Nach "City of Fear" und "Epicenter" ist mit "Fatal Blade" auf jeden Fall ein deutlicher Aufschwung gelungen. Aber Hauptdarsteller Gary Daniels ließ es zum Beispiel in "Riot, Speed Rage" oder "Cold Harvest" wesentlich mehr krachen. Der Film ist zwar größtenteils ein japanisches Projekt, spielt sich aber in Amerika ab, in Los Angeles um genau zu sein. Regisseur Talun Hsu hat bis jetzt noch kein namhftes Projekt auf die Beine gestellt, dies ist seine letzte und beste Regiearbeit, hier schrieb er auch gleich das Drehbuch. Um Daniels ist es im Moment nicht gut bestellt. In "Submerged" erhielt er eine ordentliche Nebenrolle, in dem grottigen Lundgren Vehikel "Retrograde" verkaufte er sich unter Wert.
In L.A. herrscht Krieg zwischen der Yakuza um Ryujin (Kentaro Shimizu) und dem Gangster Bronson (Victor Rivers). Um Bronson endlich Einhalt zu gebieten, wird Profikiller Domoto (Kiyoshi Nakajo) in die USA geschickt. Auch der Cop Richard Fox (Gary Daniels) ist hinter Bronson her, doch bei einer Polizeiaktion funkt ihm Domoto dazwischen. Dabei stirbt Richard´s Partner und Domoto steht als Mörder da. Im Hintergrund will Ryujin das gesamte Geschäft übernehmen. Als Domoto, sowie Richard das erkennen, raufen sie sich zusammen.
Gut verkauft haben sich die einzelnen Darsteller. Gerade Kiyoshi Nakajo ist trotz seiner stets grimmigen Miene sehr kernig, schade dass Gary Daniels hier nicht auf voller Linie überzeugen kann. Er wirkt etwas lustlos, auch zu soft für diesen ernsten B-Actioner. Die Rige der Fieslinge ist mit Victor Rivers und Kentaro Shimizu wirklich gut besetzt. Aber zurück zu Daniels. Er hat hier nicht allein die Haupt und Heldenrolle, die muss er sich mit Nakajo teilen und Zweiterer trägt den Löwenanteil. Aber Daniels ist nicht allein schuld, gerade seine kämpferischen Fähigkeiten werden nur dreimal recht kurz gefordert, ansonsten gibt er den typischen Klischeecharakter eines Cops, der endlos viele Schichten schiebt, seine Freundin vernachlässigt und gleichzeitig den Tod seines Partners rächen will, aber er ist hinter der falschen Person her.
Hsu geizt hier wirklich sehr mit Action. Alle fünf Minuten wird zwar Jemand erschossen, aber richtig gute Action bekommt man nur im Showdown zu sehen. Die immer zu kurzen Nahkämpfe wurden gut choreographiert, während die kleinen Shootouts nur Routine sind und auch größtenteils ohne blutige Einschüsse auskommen. Die anfängliche Verfolgungsjagd kann sich auch sehen lassen, die zwei recht großen Explosionen sind handmade. Insgesamt eindeutig zu wenig Action, aber die Story ist nicht so platt, wie es zunächst den Anschein hat. Allein die Szene der Yakuza weckt doch Interesse. Jeder betrügt hier Jeden und seine Charaktere hat Hsu wirklich gut in Griff und er muss sich hier um Viele kümmern. Die Inszenierung ist schick geworden, einige Zeitlupen inklusive. Für ein B-Movie sieht der Film doch recht teuer aus und wartet mit einem moderaten Score auf.
Gut inszeniert, aber zu actionarm und Gary Daniels ist nicht in Hochform. Enttäuscht wird man jedoch nicht, aber einen Knüller sollte man auch nicht erwarten.