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Tears of Kali ist ein Episodenfilm, dessen Aufhänger die sogenannte "Taylor-Eriksson"-Gruppe ist. Die "Rahmenhandlung" findet Anfang der 80er im indischen Poona statt, wo diese Sekte meditative und bewussteinserweiternde Experimente durchführt...die nicht jeder überlebt. Episoden gibt es deren drei:
Shakti: Eine Journalistin befragt eine Patientin in einer psychiatrischen Klinik, die einst zu einer Sekte angehörte, deren Guru ein Ex-Mitglied der "Taylor-Erkisson"-Gruppe war und der unter mysteriösen Umständen umgekommen ist. Die Mächte, die damals am Wirken waren, sind unglücklicherweise immer noch aktiv...Diese Folge krankt etwas daran, dass die Journalisten-Darstellerin einem ziemlich auf die Nerven geht. Ansonsten gibt es einige handfeste Schocks.
Devi: Ein gewalttätiger Jugendlicher gerät an einen Psychotherapeuten, der gewisse unkonventionelle Praktiken anwendet, die er einst bei der uns bekannten Gruppe gelernt hat...Diese Episode profitiert vom ausgezeichneten Darsteller des Jugendlichen und endet extrem blutig.
Kali: Ein alternder, versoffener Guru-Scharlatan "heilt" Leute von ihrer Krankheit. Unter ihnen befindet sich auch eine Patientin, die seit ihrer Zeit bei der "Taylor-Eriksson"-Gruppe an einer Art unsichtbaren Last leidet. Der Guru schafft es tatsächlich, sie zu heilen, doch die Last, von der er sie befreit hat, erweist sich als äusserst hartnäckig...Eindeutig die beste Episode; gradlinig und temporeich inszeniert, erstaunlich gut gespielt.

Für den Film insgesamt gilt: Man merkt hie und da, dass keine Profis am Werk waren, aber man hat doch die meisten Independent-Kollegen hinter sich gelassen (selbst ein Ittenbach kann hier bezüglich Drehbuch und Regie noch einiges lernen). Die Schauspieler sind mit einigen Ausnahmen sehr gut, allerdings wirken die Dialoge sehr unnatürlich und steif und man muss sich ausserdem unvermeidlich einiges an New-Age-Geschwätz anhören. (Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Sekten-Thematik findet übrigens nicht statt.)
Die Schockeffekte funktionieren meistens, es wird eine gruselige Atmosphäre geschaffen. Der Look ist sehr slick, allerdings fast etwas zu dunkel. Die Splattereffekte sind gut gelungen (sie sind nicht allzu zahlreich, aber blutig), wirken teils aber ziemlich selbstzweckhaft, manchmal sind sie gar der Atmosphäre abträglich. Die Musik unterstüzt den Horror, der Ton ist allerdings manchmal etwas schlecht abgemischt (beispielsweise sind teils die Dialoge schwer verständlich).
Alles in allem ein ziemlich gelungener semiprofessioneller Splatter-Film, der aber doch einige Schwächen aufweist. Alte Bekannte wie Schnaas, Ittenbach und Co. hat Andreas Marschall mit seinem Erstling aber ohne Weiteres hinter sich gelassen.

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