Ich habe mich mal wieder von einer hübschen Verpackung und einigen positiven Jurymeinungen von diversen Festivals blenden lassen. „Tears of Kali“, Filmerstling von Coverguru Andreas Marschall, versucht sich als Episodenhorror rund um indischen Kommunenkrempel. Dabei werden drei schrottige Geschichten (Shakti, Devi, Kali) zum Besten gegeben, die angeblich in einer geilen Rahmenhandlung untergebracht wurden.
Ich kann die positiven Meinungen zu diesem Film nicht nachvollziehen. Der Film ist inhaltlich eine absolute Frechheit. Die Schauspieler vor allem in Episode 1 sind dermaßen mies, dass die beiden Mädels sogar von kleinen Kiddies des „Wald und Wiesen Slashers“ an die Wand gespielt werden. Zum Glück werden Darsteller und Geschichten immer besser und mit Episode 3 ist dann auch eine halbwegs gelungene Folge dabei, für die sogar Matthieu Carriere gewonnen werden konnte.
Inhaltlich ist leider alles ziemlicher Müll, da jeder Episode auch in fünf Minuten hätte erzählt werden können. Stattdessen langweilt man den Zuschauer fast zu Tode. Hier und da eine kleine Hommage an z.B. „Hellbound - Hellraiser II“ und fertig. Jede Folge läuft gleich ab. Blödes Rumgelaber über böses Karma usw., welches in einem Blutbad endet. Ob das nun mit der Taylor-Eriksson-Gruppe zu tun haben soll oder Peng, ist vollkommen egal. Schade eigentlich, denn das Drumherum stimmt. Die Musik ist ziemlich klasse und auch die Kamera weiß sehr gut zu gefallen. Auch der Look ist ziemlich amtlich, vor allem wenn man bedenkt, dass es sich bei „Tears of Kali“ um eine Independentproduktion handelt. Gleiches kann man über die Effekte sagen. Einziger richtiger aber auch fataler Schwachpunkt sind die Geschichten selbst.
Fazit: Als Fan von Episodenhorror und auch des einen oder anderen Independentstreifens rate ich eher von diesem Machwerk ab. Geeignet ist der Film eher als Lehrvideo für angehende Filmemacher, die sich in Sachen Technik mal was abschauen wollen. Aber bitte nicht auf den Inhalt achten.