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Stefan Lindmann wollte eigentlich bis zu seiner Chemotherapie (er ist an Zungenkrebs erkrankt) mit seiner Freundin und deren Tochter nach Mallorca fliegen, um den Kopf frei zu bekommen. Doch dann wird sein früherer Kollege Molin, der inzwischen pensioniert ist, brutal ermordet. Lindmann entschließt sich kurzer Hand den Tatort aufzusuchen, um der Sache nachzugehen. Seine Provinzkollegen, die diesen Fall bearbeiten, sind darüber jedoch wenig erfreut. Dennoch ermittelt Lindmann auf eigene Faust. Schnell wird ihm klar, dass der Mord eher einer Hinrichtung gleicht und je mehr er gräbt, desto mehr deckt er die faschistische Vergangenheit von Molin auf.

Der TV-Zweiteiler basiert auf der gleichnamigen Romanvorlage von Henning Mankell. Ähnlich wie in seinen Vorgänger-Krimis mit Kommissar Wallander haben wir es auch hier mit einem von Weltschmerz geplagten Polizisten zu tun.

Obwohl ich den Roman, der diesem Film zu Grunde liegt (noch) nicht kenne, denke ich, dass er der Vorlage von Mankell gerecht wurde.

Der Film entwickelt sich langsam und wird immer vielschichtiger. Das liegt zum einen an den immer neuen Fakten, die bezüglich des Mordes aufgedeckt werden und zum anderen an der Person Lindmanns, dessen Leben zurzeit alles andere als gut verläuft. Diese Rolle verkörpert Tobias Moretti ausgezeichnet.

Die sich entwickelnde Männerfreundschaft zwischen ihm und seinem Kollegen Giuseppe gibt dem Film ein zusätzliches Plus und Erinnerungen an das Heroic Bloodshed Genre keimen auf.

Neben den weiteren hervorragenden Schauspielleistungen (allen voran Maximilian Schell) kann leider nur Veronica Ferres (mal wieder) nicht überzeugen. Zu lustlos und uninspiriert kurbelt sie ihre Rolle runter.

Der Film ist zwar kein Meisterwerk, aber spannend und fesselnd bis zum Schluss, was aber nicht zuletzt an dem Thema (faschistische Organisation in Schweden) liegt. Absolut empfehlenswert an alle, die europäische Krimi-Kost und vor allem die Mankell-Bücher mögen.

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