Review

Unglaublich viele Beiträge über Spinnen durfte der geneigte Tierhorror-Freund in den vergangenen Jahrzehnten konsumieren. Und mal abgesehen vom verschroben-atmosphärischen „Tarantula“ punkten an sich nur jene, die realistische Sechsbeiner einbinden, wie „Arachnophobia“ oder „Mörderspinnen“, also immer dann, wenn sich der Ekel durch einen gewissen Realitätsgehalt auf den Zuschauer überträgt.
„Arachnia“ bietet von all dem gar nichts, sondern präsentiert eher ein liebloses C-Filmchen für Trash-Fans.

Der Einstieg ist noch okay, als eine Einmotorige mit Archäologie-Professor, Pilot Sean, der toughen Chandra, den Tussen Trina und Kelly und dem schläfrigen Schussel Deke in Turbulenzen gerät, weil die Druckwelle eines Meteoriteneinschlags zu hoch wird.
Nach einer Bruchlandung macht man es sich auf der abgelegenen Farm eines gewissen Moses bequem, der nach einiger Zeit auftaucht und von einer ausgestopften Riesenspinne in seiner Scheune faselt.
Doch schon bald haben lebende Artgenossen die Farm umstellt…

Kurz gesagt: 30 Minuten Vorlauf ohne Spinnen ist bereits eine alberne Farce, wenn dann nach einer Stunde endlich ein wenig Tempo aufkommt und die Arachniden in Erscheinung treten, wünscht man sich fast, sie wären in ihrer Höhle geblieben.
Mit den Klischeefiguren wird man kaum warm, die zwei Tussen nerven mit ewigem Gekicher, lesbischen Andeutungen und später durch Gekreische und beim Nerd ist man dankbar, dass es den recht früh erwischt.
Zwischenzeitliche Aufheiterungen sind zwar durchaus willkommen, aber nur, wenn sie als Kontrast zu etwas wie Spannung stehen.

Dieser Gegenpart bildet allerdings eine einzige Mangelware. Die Viecher sind etwa zwei, drei Meter groß, wirken wie glänzend-gräuliche Zecken aus Pappmaschee und bewegen sich größtenteils in Stop-Motion, was bedeutet: Standbild für Standbild.
Dadurch entsteht natürlich weder ein Ekelgefühl, noch kommt Freude auf, da selbst die quäkigen Laute der Viecher nicht zum Schmunzeln animieren.
Entsprechend laufen sämtliche Übergriffe recht blutarm ab, lediglich aus weiter Ferne wird mal einer auseinander genommen.

Das Einzige, was ihm nicht völlig das Genick bricht ist das konstant hohe Tempo, welches im letzten Drittel geboten wird, als die Überlebenden zu allerlei Waffen greifen (und die Gegenwehr mit Gegenständen wie einem kleinen Buch auch tatsächlich mal erheitert) und zudem Kettensäge, Gewehr und Dynamit zum Einsatz kommen.
Bei einigen Darstellern wächst sogar sichtliche Spielfreude, obgleich sich niemand für einen Streifen mit ordentlichem Budget qualifiziert, da keiner markant genug erscheint.
Immerhin, die letzte Viertelstunde geht, trotz furchtbar in Szene gesetzter Spinnen, so halbwegs in Ordnung.

Dennoch kaschiert das den schwachen Gesamteindruck kaum. Denn wenn man Tierhorror erwartet, sollte man eine Beklemmung durch entsprechende Viecher spüren oder zumindest, wenn es denn wohlgemeinter Trash ist, sich über selbige amüsieren können.
Funktioniert beides nicht so recht und nur die recht altbackene Machart der Story erinnert Genrefans daran, wie es im Grunde laufen könnte.
Aber wenn ein Archäologie-Professor ausgerechnet seine drei beklopptesten Studenten mit auf eine Reise nimmt, kann diese kaum ein gutes Ende nehmen…
3,5 von 10

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