Roy [ Eric Tsang ] kehrt nach 30jährigem Aufenthalt in Brasilien nach HK zurück, um "Neun Drachen" zu töten, seinen früheren Rivalen, und die Frau wiederzusehen, um die beide damals gekämpft haben.
Er begeistert einen jungen Strassengauner [ Nicholas Tse ] für die Idee und seine glorreiche Vergangenheit, zieht bei ihm ein und beide machen sich an das Vorhaben.
Elegische Gangsterballade, ein Großstadtmärchen um verlorene Liebe, Hoffnung, Träume, Wünsche und Erinnerungen.
Roy war gar nicht gross in der Vergangenheit, er war ein kleiner Händler, der nicht viel auf die Reihe bekommen und natürlich auch bei dem Streit um die Frau [ Hsu Chi ] verloren hat, er ist auch nach Brasilien geflüchtet, und kehrt jetzt zurück, weil er Alzheimer hat, und Angst, die einzige schöne Erinnerung - die Frau - in seinem Leben zu vergessen.
Riley Yip's 2ter Film funktioniert nicht nur von der Geschichte und ihre gezeigten Emotionen, wobei sich Hoffnung und Enttäuschung, Gewinn und Verlust die Waage halten, sondern auch von der ersten Sekunde an visuell und akustisch. Von der gelblichen sonnendurchfluteten Szenerie Brasiliens zu dem häufigen dunkelblauen neonbestrahlten urbanen HK wirkt sich auch die musikalische Untermalung aus, wobei nicht nur der Score sondern auch die ausgewählten Musikstücke jeweils ausgezeichnet die Handlung kennzeichnen und teilweise sogar bestimmten.
Yip's Regie fokussiert sich auf die beiden Männer unterschiedlichen Alters, die aber sehr viel gemeinsam haben, und von dem ersten Moment an auch zueinander zu gehören scheinen. Dass man sich für sie interessiert und sie die ganze Laufzeit begleiten und beobachten will, liegt im Verdienst der unaufdringlichen, aber wirkungsvollen Regie und den richtigen, von Peter Pau fotographierten Bildern, die jedesmal exakt das zeigen, was man sehen will. Auch agieren beide Schauspieler perfekt in ihre Rollen, treffen die richtigen Emotionen, lassen einen teilhaben und mitfühlen.
Der Film ist aber auch nicht zu ernst, es gibt immer wieder Hoffnungen und auch das Ende ist optimistisch, teilweise auch mit einem Kunstgriff.
Wirklich witzige Auflockerungen kommen vor allem durch die übertriebenen Erzählungen von Anthony Wong am Nebentisch, der den aufmerksamen Junggangstern seine Version der Vergangenheit erzählt: "Ich machte einen Salto, und in den 2 Minuten, wo ich in der Luft war, trat ich ihm mit voller Wucht ins Gesicht. Dieses Schwein flog in der Luft über den LKW rüber..."
Ein wirklich schöner Film.