Review

Inhalt:

Irgendwo in China..., vor langer Zeit. Polizei-Captain Chow Lung (Lo Lieh) und sein Vize-Captain Meng Hu (Wong Tao)..., sie sind 2 äußerst erfolgreiche Polizei-Beamte, die bislang jeden Verbrecher, der die Stadt heimsuchen wollte, stellen... festnehmen oder ggf. töten können.
Die beiden beherrschen ein geradezu unbezwingbares KungFu und harmonieren kongenial als Cop-Duo!

Da werden die beiden von der Gang der "Four Devils" herausgefordert..., und es kommt zum blutigen Kampf. Durch eine überaus unglückliche Aktion tötet dabei Meng Hu völlig unbeabsichtigt seinen Partner Chow Lung. Zwar kann Meng Hu danach die Verbrecher besiegen..., doch bedeutet der von ihm verschuldete Tod seines Partners für ihn eine Zäsur..., sein Schicksal verändert sich...!

Meng Hu wird von Depressionen geplagt..., und er will nicht mehr kämpfen..., er ist mental am Boden. Der eigene Tod, er hat keinen Schrecken mehr für ihn..., er wäre womöglich lieber tot, und ist somit suizidgefährdet.

Meng arbeitet als Aushilfs-Kraft in einem Bordell..., seine depressive Art fällt dort auf..., und er verleugnet auch seinen Namen. Die Chefin des Bordells gibt ihm den Namen "Chin Chai"..., und er gilt als Feigling..., was er als Schicksal hinnimmt.

Meng Hu oder "Chin Chai"..., er verlässt das Bordell, und kommt im Haushalt des Magistraten Chen (Yu Chung-Chiu) unter. Der Hausdiener Siao Fu (Got Siu-Bo) nimmt ihn unter seine Fittiche..., dem Haushalt gehören noch Chen´s Sohn Chen Kang (Lung Fong) und die bildschöne Tochter Chen Siao Yun (Hwa Ling) an.
Auch hier zeigt sich "Chin Chai" als depressiv..., und eher lebensmüde.

Eines Tages wird das Haus von Chin Piao (Tommy Lee) dem Schergen des mongolischen Verbrecher-Oberhauptes Chung Tung (Chang Yi) und dessen brutalen Kämpfern heimgesucht.
Magistrat Chen soll zukünftig die Straftaten -es geht um Opium-Schmuggel- der mongolischen Bande decken..., Chen soll "kooperieren"...!
Chung Tung´s Männer sind nicht zimperlich..., und wollen die Chens mit Terror zum Einlenken bewegen. Chen Kang und Chen Siao Yun wollen Chung Tung stellen..., doch werden sie besiegt, ihr Vater durch die Wurf-Nadeln Chung´s schwer verletzt...!

Doch erst als auch Siao Fu von den Verbrechern fast getötet wird, bricht Meng Hu / "Chin Chai" sein inneres Gelübde..., und setzt sich endlich zur Wehr.
Doch durch die Verletzungen Chen´s, die nur Chung Tung lindern kann, da er über das Wissen verfügt, WIE diese Akkupunktur-Nadeln richtig aus dem Körper Chen´s gezogen werden müssen, hat dieser Meng Hu in der Hand...!

Chen zieht es vor, eher zu sterben, als den Verbrechern freie Hand zu gewähren.
So kommt es denn zwischen Meng Hu und den Schergen Chung Tung´s und schließlich mit diesem selbst zum erbarmungslosen Show-Down um Leben oder Tod......


Fazit:

Der taiwanesische Eastern-Regisseur Lee Tso-Nam..., er kristallisiert sich für mich immer mehr zu einem meiner Lieblings-Regisseure unter den unabhängigen Spielleitern des KungFu-Films heraus.
Denn dies ist wieder mal ein süperber Eastern, der hier unter seiner Leitung entstand.
Im Jahre 1978 drehte Lee Tso-Nam für das Studio "Tin Ping Film Co." diesen sehr nuancierten und teils ungewöhnlichen, so handlungsorientierten wie spannenden und auch mit kerniger KungFu-Action garnierten Eastern, der mir doch ausgesprochen gefallen konnte.

In einfachen Kulissen erzählt Lee Tso-Nam die Geschichte eines Mannes, der vom Helden zum depressiven Charakter mutiert..., der schlaff und mental leidend zu einem Häufchen Elend wird, der sich selbst das Image des Feiglings aufbaut und sich selbst zum Märtyrer macht.
Dies erzählt Lee Tso-Nam auch mit vielen melancholischen Sequenzen..., für einen Eastern wird viel dialogisiert..., und viel Wert auf die Geschichte..., auf die leidende Psyche des "Helden" gelegt.
Dies macht diesen Eastern so ungewöhnlich..., und in seiner Storyline nuanciert. Es hatte ein bisschen was von David Chiang´s Rolle im legendären Eastern "The new one-armed swordsman" ("Das Schwert des gelben Tigers", siehe mein Review auf dieser website), in welchem der Held ebenfalls depressiv ist und nie mehr kämpfen will. Doch ist hier dies alles sogar noch intensiver dargestellt...!

Die Intensität der Geschichte ist mit diesem beinahe Charakter-Studie zu nennenden zentralen Aspekt des Streifens, somit für einen Eastern schon außergewöhnlich. Und da das mit dem Eastern-Nihilisten "vom Dienst", Wong Tao, auch gleichsam perfekt besetzt ist, passt das denn auch mit der Darstellung des Helden voller brüchiger Männlichkeit zusammen und ergibt ein stimmiges Gesamt-Konstrukt!
Gleichwohl hat Lee Tso-Nam aber auch den Gesamtablauf der Story im Blick..., wie der Held wieder zu sich selbst findet, wie er durch die Bedrohung eines Magistraten und dessen Familie wieder DIE Motivation erlangt, wieder zu kämpfen...! Und so entstand denn auch ein in der Storyline runder und für einen Eastern auch ungewöhnlich nuancierter Kungfu-Streifen.

Wong Tao ist der Held voller brüchiger Männlichkeit..., und steht im Zentrum des Streifens, und er macht das für seine darstellerischen Verhältnisse sehr gut. Er agiert hier so, wie er eigentlich immer spielt..., kalt, in sich gekehrt, nie lächelnd, fast nihilistisch wirkend..., und das hat er nun mal drauf. Und so ist er denn für diese Rolle des brüchigen Helden ideal besetzt.
Und er ist ja ein Kampfkünstler, sehr technisch im Stil und mit ihm gibt es immer ansprechende Kämpfe.

Alle bieten eine gute Ensemble-Leistung..., Chang Yi ist der typische, brutal-skrupellose White-Hair-Villain. Lo Lieh ist in einer kleinen Rolle fast nur Gast-Star des Streifens..., und sein frühes Ableben sorgt aber erst für den mentalen Fall des Helden.
Tommy Lee ist hier Untergebener des Villain..., ebenfalls brutal in seinem Auftreten..., und zugleich ist er der Fighting-Instructor in diesem Eastern..., und das tat dem Streifen gut.
Eine der weiblichen Rollen besetzt Hwa Ling, und die spielt gut, ist wirklich bildhübsch und absolut niedlich. Überhaupt spielen attraktive Darstellerinnen hier mit.

Wichtig, gleichwohl es hier weniger Raum einnimmt und nicht das allerwichtigste in diesem Eastern ist, die KungFu-Action! Wie zu erwarten, bei diesen Darstellern, bei diesem Regisseur, bei diesem Choreographen..., dynamische, intensive KungFu-Fights auf technisch gutem Niveau..., und das Finale ist natürlich der Höhepunkt..., Wong Tao und Chang Yi im Duell.
Hier verlässt der Film denn auch die echten Sets und wechselt ins Studio, was diesem Duell plötzlich einen surrealen Hintergrund verpasst. Das war interessant..., und verströmte einen Hauch von Shaw Brothers...!

"Fatal needles vs. fatal fists"..., ein nuancierter, etwas ungewöhnlicher Eastern, gleichwohl mit kerniger KungFu-Action und stringenter Storyline in einer stimmigen Atmosphäre..., ein unterhaltsamer Streifen für Fans des Genres...!

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