Riesenspinnen, die in unterirdischen Höhlen leben und sich bevorzugt von Hinterwäldlern oder gestrandeten Städtern ernähren? Klingt nicht unbedingt innovativ, aber warum sollte es auch? Hauptsache, die knapp neunzig Minuten vergehen ohne bleibenden Gehirnsschaden und/oder zumindest mit der beruhigenden Erkenntnis, keine Lebenszeit verschwendet zu haben. In diesem Fall lohnt es sich jedenfalls, sofern man ein Anhänger von Tierhorror ist und auch einen gewissen Faible für unterhaltsamen Trash hat.
Die Handlung beginnt mit der Vorstellung der Charaktere, an deren Erscheinungsbild sich schon in den ersten Minuten die zu erwartenden stereotypen Verhaltensmuster erkennen lassen, welche sich bestens für muntere Ratespiele bezüglich der Reihenfolge des Ablebens eignen: Ein arroganter Uni-Professor, drei Studentinnen, von denen sich zwei um den Titel der Scream-Queen streiten, während die dritte etwas toughere Züge erkennen lässt, ein notgeiler Klischee-Kiffer mit langen Haaren und last but not least ein Flugzeugpilot, der sich sehr bald als Anführer der Gruppe herausstellt. Dass die Schauspieler bei einer solchen Konstellation nicht wirklich gefordert sind und ihre Rollen dementsprechend auch nicht allzu ernst nehmen, braucht wohl kaum erwähnt zu werden, so dass man mit den abgelieferten Leistungen durchaus zufrieden sein kann.
Bis sich die Spinnen blicken lassen, dauert es etwa eine halbe Stunde, in der sich die (noch) sechs Protagonisten zunächst einmal nach einem Flugzeugabsturz in einem abgelegenen Waldgebiet zurechtfinden müssen. Nachdem ein älterer Herr den Gestrandeten Unterschlupf gewährt und schon mal etwas zur Einstimmung auf das folgende erzählt hat, darf es dann mit der Action endlich losgehen – und hier erwartet uns eine kleine, aber feine Überraschung: Anstatt der heutzutage üblichen CGI-Spielereien, bediente man sich für die Monsteranimationen der altgedienten Stop-Motion-Technik. Nostalgikern dürfte bei solchen Anblicken sofort das Herz aufgehen, denn die liebevoll animierten Biester wirken zwar alles andere furcheinflößend, ihr künstlich wirkender, recht drolliger Anblick macht eingefleischten Genre-Fans dafür umso mehr Freude. Die zugehörige Handlung verquickt dabei noch gekonnt standardmäßige Zutaten aus heutigen B-Filmen und klassischem Monsterhorror der 50er und 60er miteinander und schafft es spielend leicht, alle storybedingten Hänger zu umschiffen und gleichzeitig mit einer gehörigen Portion Selbstironie dafür zu sorgen, dass das Werk nicht der Lächerlichkeit preisgegeben wird.
Alles in allem macht „Arachnia“ einfach jede Menge Spaß, ist kurzweilig, herrlich trashig und kann getrost von allen konsumiert werden, die mal wieder Insektenhorror der „alten Schule“ sehen wollen.