In den 80er Jahren war kein Filmstudio fast permanent so präsent wie Cannon. Gegründet von Yoram Globus und Menahem Golan überzog Cannon damals die Kinos und vor allem die Videotheken mit jeder Menge an Filmen der unterschiedlichsten Genres. Größtenteils billig produzierte Streifen, die aber irgendwie immer noch etwas an Gewinn abwarfen um den Laden am laufen zu halten bzw. das nächste Filmchen nachschieben zu können oder auch mal ab und ab ein Prestige-Projekt drehen zu können. Die "Stars" der Cannon-Filme waren meist irgendwelche Nobodys oder auch Ex-Stars im Karrieretief. Dazu zählten u.a. auch Charles Bronson und Chuck Norris oder Michael Dudikoff.
Gerade dieser Michael Dudikoff spielte 1985 in American Fighter, der bis heute unter Action-Fans einen noch durchaus guten Ruf genießt. Da ich mir Dudikoff bisher ohne Probleme verkneifen konnte war der gerade eben gesehene Film sozusagen eine kleine Premiere für mich. Allerdings bloß was den Hauptdarsteller betrifft.
Die Story ist nämlich schon mal nicht unbedingt zwingend neu. In einem US-Armeecamp auf irgendeiner Insel werden Waffen im großen Stil gestohlen. Als wieder mal ein Konvoi der US-Boys überfallen wird wehrt sich Joe, ein neuer Soldat gegen die Diebe. Da die restlichen Soldaten waffenlos und scheinbar gewöhnt sich die kostbare Fracht bei ihren Ausflügen auf der Insel immer durch die bösen Diebe abnehmen zu lassen, plötzlich durch den Neuen mitgerissen werden, eskaliert die Situation, neben den etwas tumben Dieben tauchen plötzlich noch irgendwelche Ninjas auf und das Ergebnis sind vier tote US-Soldaten. Trotzdem unser GI Joe die Tochter des Kasernenkommandanten retten konnte wird ihm der Tod der vier Kameraden angelastet. Die lieben Kollegen in der Kaserne machen ihn anfangs zwar ebenalls für den Tod der Vier verantwortlich, aber nach einer kleinen Rauferei sind diese vergessen und Joe ist urplötzlich für alle, bis auf die Vorgesetzten, wieder ein guter Kerl. Da Joe neben der Tatsache, daß er ein super Typ ist auch noch an Gedächtnisschwund leidet ist seine Mission für den Rest des Filmes klar. Die bösen Waffendealer finden und natürlich Licht in seine Vergangenheit zu bringen...
Wie die Sache ausgeht kann sich hier wohl jeder denken!
Da wir hier in einem Action-Film sind, darf man an die "Darsteller-Riege" natürlich keine allzu großen Ansprüche stellen. Hier ist alles im orangen Bereich, also für den Zuschauer kurz davor laut aufzuschreien. Keiner der Darsteller ist wirklich super oder auch gut, Dudikoff gibt seinen GI Joe heldenstylemäßig wortkarg und der Quoten-Bimbo Steve James darf neben ein paar gezeigten Muskelspielen sogar noch einige klischeebeladene Sprüche ablassen.
Die Action ist zwar ganz nett anzuschauen, aber Kampfschwein Dudikoff ist nicht gerade der schnellste und wenn man ihn z. B. mit dem Thai Tony Jaa vergleicht geradezu komatös in seinen Action-Szenen. Gut wirkt er eigentlich bloß wenn er sich nicht bewegt und mit dem Schwert im Leib des Gegners kurz zu sehen ist. Ein echter Poser der Typ!!
Sorry, die 80er waren sicher eine gute Zeit für auch heute noch überzeugende Actionfilme, American Fighter gehört aber sicher nicht dazu.
Fazit: Leidlich unterhaltsam, sofern man sich an diversem Quatsch wie z. B. den Laserstrahlen, die der Ober-Ninja am Ende verschießt, nicht stört. Darstellerisch noch erträglich, handlungstechnisch einfach bloß billig, gibt es zwar ordentlich Action, die wiederum ist aber wenig blutig und überzeugend inszeniert. Ein typischer Cannon-Film eben!