Review

Inhalt:

China, in den Jahren nach der bürgerlichen Revolution von 1911. Die Republik ist fragil und noch nicht 100%ig gesichert. Einzelne Warlords brechen das Recht, gefährden usurpatorisch-konterrevolutionär die Revolutions-Regierung und kollaborieren gar mit den Japanern, die sich im Land breit machen und an Einfluss gewinnen wollen. Einzelne revolutionäre Zellen sind daher immer noch aktiv, um ggf. gegen die Warlords vorzugehen.

Huo San (Ling Yun) ist ein meisterhafter Spieler und Betrüger, der durchs Land vagabundiert. Rein zufällig kreuzt sich sein Weg mit dem KungFu-Kämpfer und Straßendieb Sha Bu Ha (Chin Han). 

Sie tun sich zusammen, doch ist ihr Bund noch nicht wirklich gefestigt. Sha ist kein Kind von Traurigkeit, als er Sex mit einer äußerst attraktiven Prostituierten (Tong-Fung Mei-Hong) in einem Bordell hat, bezahlt er den Service schlichtweg einfach nicht. Mit der Gang von Boss Hu (Chow Chi-Kei) gibt es daher alsbald Stress, es kommt zum Kampf, aber das KungFu der beiden Anti-Helden kann sich sehen lassen! Sha und Huo San ziehen weiter.

In einer anderen Gegend, ist einer dieser Warlords (Ko Hsiao-Pao) dabei, gegen die Regierung konterrevolutionär zu agieren und mit den Japanern zu kollaborieren. Huo San und Sha geben sich als seriöse Waffenhändler aus, um den Warlord zu betrügen und um eine erhebliche Summe zu ´erleichtern´. Doch die beiden fliegen auf, da der Warlord mit einem chinesischen Gangster-Boss, Xiao Ba (Miao Tien), paktiert, den Sha und Huo San zuvor in einer Auseinandersetzung besiegten, er erkennt die beiden Betrüger!

Es kommt zum Kampf, Huo San wird gefangen genommen und schwer gefoltert. Sha konnte indes entweichen, und wird von einem der revolutionären Zellen-Anführer, Li Dan (Jack Lung Sai-Ga), gerettet. Li Dan, dessen Männern und Sha gelingt es, Huo San in einer gewagten Aktion zu befreien.

Nunmehr kommt es zum Endkampf gegen den Warlord, dessen Männern und den mittlerweile eingedrungenen Japanern, die vom gefährlichen Haraishi (Chi Fu-Chiang) angeführt werden. Ein langdauernder, brutaler Show-Down, ein blutig-gnadenloser Kampf auf Leben oder Tod muss nunmehr die Entscheidung herbeiführen...!

Kritik:

Im Jahre 1974 drehte Top-Regisseur Lee Tso-Nam diesen nicht immer hochklassigen, doch insgesamt gefälligen und knallharten Eastern für die Studios der Shaw Brothers. Lee Tso-Nam der sich später einen Namen als einer der besten unabhängig agierenden Eastern-Regisseure machte, dies ist -meines Wissens nach- denn auch seine einzige Arbeit für die Shaw Brothers.

Wie bereits erwähnt, ist "Crazy Nuts of Kung Fu" ein insgesamt gefälliger, unterhaltsamer und schließlich auch actiongeladener KungFu-Reißer. Auch ohne die Hochglanz-StudioSets der Shaw Brothers, zumeist draußen open-air spielend, sind die Stätten stark gewählt und die Eastern-Atmosphäre gediegen. Die Darsteller*Innen agieren intensiv, der Einsatz stimmt. Der Streifen ´leidet´indes etwas an der eingangs und zur Mitte hin den Takt bestimmenden Episodenhaftigkeit der Story. Zwei Männer, unterschiedlich in der Mentalität, tun sich zusammen, richtiges Buddies-Feeling will sich nicht so recht einstellen, beide erleben zusammen oder getrennt einiges, episodisch geprägt. So plätschert die Geschichte dann fast etwas dahin, zeigen sich Längen, und mit knapp 100 Minuten ist "Crazy Nuts of Kung Fu" denn auch insgesamt ein bissel zu lang geraten.

Im letzten Drittel steigt die Spannung allerdings dann mächtig an, wird das Geschehen düsterer und verdichtet sich immer mehr, die eindringenden Japaner pushen das Ganze dann noch erheblich. Und alles mündet in einen hammerharten, blutigen und langgezogenen Show-Down der Extra-Klasse, was die Sache einmal mehr voll rausreißt. Wie so oft im Eastern, zeigt die Story und deren Inszenierung Schwächen, die KungFu-Fightaction, so sie denn klasse und dramatisch ist, reißt es raus. So ist das auch bei "Crazy Nuts of Kung Fu". Der letzte Eindruck ist immer der Frischeste, und so fühlt man sich als Betrachter und Fan der Materie am Schluss noch durchaus gefällig unterhalten.

Ling Yun und Chin Han sind dieses Gespann, das Duo was quasi durch diesen Film und das Geschehen führt. Chin Han als Raubein, missmutig-mürrisch, seine Figur nimmt sich einfach was sie will und braucht, stoisch, eigennützig und habgierig. Also ein Anti-Held ala Italo-Western, und Chin Han spielt das gediegen-überzeugend. Ling Yun indes, der gewitzt-eloquenter auftritt, ein cooler Gambler und starker KungFu-Fighter. Ling Yun spult seine Rolle lässig-gekonnt runter. Ob der Episodenhaftigkeit eingangs bis zur Mitte hin, kommt aber so richtiges Buddies-Feeling nicht auf. Schade. Auch hier reißt es das dramatisch-eisenharte Ende dann wieder raus.

Jack Lung Sai-Ga spielt den Chef einer revolutionären Zelle die den beiden Anti-Helden beisteht. Ein routiniertes, abgeklärtes Spiel Jack Lung Sai-Gas, was gut tat. Miao Tien und Chow Chi-Kei als Triaden-Bosse solide agierend, der Haupt-Villain wird indes von Ko Hsiao-Pao als verhaltensgestört-tumber Warlord eher karikierend dargestellt. Was nicht so recht passte. Mehr gaben da schon die knallharten japanischen Fighter um Chi Fu-Chiang her, die auch den Super-Showdown dann kräftig aufmotzen.

Zum episodenhaften gehören auch die Damen im Cast, hier oft Prostituierte darstellend. Li Hung als ´leichtes Mädchen´, apart in ihrer Erscheinung. Eine Darstellerin agiert als Bordell-Chefin, an sich bevorzuge ich jene oft den jungen Damen denen sie vorstehen. Aber die bei weitem attraktivste Darstellerin in diesem Eastern ist eines der ´leichten Mädchen´: Tung-Fong Mei-Fung ist eine Frau von geradezu atemberaubender Schönheit! Mit einigen erotischen Szenen, die Darstellerinnen ziehen ´oben ohne´ blank und zeigen ihre straffen Brüste, setzt Lee Tso-Nam auf entsprechende Schauwerte und Effekte, sagen wir es mal so: Ich ´nahms als Zugab so mit´.

Die KungFu-Fightaction reißt dann alles raus. Rasante Dynamik, darauf setzt man auch in diesem Eastern der Shaw Brothers, eine schöne Mischung aus reellem Streetfight-KungFu und erkennbar klassischer KungFu-Technik, das konnte gefallen. Das alles intensiviert sich dann im sehr langgezogenen, blutig-dramatischen und hammerharten Endkampf, knallharte KungFu-Fightaction, auf freiem Feld mit felsigen Hintergründen, unter strahlend blauem Himmel. Die chinesischen Anti-Helden gegen die japanischen Villains mit ihren Katana-Schwertern, ein blutiges Drama und satte Action, was "Crazy Nuts of Kung Fu" für den Eastern-Fan noch gelungen-befriedigend ins Ziel bringt.

6,5/10 Punkte stehen da in meiner Bewertung zu Buche, die sich "Crazy Nuts of Kung Fu" noch redlich erfighten kann.

Details
Ähnliche Filme