In den Siebzigern und Achtzigern Jahren pilgerten viele Menschen aus westlichen Ländern nach Indien, um dort die Erleuchtung zu suchen und schlossen sich in Kommunen zusammen. Aus einer solchen entstand die Taylor–Eriksson–Gruppe, eine gefährliche Psycho–Sekte, die brutal mit dem menschlichen Bewusstsein experimentiert hat und irgendwann von der Bildfläche verschwunden ist. In drei Episoden erzählt uns Tears of Kali, dass das grausige Erbe dieser unheimlichen Sektierer immer noch lebendig ist und Angst und Schrecken verbreitet…
Hmm, was versucht und Drehbuchschreiberling und Regisseur Andreas Marschall mit Tears of Kali zu sagen. Strukturell gesehen gehts ja um die ominöse Taylor Eriksson Sekte als Rahmenhandlung, deren ehemalige Mitglieder wohl einen bösen Geist von damals in ihren Hosentaschen vergessen haben, der jetzt aus irgendwelchen Gründen nach Jahren aus dem Tiefschlaf erwacht und allerlei Unheil anstellt.
In drei unterschiedlichen Kurzgeschichten, die reichlich lose mit der Rahmenhandlung verbunden sind, werden die menschlichen Abgründe von unten nach oben gekehrt, aber meiner Meinung nach ohne tieferen Sinn und psychologischer Erklärung. Warum der Psychater auf einmal Hannibal Lecter spielen will und der Wunderheiler vor des Gurus Rache plötzlich in den Keller flüchtet, sorry ich kapier die Message nicht.
Filmisch spielt sich das ganze auf semiprofessionellem Niveau ab. Technisch ist alles sauber gelöst und Marschall sollte auch nicht mit dem restlichen teutonischen Amateurgeschmodder in einen Teich geworfen werden, aber man merkt schon deutlich, das wir hier noch ein ganzes Stück von kinotauglichem Stoff entfernt sind.
Allein die Schauspieler werfen viel Licht und Schatten. Mit Mathieu Carriere ist sogar ein anerkannter Profi mit am Werk (sogar noch vor seinem endgültigem Durchbruch im Dschungelcamp, lol), der das ganze deutlich aufwertet, aber in manchen Episoden, besonders der ersten, ist es doch augenscheinlich, das die eine oder andere Nachhilfestunde in der Schauspielschule kein rausgeschmissenes Geld wäre. Auch die Tonmischung hätte in der Post Production ruhig nochmal überarbeitet werden können, die Dialoge sind sehr leise verständlich, die Sound und Musikeffekte dafür umso lauter, gar nicht so einfach einfach eine Lautstärkeregelung zu finden, bei der man alles versteht, aber beim Scoreeinsatz nicht vom Herzinfarkt dahingerafft wird.
Loben muß man hingegen die teilweise gut gemachten Effekte, gerade zu Anfang ist die Lidextrahierende Szene ziemlich derbe und auch sonst wird mit dem Einsatz von Blut und Teppichmesser nicht gerade gespart, Gore-Allesfresser können hier ruhig mal ein Auge drauf werfen. Ansonsten bleiben ein Haufen verstörender Bilder ohne irgendwie auf den Punkt zu kommen, wie auch der aussehen sollte.
4/10