Review

Ein exzentrischer Künstler, der sich auf das Ablichten von Frauen in erniedrigenden Posen spezialisiert hat, engagiert einige gutaussehende Mädels für sein neuestes „Projekt“, einer abstrusen Fotosession in einem verlassenen Gemäuer, das vor langer Zeit einem perversen Mörder gehörte und dessen Geist sich immer noch dort herumtreibt.

Summa summarum also keine sonderlich gehaltvolle Geschichte, die einem hier geboten wird, vielmehr ein Aufhänger für einen letztlich etwas wirren Mix aus Geisterhaushorror und diversen Folterspielchen. Da ist es schon fast verwunderlich, dass die Handlung, die sich fast ausschließlich in dem alten Haus abspielt, zwischenzeitlich sogar so etwas wie Atmosphäre aufbauen kann, was weniger den einfallslosen Horrorelementen zu verdanken ist, sondern vielmehr dem durchaus zufriedenstellenden Zusammenspiel der Akteure, das sich zwar auf eine simple Täter-Opfer-Dramaturgie beschränkt, aber im Rahmen einer Semi-Amateur-Produktion durchaus überzeugen kann. Ein unsympathischer Fiesling von Künstler, seine zweifelnde Assistentin, drei hübsche Mädels (u.a. Misty Mundae) und ein beschützerinstinktgetriebener Muskelprotz, der hier mit seinem Gehabe die moralische Keule schwingt und verhindert, dass der Plot, der sich hauptsächlich auf das Gefangenhalten und (psychische) Terrorisieren der Mädels beschränkt, in unterste Exploitation-Gefilde abdriftet. Ob sich dies für die Qualität des Streifens positiv oder negativ auswirkt, sollte jeder für sich entscheiden.

So zieht sich das Geschehen meistens arg in die Länge, ohne dass etwas wirklich interessantes passiert. Es tauchen Geistererscheinungen und mechanische Hände auf, die sich später als gefaket herausstellen, hier und da sind auch mal ein paar (sehr ansehnliche) weibliche Formen zu bewundern, immer wieder wollen die Frauen aus dem Haus verschwinden, doch immer wieder „überredet“ der Künstler sie mit den selben abgedroschenen Phrasen („Geht ruhig, aber eure Modelkarriere ist damit vorbei“) zu bleiben und - oh Wunder – der sagenumwobene, geheime Folterkeller des ursprünglichen Besitzers befindet sich hinter dessen übergroßem Porträtgemälde. Ein gewisses Maß an Einfallsreichtum kann man den Machern damit allerhöchstens bei den bizarren Folterszenen im Showdown und beim (unfreiwillig komischen, aber recht blutigen) Ableben des Künstlers attestieren, denn verglichen mit der eigentlich nicht vorhandenen Ausstattung der vorangegangen Szenen wirkt der schön (rot!) ausgeleuchtete Folterkeller schon etwas ansprechender und stimmiger. Da übersehen wir auch gerne, dass die dortigen Instrumente angeblich schon über 100 Jahre alt sein sollen, aber deutlich sichtbar aus frischem (vermutlich nicht mal imprägniertem) Baumarkt-Holz zusammengezimmert wurden. Auch über das völlig unlogische und an den Haaren herbeigezogene Ende schweigen wir uns lieber gänzlich aus.

Ingesamt ist „Screaming Dead“ recht harmloser Low-Budget-Horror-Trash, der mindestens 30 Minuten zu lang geraten ist und abgesehen von etwas nackter Haut und einem netten Finale nichts besonderes zu bieten hat. Nur was für hartgesottene Genre-Fans.

Details
Ähnliche Filme