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Michael Dudikoff - dieser Name dürfte wahrlich nur Fans von preisgünstig produzierten Actionfilmen ein Begriff sein. Während in den 80er und frühen 90er Jahren immerhin noch passable Filme wie „American Fighter", „Avenging Force" oder „Midnight Run" in seiner Filmografie auftauchten, so enttäuschte er doch danach mit Filmen wie „Freedom Strike" oder „Crash Dive" immer wieder seine ohnehin nicht sehr große Fangemeinde. Deshalb soll hier mit einer Kritik zu „American Fighter", der bei Produktionskosten von ca. 1 Mio. und einem US-Box-Office von 10,5 Mio. Dollar den größten Erfolg und das Highlight in Dudikoffs eher zweifelhaften Filmkarriere darstellt, erinnert werden.

Die Story: Als ein Konvoi von Ninjas überfallen wird, setzt sich Soldat Joe (Michael Dudikoff) zur Wehr und erweckt damit das Interesse von Patricia (Judie Aronson, „Deep Core"), der Tochter des Colonels. Unter den Soldaten aufgrund seiner schweigsamen Art verhasst, gewinnt er dann doch das Vertrauen von Jackson (Steve James) und kommt hinter die krummen Machenschaften vom Plantagenbesitzer Ortega (Don Stewart) und dessen Ninja-Privatarmee, gegen welchen Joe - gegen alle Widerstände - vorgeht...

Was folgt, ist eine Art frühes „Stirb langsam" verbunden mit Kampfsport. Joe ist natürlich früher einmal irgendwann selbst in die Geheimnisse der Ninja-Kampfkunst eingewiesen wurden und nimmt es fleißig mit ganzen Horden böser Ninjas auf, denen er den Arsch versohlt. Der Plot trotzt nicht gerade vor Originalität und weist doch besonders am Ende einige Löcher auf: Die Handlung kommt nicht wirklich voran (immer wieder soll Joe platt gemacht werden und es wird gekloppt und geballert), zwischendrin gibt es natürlich noch eine (zunächst) zum Scheitern verurteilte Liebesgeschichte und am Ende gibt es einige Konstruktionen (obwohl er keine Zeit hat, wird Joe von seinem „Vater" noch einmal über seine nebulöse Vergangenheit aufgeklärt; Ortega will partout nicht mit dem Hubschrauber losfliegen und auf seinen Ninja warten), wo man sich fragt, wie man so viel Unlogik zur Überkonstruktion und -stilisierung in ein scheinbar für 90 Minuten Filmlänge zu substanzarmen Skript packen kann. Aber was solls: „American Fighter" überzeugt durch zahlreiche Actionszenen, die zwar nie zur Materialschlacht ausarten, aber immerhin reichlich Explosivität und auch Brutalität (Genickbrüche und Kehle aufschlitzen - der Film ist indiziert) zu bieten haben. Fans freut es, auch wenn manchmal Assoziationen zu dem, was man gemeinhin „Trash" nennt, aufkommen.

Fazit:
Das Highlight in Dudikoffs fragwürdiger Filmkarriere und ein kurzweiliges Baller- und Kampffestival. Für einen B-Movie sehr gelungen und in den Actionszenen - abseits des löchrigen Skripts - auch überzeugend, ist „American Fighter" ein kurzweiliger Film mit einigen Längen und Mängeln, aber nicht ohne dem trashigen 80er-Jahre-B-Actionspektakel-Charme.

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