Inhalt:
China, im letzten Jahrhundert. Ta Sha (Mandy Chan) ist ein arroganter Typ, der ständig Ärger macht und sich selbst beweisen muss.
Ta Sha erhält vom flinken Ching Do (Donnie Yen) eine Lektion, und Ta sinnt auf Rache. Dieses Mal erhält Ta von Ching Do einen mal so richtigen körperlichen Verweis, worauf hin dieser den Verstand verliert. Ta Sha, ein psychisches Wrack, und nunmehr auf dem geistigen "Niveau" eines Kleinkindes.
Nun will Ta Sha´s Vater (Wong Tao) an Ching Do Rache verüben. Und er engagiert dazu einen so abgebrühten wie verhaltensgestörten Killer, "Iron Steel" (Yuen Shun-Yi). "Iron Steel" erhält Portrait-Zeichnungen von Ching Do und dessen Bruder Yu Ping (Yuen Yat-Choh). Yu Ping und der Vater (Lee Kwan) der beiden, kommen durch die Hand "Iron Steel"´s zu Tode.
Ching Do entkommt, und kommt bei einem Puppenspieler (Yuen Cheung-Yan) unter, der nicht nur mit seiner kuriosen Puppen-Show umherzieht, sondern auch ein Meister des "Tai Chi Boxing" ist.
Der Puppenspieler hat eine Partnerin, die kompakt gebaute Fatty (Lydia Shum), die eine Baumwoll-Spinnerei betreibt, und nicht auf den Mund gefallen ist.
Natürlich will Ching Do den Tod seines Bruders und seines Vaters rächen.
"Iron Steel" erkennt Ching Do, als sich die beiden zufällig begegnen, und es kommt zu einem ersten Kampf, Ching Do kann entweichen.
Nunmehr steht ein ausgiebiges Training in "Tai Chi Boxing" für Ching Do an. Tai Chi beinhaltet harte aber auch weiche Techniken, die die Dynamik des Gegners gegen diesen selbst wirken lassen.
Dann kommt es für Ching Do zum Kampf gegen Ta Sha´s Vater, und schließlich zum Show-Down gegen "Iron Steel", zum Kampf auf Leben oder Tod.
Kann Ching Do den Tod seines Vaters und seines Bruders rächen?
Kritik:
Im Jahre 1984 drehte Regisseur Yuen Wo-Ping diesen seiner Zeit voraus eilenden, tempogeladenen und komödialen KungFu-Film, der in einigen Rankings hinsichtlich Old-School-Eastern gelistet ist, und von dem ich mir doch noch ein bisschen mehr versprochen hatte.
Ähnlich wie bei den beiden Sammo Hung-Streifen "Die Todesfaust des kleinen Drachen" ("The Prodigal Son", 1981, siehe mein Review auf dieser Website) und "Encounters of the Spooky Kind" (1980, siehe mein Review auf dieser Website), die nur wenige Jahre zuvor entstanden, ist auch "Drunken Tai Chi" als Old-School-Eastern seiner Zeit in Puncto KungFu-Action um 10 Jahre voraus.
Schnelle Schnitte, spektakuläre Akrobatik und eine fulminante Körperbeherrschung in den Action-Sequenzen, wie man sie eher im New-School-Bereich in den 1990ern zu sehen bekam, zeichnen auch "Drunken Tai Chi" aus, und dies ist wohl der Grund, warum es dieser Streifen in einige Top-Rankings bezüglich Old-School-Eastern schafft(e).
Und es war der Beginn einer bis heute andauernden Kariere eines fast schon Weltstars, Donnie Yen, einem DER Top-Stars des New-School-Eastern, gekrönt von der "Ip Man"-Quatrologie die den Ruhm Donnie Yens denn mit begründete.
Mit "Drunken Tai Chi" begann Donnie´s unvergleichliche Kariere, und wenn man den Streifen betrachtet, sieht man welch herausragende Voraussetzungen dieser Darsteller hier schon mitbrachte: Ein traumhaft muskulöser Körper, absolut durchtrainiert, eine sagenhaft agile Körperbeherrschung, exzellente Fight-Skills, ein attraktiver Typ der bereits hier die Aura eines Stars besitzt.
"Drunken Tai Chi" lebt denn nicht nur von der Fight-Action die ihrer Zeit voraus ist, sondern auch von Donnie Yen´s Können, seiner Austrahlung und seiner Star-Aura.
Donnie fightet und albert sich durch diesen KungFu-Film, und trägt diesen in prägender Weise.
Tja, "albert" schrieb ich. Und da sind wir schon beim Manko des Films, denn auch er ist typisch für die Endphase des Old-School-Genres ein kommödialer KungFu-Actioner.
So muss man auch hier durch Mätzchen und Albernheiten, Furz-Gags und skurrile kantonesische Comedy. Das ist nicht immer witzig, gleichwohl manches einfallsreich und speziell ist: Eine "weibliche" Puppe die einen Striptease hinlegt, und Donnie´s Dance-Show bei der Geburtstagsfeier der Figur Wong Tao´s, äh wow, besonders-speziell und auch seiner Zeit wohl voraus.
Im Verlauf des Films gewöhnt man sich an diesen Mix aus Comedy, einer insgesamt gediegenen Atmosphäre, hohem Tempo, einer Rache-Story und KungFu-Action, mit zudem illustren Figuren die das ganze würzen.
Donnie trägt alles, der gutaussehende Darsteller legte hier den Grundstein für seine Kariere, und drehte hier seinen ersten und einzigen Old-School-Eastern seiner Laufbahn -filmhistorisch ist das Old-School-Eastern-Genre von 1965-1985 angesiedelt-.
Sehr speziell sind die Figuren des Sifu und des Villains angelegt. Yuen Cheung-Yan spielt den Erstgenannten, der zudem nicht nur der Sifu des Helden ist, sondern auch Puppenspieler und Frauen-Dompteur der sich mit seiner Frau -im Film- Lydia Shum beharkt.
Leicht durchgeknallt, doch mit Herz, der talentierte KungFu- und Puppenspiel-Künstler, dem Trunke ergeben ala "Drunken Master", doch hier ganz eigene Akzente setzend, drillt er Donnie und puhlt ihm das Tai Chi-Boxing bei. Yuen Cheung-Yan spielt das beherzt und verbeißt sich in seine Rolle. Auch sein besonderes Spiel trägt diesen Streifen und macht diesen ebenfalls speziell.
Yuen Shun-Yi ist der Villain, auch sein Rollenbild hebt sich von "normalen" Villains ab: Verhaltensgestört, brutal, okay das kennt man, aber WIE das Yuen Shun-Yi spielt, kann ich hier kaum in Worte fassen. Zudem mit Make-Up und seine verhaltensauffällige Figur ist anscheinend hier auch alleinerziehender Vater (!), der seine Auftragsmorde offenbar zum Unterhalt für den Sohn und sich selbst bestreitet. Oha, very special, in der Tat.
Lydia Shum hat hier die weibliche Rolle. Sie ist verheiratet, doch emanzipiert, nicht auf den Mund gefallen, flippig und doch auch eine sensible Erscheinung. Lydia Shum hier eher komödial agierend, doch auch ihr Rollenbild ist speziell wie so einiges in diesem Old-School-Eastern ala "seiner Zeit voraus".
Lydia Shum, kompakt gebaut, keine mondäne Schönheit. Aber ich sage immer: Wenn eine Frau keine Taille hat, kann sie das mit Atom-Busen ausgleichen, und da hat Lydia bei der Verteilung der Maße zwei Mal "Hier!" geschrien.
Mann darf ja in der heutigen Zeit bei einer Frau nicht mehr nach Figur gehen, da ist Mann ja sofort als "perverser Sexist" gebrandmarkt, es sei denn Mann ist ein Mega-Adonis (da denken die Frauen sogar über Silikon-Implantate nach), während andererseits niemand den Frauen übel nimmt, dass sie den Lebenspartner selbstverständlich auch (neben Gesicht und Frisur) nach Physis kalt-selektiv auswählen, nach Körpergröße und Oberkörpervolumen-, unabhängig vom eigenen Aussehen.
Und während schlanke ("dürre" sagen die Frauen heute dazu) Männer keine Chance auf dem Heiratsmarkt haben, haben sehr fettleibige Frauen immer noch eine sehr große Auswahl an männlichen Interessenten, so what Lydia?
Ich schweife ab, und komme wieder zum Film.
Die Eastern-Altstars (schon zu diesem Zeitpunkt) Wong Tao und Lee Kwan -Teil der Legende Bruce Lee´s- runden den Cast denn noch ab.
Yuen Cheung-Yan und Yuen Shun-Yi, sie scheinen zusammen mit Yuen Yat-Choh (hier in einer Nebenrolle als "Bruder" von Donnie Yen zu sehen), den "Yuen-Clan" zu bilden, der in den Credits unter "Martial Arts Director" in dieser Produktion gelistet ist.
Die 3 haben ganze Arbeit geleistet. Die schnell geschnittene KungFu-Action lebt natürlich auch von ihren Choreographien, die die spektakuläre Akrobatik und die fulminante Körperbeherrschung der Akteure noch zusätzlich unterstreichen.
Zuzüglich dem Können von Donnie Yen, dem hier aufstrebenden neuen Superstar am KungFu-Himmel. Also rasante-dynamische Fight-Action, starke klassische Techniken. Zudem hat Tai Chi nicht nur harte Elemente, sondern beinhaltet auch weiche Bewegungsabläufe, die die Dynamik des Angreifers gegen diese selbst wirken lässt. Das bringt hier die Action und das Training zur Geltung, natürlich ist auch "Drunken Tai Chi" ein "Schüler-Sifu"-Eastern in dem die Ausbildung des Helden ein zentraler Aspekt ist.
Die Comedy ist wie so oft in den Streifen der Endphase des Old-School-Eastern etwas, was einen Film dieser Gattung herunterzieht.
Doch hat "Drunken Tai Chi" auch seine Stärken, und es ist ein spezieller Eastern der seiner Zeit enteilte.
Diese Stärken und Donnie Yen, heute ein MegaStar des New-School-Sektors, hier in Hochform, sorgen für einen insgesamt flotten, ordentlichen und unterhaltsamen KungFu-Actioner.
7/10.