Review


Inhalt:

Hongkong 1975. Der impulsive und leicht zur Aggression neigende Xiang Rong (David Chiang) verlor durch einen Unfall seinen Vater. Nunmehr stehen seine Schwester und ihre Mutter (Lam Jing) ohne Versorgung da.
Xiang Rong will nunmehr, bislang ein eher unstetes Leben führend, für die beiden aufkommen, und einer geregelten Arbeit nachgehen. Sein Freund Gen Lai (Ti Lung) hilft ihm dabei, einen Job in einem Gemischtwaren-Laden zu finden. Dieser bietet auch einen Liefer-Service..., und diesen soll Xiang Rong für den Ladenbesitzer Fong (Chiang Nan) bedienen.

Fong ist ein Schleifer und Pfennigfuchser mit Krämer-Seele, und lässt dies Xiang Rong, der sich auch öfters ungeschickt anstellt, seine Unzufriedenheit über die stupide Arbeit und unprofessionellen Arbeitsbedingungen offen zeigt, spüren.
Xiang Rong kommt mit sich und seinem Leben immer weniger klar..., die Liebelei mit einem bildhübschen Mädchen (Wan Man) bleibt oberflächlich und unklar..., bei Auseinandersetzungen auf der Straße bleibt Xiang oftmals nur "zweiter Sieger".

Er will KungFu erlernen..., und Kumpel Gen Lai ist bereits ein herausragender Kämpfer. So erlernt denn Xiang bei dessen Sifu (Simon Yuen) KungFu..., und ist ein gelehriger Schüler. Doch nicht nur das...., er ist besser als alle anderen Schüler. Doch sein Sifu will ihn alsbald nicht mehr ausbilden..., da auch er die Aggressionen in Xiang nicht abzubauen vermag.

Xiang Rong kommt in Kontakt mit der Verbrechergang von Shi Tou (Chiang Tao)..., und dieser steht Tou Cheng (Lu Ti) vor..., ein Oberboss der Hongkonger Unterwelt. Xiang soll als herausragender KungFu-Kämpfer die Gang unterstützen.
Hier gibt es weit mehr zu verdienen..., doch schreckt die Band auch vor Mord nicht zurück. Und so ermordet Xiang Rong kurzerhand gar Tou Cheng´s ärgsten Widersacher..., Long Feng (Feng Yi aka Fung Ngai).

Als Xiang aussteigen will..., versucht Tou Cheng ihn durch seine Mutter in die Hand zu bekommen.
Xiang sieht nur noch einen Ausweg..., er muss sich gegen die Bande und Tou Cheng zum Duell auf Leben und Tod stellen......


Fazit:

Im Jahre 1975 schuf Ti Lung, selbst eine Darsteller-Ikone des Eastern, diese Mischung aus Drama und KungFu-Actioner für das Film-Unternehmen Chang Cheh´s in Oberhoheit der Shaw Brothers.
Und es ist ein insgesamt gelungener Streifen entstanden..., zwar mitunter kleinere Längen enthaltend..., aber doch unterhaltsam und recht spannend in Szene gesetzt.

Es geht hier um die Geschichte eines unsteten jungen Mannes..., der Schwierigkeiten hat, seinen Platz im Leben zu finden..., auf die schiefe Bahn gerät nachdem er verzweifelt versucht, seiner Mutter und Schwester zu helfen...., und aus dieser Sache raus will. Doch das lassen diejenigen, die versuchen, ihn in die Hand zu bekommen natürlich nicht zu. So hilft denn nur brachiale Gewalt..., die sich denn Bahn bricht.

So trägt denn insbesondere die Titel-Figur..., der "junge Rebell" im Film, Shaw-MegaStar David Chiang hier diesen Streifen..., ist der zentrale Charakter hier, und dies verlangt schon darstellerisches Können. Und David spielt das insgesamt überzeugend..., seine innere Wut..., die sich auch durch sein impulsives Verhalten nach außen kehrt..., das bringt Chiang rüber. Die Figur "Xiang Rong" zeigt viele Facetten..., Wut, Hass, Ungeschicktheit..., den Willen gut zu sein..., aber sich auch vieles wieder selbst einreißend...., eben auch somit ein zerrissener Charakter...., eher so etwas wie ein Anti-Held. Keine strahlende Helden-Gestalt..., keineswegs.

Alle anderen sind um ihn herumgebaut..., Ti Lung spielt denn selbst mit, als Kumpel David´s..., etwas gesetzter..., doch um letztendlich so etwas wie ein Mentor Xiang Rong´s zu sein..., dafür fehlt die persönliche Nähe denn doch. Xiang Rong bleibt auf sich alleine gestellt.
Lu Ti und Feng Yi agieren als Villains..., zwei Gangster-Bosse die sich bekämpfen..., doch von ihrem Wesen her gleichen sie sich, brutal, grausam, skrupellos.
Lam Jing ist als fürsorglich-verzweifelte Frau Mama natürlich rollentechnisch die erste Wahl. Die schöne Wan Man..., tja die Liebelei mit David bleibt fast ohne Worte..., nur Blicke..., wozu das alles mag man als Betrachter fragen. Ti Lung wollte wohl nicht von David´s Alleingang gegen alle Widrigkeiten ablenken.
An der Seite des Villains Lu Ti finden sich Chiang Tao und Lee Hoi San ein...., immer wieder interessante Darsteller.

Interessant an diesem Eastern-Drama sind die zahlreichen Gast- und Cameo-Auftritte: Vor allem Simon Yuen, der einstige "Drunken Master" an der Seite Jackie Chan´s ist hier zu nennen, er spielt natürlich einen Sifu...., das ist ihm auf den Leib geschneidert.
Des Weiteren entdeckt der geneigte Eastern-Fan noch Sammo Hung beim Glücksspiel auf der Straße, Tino Wong agiert als Handtaschen-Dieb..., Eddy Ko... und gar Lau Kar Wing geben sich ebenfalls ein Stelldichein.

Regisseur Ti Lung..., der als Spielleiter neben diesem Streifen nur noch den Shaw-Streifen "Young lovers on flying wheels" dirigierte, baut seinen Film zunächst als reines Drama, fast als so etwas wie eine Charakter-Studie auf. Er will die Zerrissenheit seiner Titel-Figur aufzeigen...., um dann mehr und mehr physische Gewalt einzubauen.
So wird dieser Streifen denn erst später zum KungFu-Actioner. Und dass eben auch erst so richtig, als David Chiang diese Kampf-Form denn im Film auch erlernt.

Zuvor gibt es eher grobe Fights...., als KungFu die Hauptrolle spielt gibt es denn mehr Feinheiten. Dennoch bleiben die Kämpfe rau, hart... und nehmen im weiteren Verlauf des Streifens an Intensität zu.
Der Stil David Chiang´s wirkt etwas ungelenker..., er versucht das durch flink-agile Aktionen auszugleichen, was insgesamt durchaus gelingt..., David hat eben seinen eigenen Kampf-Stil. Ich hätte mir ja fast gewünscht, dass Ti Lung in seinem eigenen Film denn gleich die Hauptrolle übernommen hätte..., sein Stil ist ungleich eleganter.
Der Hass der Protagonisten bricht sich vor allem im dramatischen Endkampf Bahn..., wie von Sinnen schlägt David Chiang auf Lu Ti ein!

"The young rebel" hat seine kleinen Längen..., Ti Lung wollte keinen reinen Haudrauf-Eastern kreieren...., doch am Ende stimmt die Action...., und Ti Lung´s Melange aus Drama und Eastern kann denn gefallen.
Sehr knappe 8/10 Punkte kann ich denn ohne Bedenken vergeben....





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