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Die Dreimastbrigg "Santa Maria" ist von Piraten in der Bucht von Jamaika gekapert worden. Auf dem Schiff befand sich in geheimer Mission Don Juan Azorin, Botschafter des spanischen Königs Philipp II., mit einem Dokument von außerordentlicher Wichtigkeit. Auch die Engländer haben von der Geschichte Wind bekommen und wollen das Dokument in ihren Besitz bringen. Sie beauftragen damit den berüchtigten englischen Piraten namens "Der schwarze Brigant". Die Spanier wiederum wollen ihr Dokument zurückhaben und schicken den verdienten Offizier und Edelmann Capitano Carlos Herrera. Sergeant Antonio Rodriguez soll ihn dabei unterstützen.
Ist denn heute irgendein Jahrestag von Lex Barker? Erst bringt RBB Robin Hood und die Piraten und direkt im Anschluß der MDR diesen Film aus Barkers Italienperiode. Direkt im nächsten Film spielte er dann erstmalig seinen berühmten Old Shatterhand, so daß der schwarze Brigant sowas wie der Abschied von Bella Italia darstellt. Lustig ist vor allem, wenn man beide Filme direkt hintereinander sieht, das zB ein ganzer Haufen der Nebendarsteller in beiden Streifen mitwirken und vor allem auch, das an haargenau den gleichen Orten gedreht wurde. Dieses flache Tal mit dem kleinen Flüßchen kommt mir mittlerweile richtig familiär vor. Ebenso wurde in beiden Filmen die Seeszenen wohl im gleichen Studio gedreht, hier allerdings mit etwas mehr Aufwand, denn es findet sogar richtig so etwas ähnliches wie eine Seeschlacht statt. Ansonsten wurden aber auch nicht viel Lira verplempert. Die Kostüme sehen hier wirklich gut aus, ansonsten wird wieder kostengünstig in der freien Prärie gedreht mit einem Budget eines durchschnittlichen Italienurlaubs heutzutage.
Barkers erste Szene läßt sogar hoffen, das er mal einen anderen Charakter spielt, als wie üblich den heldenhaften Strahlemann, nachdem er schwerangetrunken auf einem Fest rumpöbelt, doch von wegen alles nur Schau um die Engländer glauben zu lassen der wackere Capitano wäre in Ungnade gefallen. Von dem titelgebenden schwarzen Brigant hören wir in der Folgezeit allerdings genauso wenig wie von dem ach so wichtigen Dokument. Der Film läßt sich Zeit bis der Held sich in die Mannschaft der wilden Jack einschleicht und als der eine Schiffsladung Offizierstöchter aufbringt, ist natürlich auch Barkers Liebste mit dabei, was ausreichend Raum für Schmachterei bietet.
Erst gegen Ende wirds so etwas wie ein Piratenfilm, die Identität des Briganten wird eher lieblos nebenher offenbart, aber zumindest gehts ordentlich zur Sache mit Pistolen und Kanonen, nur schade das den Komparsen wieder niemand gezeigt hat , wie man auch nur entfernt so etwas ähnliches wie einen Säbelkampf aufführt. Irgendwie haben diese 60er Italo B-Movies so was wie einen naiven Charme. Man kann den Film jedenfalls als einigermaßen unterhaltend durchwinken.
5/10

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