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An sich heißt „Die 1000 Augen der Ninja“ ja „Pray fo Death“, aber der sinnfreie deutsche Name kommt wohl daher, dass die Verleiher damals glaubten, jeder Film mit Sho Kosugi müsse das Wort Ninja im deutschen Titel haben.
Obwohl es immerhin um die Kampfkunst der Ninja geht (nur wo die 1000 Augen herkommen ist mir schleierhaft). Ein solcher taucht nämlich direkt in der Anfangsszene auf, um zwecks Rettung einer holden Maid diverse Kontrahenten zu verhackstücken – was sich dann als TV-Serie herausstellt, die Takeshi (Kane Kosugi) und Tomoya (Shane Kosugi) gucken, die Kindern von Akira (Sho Kosugi) und Reiko (Donna Kei Benz). Ist ein etwas ausgelutschter Gag, um den Actionanheizer zu rechtfertigen, aber es gibt schlechtere Wege dies einzubauen.
Papi hat zwar Ninja-Roots, aber seit er seinen Bruder im Zweikampf versehentlich meuchelte, hat er dies vollkommen drangegeben und ist Geschäftsmann in Hongkong. Reiko, die halb Amerikanerin ist, überredet Akira aber, als er bei einer Beförderung übergangen wird, mit ihnen nach New York zu ziehen und dort ein Restaurant eröffnen. OK, wieso ein derartiger Jobwechsel keine Bedenken mit sich bringt, darüber denkt man besser nicht nach. Hauptsache man hat den Ex-Ninja in New York angesiedelt.

Doch in dem Haus, das die Familie bezieht, sollen zwei korrupte Polizisten im Auftrag von Gangstern geklaute Juwelen verstecken. Einer der Polizisten spielt jedoch ein doppeltes Spiel und sackt die Klunker selbst ein. Akira und seine Familie geraten in Verdacht die Juwelen zu haben, als die Gangster diese nicht finden…
Die Marschrichtung von „Die 1000 Augen der Ninja“ ist klar: Der Konflikt eskaliert und irgendwann hat man eine Art „Death Wish“ süß-sauer. Nur leider dauert es hier im Gegensatz zu den Bronson-Filmen ziemlich lange bis es losgeht und die Ansätze von Dramatik sind nicht allzu ausgereift. Die Rückblende mit dem Bruder bringt zwar etwas Action rein und erklärt, warum Akira kein Ninja mehr sein will, aber warum darauf dann im Showdown wieder angespielt wird macht keinen Sinn. Und mit dieser Pseudo-Dramatik die Action aufpolieren zu wollen ist eher kläglich. Ebenfalls nicht fehlen darf der alte Meister und Adoptivvater, welcher Akira noch die ein oder andere Weisheit mitgibt, an die er sich im richtigen Moment erinnern kann.
Da eh jedem klar ist, dass Akira bald nicht das Gemüse im eigenen Restaurant kleinschnippelt, sondern andere Dinge, ist die Spannung auch nicht allzu hoch. Die kleine Fehde schaukelt sich immer weiter auf, die Familie wird bedroht und man wartet nur auf den dramatischen Schicksalsschlag, der Papi dazu bringt das alte Ninja-Outfit aus der Mottenkiste zu kramen. Das ist aber erst kurz vorm Showdown, in dem der Feind dann auf einen Schlag niedergemacht wird – also alles nach Schema F. Immerhin die Atmosphäre ist ganz nett und der ordentliche 80er Jahre Soundtrack gibt eine ordentliche Untermalung.

Die Action bietet meist nur kurze Einlagen, lediglich das Aufräumen auf dem Schiff und der Showdown sind recht ausführlich. Ninja Akira springt dabei physikalisch wenig glaubwürdig (und teilweise mit sichtbarem Trampolin) durch die Gegend, aber immerhin sind die Kampfkunstfähigkeiten von Sho Kosugi relativ spektakulär. Es wird auch mit allerhand Ninjawaffen gekämpft, sodass Abwechslung gegeben ist. Der Härtegrad ist ziemlich derbe, denn weder Good Guy noch Fieslinge sind zimperlich. Shoot-Out-Fans wird wenig geboten, es gibt lediglich ein paar blutige Einschüsse in Einzelszene, aber keine längeren Ballereien.
Sho Kosugi spielt stoisch den Familienvater auf Rachefeldzug. Doch körperlich hat er eindeutig mehr als darstellerisch, denn seine Gesichtsausdrücke sind zwar charismatisch, aber er hat bloß zwei. Die sonstigen Nebendarsteller spielen ganz solide auf Autopilot, aber auch nicht wirklich überzeugend.

Die Atmosphäre ist gut, die Action auch nicht ohne, aber angesichts der wenig begeisternden Geschichte will der Funke bei „Die 1000 Augen der Ninja“ nicht so recht überspringen.

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