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Poona 1983, Selbsterfahrungsgruppen versuchen sich in verschiedenen Techniken, manche überschreiten Grenzen, ohne sich der Folgen bewusst zu sein. In Kapiteln erzählt "Tears Of Kali" von einer Begebenheit, deren Folgen, bis heute anhaltend und nicht nur in den Körpern der Beteiligten. 1. Shakti: Positive und negative Energie zugleich, die Frage nach den "Tulpa" macht sich breit: Eine Autorin interviewt Elisabeth, Insassin einer geschlossenen Anstalt, zu dem Mord an ihrem damaligen Geliebten. Nichts ist, wie es dem Gericht damals erschien, Rituale, um die dunkle Seite zu erkennen, Götter die man ruft, doch nicht beherrschen kann. Eine blutige Geschichte, eigentlich auch ganz schön, wäre da nicht zwischendurch die deplazierte Metalmucke. 2. Devi: Der Speed-Hooligan Rolin Boy kommt dank Justizauflage zum Psychiater, der mit biosensitivem Programmieren die Behandlung beginnt, doch das ist nur der Anfang, um das Karma wieder ins Reine zu bringen. Auch diese Kurzgeschichte um die Taylor Ericson Gruppe endet blutig. 3. Kali: Ein esoterischer Wunderheiler befreit eine Frau von ihrer Last, einem dunklen Phantom, das sie mit sich schleppt. Von der Taylor Ericson Gruppe kommend erschließt sich das etwas kryptische Ende nicht zwangsläufig. Dennoch ist "Tears Of Kali" ein spannender Episodenfilm aus Berlin, der sich dem Mythos der damaligen Zeit und der Folgen annimmt, was nicht zuletzt für deutsche Verhältnisse in erstaunlich gewagten Bildern Ausmass nimmt, doch ohne Dämonenkitsch auskommt. Bei genauerem Betrachten bietet diese Independent-Produktion sogar viele authentische Details zur fernöstlichen Mythologie, vorwiegend aus dem Hinduismus. Selbsterkenntnis ist der Schocker dennoch weniger, als Horrorfilm jedoch beeindruckend eigenständig und allemal in der Verquickung mit religiösem Eifer sehenswert. Kleine Ausrutscher trüben das visuelle Kunstwerk kaum, professionellere Produktionen bieten oft Platteres an. Gerade wenn es in den Bereich Esoterik und Dämonologie geht, hier passen Story und Schockerlebnis überwiegend gut zusammen und sorgen für horrifizierende Unterhaltung abseits ausgetrampelter Pfade.

Fazit: Ein etwas anderer Horror aus Deutschland, der aufgrund seiner Originalität zum Thema New Age trotz kleiner Mankos in der semiprofessionellen Umsetzung erfrischend ist. 7/10 Punkten

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