Review

*KEIN SPOILER*
Das recht ansprechende Cover sowie der interessant klingende Covertext ließen auf einen okkulten Schocker hoffen, der sowohl an Effekten wie auch an Atmosphäre etwas vorzuweisen hat. Leider totale Fehlanzeige.
Ich bin zwar nicht grundsätzlich ein Verächter deutscher Genre-Filme, jedoch ist mir gerade im Bereich Horror noch nicht viel untergekommen, daß mich überzeugt hat.
Okay, langer Rede kurzer Sinn. TEARS OF KALI präsentiert drei Kurzfilme, die inhaltlich lose miteinander verknüpft sind. Bindeglied ist eine Art Selbsterfahrungsgruppe, die in Indien unter Anleitung eines charismatisch-okkulten Lehrers und unter Zuhilfenahme von Drogen extreme Grenzerfahrungen gemacht hat.
Der schauspielerisch gute und effektmäßig harte Auftakt des Films mit einer der ekeligsten Selbstverstümmelungsszenen, die ich bislang gesehen habe, führt den Zuschauer in den Irrglauben, daß es nun auch so weitergeht.
Doch bereits die erste Episode läßt einen gähnen und zeigt überdeutlich die schauspielerischen Grenzen der (Laien-)Darsteller auf. Die Dialoge wirken meist konstruiert, Mimik und Sprechkünste bleiben hölzern und auf Gerichtsshow-Niveau und eine extrem mäßige Kameraführung macht deutlich, daß man einen Film nicht nach dem Cover bewerten sollte.
Auch die folgenden beiden Episoden sind nicht sonderlich prickelnd, wenngleich etwas besser als die erste. Einzig Matthieu Carriere läßt in der dritten Episode sowas wie schauspielerische Qualität aufkommen.
Man muß den Machern zuliebe jedoch festhalten, daß die zugrundeliegende Idee solide und ausbaufähig ist, doch werden alle Ansätze hierzu gnadenlos verschenkt, da auch das Bindeglied der drei Kurzfilme nicht näher erklärt wird und damit absurd und willkürlich wirkt. Spannung will nicht aufkommen, die Tricks wirken ungelenk, und ich war dann eigentlich nur froh, als der "Spuk" vorbei war.
Fazit: TEARS OF KALI sollte man ganz fix vergessen und im Regal stehen lassen. Es gibt einfach viel gelungenere Filme in diesem Genre. Lediglich die widerliche Verstümmelungsszene zu Beginn des Films verleitet den Gore-Fan in mir zu einer Wertung von 2/10.

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