Und DAS finde ich immer noch super, ein "Bodycount" im Deutschen Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen, der auch noch selbstproduziert wurde! Bei jedem zugekauften ausländischen Film würde das finale Töten wohl rausgeschnitten, hier jedoch kann man den Monstern beim Sterben zusehen. Und sie haben es filmisch wie real verdient.
Zusatz: Selbstverständlich sind obige Aussagen zu Behinderten und Sozialschwachen im Kontext der Beschreibung des Films zu sehen und spiegeln NICHT meine Meinung wieder.
Shizo