Event Horizon hat es mit Sicherheit nicht leicht, sich in der Erscheinungszeit und danach eine wirklich gute Kritik einzufangen, da viele davon schreiben, alles sei schon besser dagewesen und nur kopiert worden bis zum Gehtnichtmehr, oder andere, die irgendwelche Logikmacken bemängeln oder viele Szenen, die unfreiwillig komisch wirken, zu sehr gewichten. Ich finde Event Horizon wirklich großartig und bin der Meinung, dass natürlich viel Inspiration bei anderen Klassikern vorliegt, aber dennoch nicht wirklich kopiert wird, sondern eher noch verbessert.
Grob geht es darum, dass in ferner Zukunft irgendwann ein Raumschiff geschaffen wurde, die Event Horizon, dass dazu in der Lage ist, Dimensionstore zu öffnen um so unglaublich große Strecken im All in Nullkommanichts zurücklegen kann. Das Schiff verschwand jedoch samt Crew spurlos, bis – und hier fängt der Film an – man nach vielen Jahren plötzlich einen Funkspruch von ihr empfängt. Ein Bergungsteam (u.a. Laurence Fishburne) macht sich unter der Assistenz des Konstrukteurs der Event Horizon (Sam Neill) auf, das Schiff zu bergen und zurückzubringen. Es gelingt ihnen, das Schiff zu orten und an Bord zu gehen. Doch dort erwartet sie nichts als der blanke Terror...
Mehr möchte ich hierzu nicht preisgeben. Die recht harmlose 16er-Freigabe lässt zunächst vermuten, dass man es mit einem blutleeren Sternenabenteuer ála Enterprise zu tun bekommt, doch weit gefehlt. Auch wenn der Film mehr Wert auf subtileren Psychoterror legt, enthält er diverse Gorepassagen, die durchaus zünftig daherkommen, auch wenn sie nur angedeutet werden. Kaum ein Film hat so hohes Gruselpotential wie dieser, auch wenn das dafür gewählte Szenario, der Weltraum einem vielleicht abspenstig vorkommen mag und völlig deplatziert wirkt, dient es überraschenderweise als perfekt passender Ort, den wir auch im Urgestein „Alien“ nicht besser geboten bekommen haben. Jedes einzelne Crewmitglied wird vom Schiff persönlich angegriffen und geistig verkrüppelt, sodass deren physischer Tod eher wie eine Erlösung wirkt. Sicher scheiden sich an dem Streifen die Geister; für viele ist er eine Genrevermischung und billige Kopie, die im Filmuniversum so unnötig ist wie ein Kropf, für mich bietet Event Horizon jedoch beste Unterhaltung durch eine geniale Atmosphäre, perfekt platzierte Schockmomente und einen unheimlich gut verlaufenden Spannungsaufbau. Und das Ergebnis ist kein Zusammenklau, sondern Innovation pur.
Selten so gegruselt, wie beim ersten Anschauen dieses Films. Selbstverständlich kann ich hier gewissenlos die Höchstnote vergeben.