Review


Inhalt:

China zur Zeit der manchurischen Qing-Dynastie. Kaiser Yongzhen (Wang Wei) gilt nach außen als umsichtiger Herrscher des Reichs der Mitte. Doch das Fundament seiner Herrschaft ist Terror. 
Hierzu dient im die Einheit der Kämpfer mit den "fliegenden Guillotinen" als wichtigste Stütze, diese steht unter dem Befehl des skrupellosen Jin Gangfeng (Lo Lieh).
Wer sich kritisch über den Kaiser oder seine Dynastie äußert, wird von ihm und seiner Einheit brutal getötet. Der Kaiser wird unterdessen mit dieser Einheit nicht in Verbindung gebracht, jedoch wollen die Gerüchte hierüber nicht verstummen.

Hier soll der Beauftragte des Kaiser´s, Old Wang, für Aufklärung sorgen. Doch Yongzhen ist daran natürlich insgeheim nicht gelegen. So beauftragt er Jin Gangfeng und seine Schergen, Old Wang eiskalt zu liquidieren. 
Der Auftrag wird ausgeführt, doch wird hierbei einer der Schergen Jin Gangfengs vom Offizier Han Tiande gefangen gesetzt. Unter Folter gesteht der Gefangene, dass der Kaiser hinter der Guillotinen-Truppe und dem Mord an Old Wang steht, doch kann Han Tiande dies nicht glauben.
Dieser Gefangene ist aber letztendlich für den Kaiser ein enormes Sicherheitsrisiko. Yongzhen verlangt von Jin Gangfeng, diesen Gefangenen und aber auch Han Tiande und dessen gesamte Familie zu ermorden.

Han Tiande hat eine Frau, die bildschöne Rong Qiuyan (Chan Ping), diese ist im 2. Monat schwanger. Rong erlernte einst die Kunst des KungFu vom Clan der WuDang.
Während sie auf einer Wallfahrt ist, und dabei ihrem einstigen Mitschüler Wang Yun (Yue Hua) begegnet, wird ihr Mann Han Tiande und ihre Familie von Jin Gangfeng getötet.
Es gelingt ihrem sterbenden Mann aber noch, mit seinem eigenen Blut, den Namen seines Mörders zu hinterlassen: Jin Gangfeng.

Rong Qiuyan schwört, trotz ihrer Schwangerschaft, Rache.
Jin Gangfeng, der dem Kaiser versichert, dass alle Mitwisser in der gesamten Angelegenheit liquidiert sind, weiß um die Kampfkünste Rongs, und dass diese eine gefährliche Gegnerin ist.
So sollen Jin´s Kinder für seinen Schutz sorgen, und Rong ausschalten. Dies sind: Ren Ting (Lam Fei Wong) und Bao (Johnny Wang Lung Wei) sowie deren Schwester Shaozhi (Shaw Yin Yin).

Ren Ting, der Erstgeborene Jins, will es zuerst mit Rong aufnehmen. In einem Bambuswald finden er und etliche Guillotinen-Kämpfer ein jähes Ende.

Rong schlägt sich nach Huangzhu durch, und arbeitet dort im "Taian Inn" als Tellerwäscherin. Dort ist auch Ma Sen (Norman Chu) als Koch beschäftigt. Ma diente einst der Einheit der Guillotinen-Kämpfer, doch er desertierte und ist seitdem auf der Flucht vor seiner alten Einheit. Er und Rong freunden sich an.

Rong will sich mit ihm und Wang Yun in die Stand Wan Nan zu Tong  Beihei (Wong Ching Ho), dem Onkel von Han Tiande, durchschlagen, nachdem auch Bao bei seinem Versuch, Rong zu ermorden, scheitert.
Auf ihrem Weg retten sie eine junge Kämpferin, die vorgibt, sie und ihre Familie wären brutal überfallen worden. Sie nehmen die Frau mit in ihren Unterschlupf. Es ist Shaozhi, Jins letzte Hoffnung...
Auch sie kann Rong nicht widerstehen.

Rong -sie, Ma und Wang haben sich mittlerweile getrennt- erreicht Wan Nan und den Onkel ihres toten Mannes..., denkt sie. Denn dieser Onkel wurde von einem Untergebenen (Keung Hong) Jins umgebracht und dieser gibt sich als Tong Beihei aus.
Es kommt letztendlich zum blutigen Kampf, bei dem Ma Sen -der die Leiche Tongs außerhalb der Stadt entdeckte- ihr zu Hilfe kommt.

Rong erleidet eine Fehlgeburt, und Ma Sen sucht den Show-Down mit Jin Gangfeng. Noch bevor Rong ihm hierbei beisteht, lüftet sich das Geheimnis um die wahr Identität Wang Yun´s....

Ein mörderischer Kampf entbrennt.......


Fazit:

Sehr gut! Der Eastern "The vengeful beauty" des Shaw-Regisseurs Ho Meng Hwa gefiel mir ausgezeichnet. Es ist ein spannender, sehr unterhaltsamer Eastern mit vielen erstklassig arrangierten Fights und einer in der Storyline geradlinigen und klar herausgearbeiteten Struktur, sowie sehr interessanten Locations sowohl im Studio als auch die Außendrehorte betreffend.

Ho Meng Hwa ist ein Regisseur, der unterhalten will und die Eastern-Fans keiner großen geistigen Belastung aussetzen mag. Und das ist auch gut so, solange der Plot spannend ist, und die Atmosphäre stimmt.
Für diese sorgen die Drehorte, die wieder diese typische Shaw-Note haben, bunte, edle Kulissen wie sie nur das Shaw-Studio bieten konnte, und Ho nutzt diese Möglichkeiten genüsslich aus.

Auch der Fight zwischen Chan Ping und Lam Fei Wong und dessen Schergen ist im Studio gedreht..., ein Studio-Bambuswald ala Shaw unter künstlichem Himmel, das hat natürlich was.

Auch die Außendrehorte sind hier exquisit gewählt. Auf ihrer Wallfahrt trifft Chan Ping auf Yue Hua..., in der Nähe einer religiösen Opferstätte steht ein Pavillon...., eine schöne Szenerie.
Der Fight gegen Johnny Wang Lung Wei findet ebenfalls in einer Örtlichkeit mit religiösem Hintergrund statt, eine buddhistische Freiluft-Tempelstadt, auch dieser Drehort besticht in seiner atmosphärischen Optik.

Doch auch die Storyline, die an sich simpel gehalten ist -eben ein typischer Rache-Plot-, reichert Ho mit nicht eastern-alltäglichen Besonderheiten an: Die Hauptfigur ist eine Frau, zudem ist diese schwanger.
Und der villain setzt ihr seine Kinder entgegen, zwei Männer und eine junge Frau. Dies erinnerte mich etwas an die japanische "Okami"-Reihe, als dort ja der Ober-Bösewicht seine Kinder gegen den Lone Wolf Ogami Itto verheizt.

So ist denn der Film "The vengeful beauty" zwar auch durchaus gängige Eastern-Kost, doch ist er auch in seinen Nuancen interessant und irgendwie besonders.
Und Ho Meng Hwa gelingt es, dies mit viel Routine, excelent fotographierten Bildern sowie mit spielfreudigen Darstellern in Szene zu setzen. Die relativ geringe Laufzeit von nicht mal 80 Minuten tut ein Übriges dazu, Kurzweil Trumph sein zu lassen.

Die Geschichte des Films beinhaltet auch wieder die Thematik der "Fliegenden Guillotinen". Diese sind jedoch relativ dezent eingesetzt, und wenn, dann durchaus temporeich obwohl dies ja eher eine klobige Waffe ist. Ho Meng Hwa zeichnete ja Jahre zuvor für den originären "Guillotinen-Film" verantwortlich. Hier spinnt er die Geschichte weiter, und er wendet auch ein Stilmittel seines vorherigen Streifens an.
Auch in diesem Streifen, "The vengeful beauty", gibt es eine -wenn auch hier nur angedeutete- Liebesgeschichte. In "The flying guillotine" sorgten Liu Wu Chi und Shaw-MegaStar Chen Kuan Tai für die zärtlichen Momente. Hier sind es Chan Ping und Norman Chu mit einer leidenschaftlichen Kuss-Szene, beide dabei "oben ohne". Zu mehr kommt es aber nicht..., zu tief sitzt noch die Trauer der weiblichen Hauptfigur um ihren ermordeten Mann zumal sie ja auch von diesem schwanger ist.

Quintessenz eines Eastern sind die Fights. Und diese sind knackig und erstklassig arrangiert. Temporeich geht Regisseur Ho die Action an, Waffenkampf mit Schwert, einer speerartigen Waffe (Chan Ping führt diese) und dreiteiligem Nunchaku (Lo Lieh führt dieses) dominieren, doch wird auch klassisches KungFu gelungen dargeboten.
Je weiter der Film voranschreitet, um so gehäufter wird rasant gefightet, die Intensität nimmt zu, und die Kämpfe bringen auch die Story voran. Beides, Handlung und Action, werden von Ho zu einer Symbiose geführt, das gefiel mir sehr gut.

So wie die Darsteller. Und warum? Das kann man sich denken. Die attraktive Chan Ping, die Adult-Ikone Shaw´s agiert hier in der Hauptrolle. 
Doch sie ist nicht nur schön, sie brilliert sowohl darstellerisch als auch kampftechnisch. Ob sie immer wirklich selbst kämpft? Ich bin mir da nicht sicher. Es mag sein, dass in einigen schwierigen Kampf-Sequenzen eine Stuntwoman eingesetzt wurde, dies ist zumindest mein Eindruck. Sei´s drum. Es ist ein "Chan Ping-Film", und ich fand, sie meisterte ihre Rolle sehr gut.

Die übrigen Darsteller agieren überaus solide, hier ragen natürlich Lo Lieh und Yue Hua heraus. Lo spielt hier den villain, und dies nicht nur einfach so wie üblich, grimmig und wüterich. Er zeigt Verunsicherung..., Verunsicherung über diese Frau, seine Gegnerin, Verunsicherung auch gegenüber seinem Kaiser, den er schamlos anlügt.
Yue Hua sorgt hier für eine Wendung zum Schluss hin...., hinterhältig, letztendlich undurchsichtig. Yue Hua und Lo Lieh sin in darstellerischer Hinsicht -zusammen mit Ku Feng- mit die besten Pferde im Shaw-Stall.

Norman Chu steht Chan Ping zur Seite, und er macht seine Sache mimisch nicht sehr herausragend, aber agil in der Action und solide in den anderen Szenen.
Wang Wei spielte schon des öfteren den manchurischen Kaiser in Shaw-Movies, auch hier stellt er dies wieder äußerst geflissentlich dar, mit der entsprechenden Portion unfassbarer Arroganz.
Etwas -und dies vor allem für meinen Geschmack- zu kurz tauchte hier Johnny Wang Lung Wei auf. Schade..., war eben nur eine Nebenrolle.

Leider gibt es auch noch ein dickeres Manko. Die Szene mit der Fehlgeburt. Diese wird zwar nur angedeutet, die "Angelegenheit" wird von Chan Pings -zugegeben- schönem, strammen Po verdeckt, doch hat sowas -finde ich- in einem Eastern, überhaupt in einem Film, nichts zu suchen.

Lange Rede...

Ich gebe dem Eastern "The vengeful beauty" knappe, verdiente 8/10 Punkte!

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