Ich weiß nicht, ob Regisseur Sam Firstenberg in den 80ern wusste, was er mit "American Fighter" ins Leben rufen würde, der mittlerweile vier Nachfolger hat. Aber es hat richtig gerappelt. Die "American Fighter"-Reihe ist zwar nicht so bekannt wie beispielsweise die "Rambo"-Reihe, da diese Filme eher unter B-Niveau gedreht worden sind und von der Canon-Schmiede (schnief, R.I.P.) mit dem B-Star Dudikoff produziert worden sind. Doch jeder "Schießfilm"-orientierte Fortgeschrittene dürfte mit diesem Begriff "American Fighter" etwas anfangen können. Jeder Part glänzt oder güllt mit seinem ganz eigenen Charme vor sich hin.
In Teil 1 geht es um den wortkargen Einzelkämpfer Joe Armstrong (Michael Dudikoff), der für seine Verurteilung lieber den Armee-Dienst antritt als ins Gefängnis zu wandern. Der unter Amnesie leidende Armstrong vereitelt einen Überfall auf einen Laster Konvoi, bei dem zwar die Ware gerettet werden kann, jedoch viele G.I.´s ihr Leben lassen müssen. Von nun an fristet er sein Dasein nicht nur als Außenstehender, sondern als Hass-Objekt des Armee-Stützpunktes. Seine Sympathie kann er sich teilweise zurückspielen, als ihn Ausbilder Curtis Jackson (Steve James) herausfordert und diese Keilerei gnadenlos für sich entscheidet. Marines sind eben auch nur Menschen und hegen Kameradschaft.
Doch bei "American Fighter" stinkt der Fisch vom Kopf an, die ranghöchsten Offiziere sind an einer ilegalen Hehlerei beteiligt, die nur Dudikoff mit seinen Kampfkünsten und James mit seinen Muskeln und großer Schnauze stoppen können.
"American Fighter" ist jetzt nicht der Kultfilm schlechthin, sondern seine fünfteilige Reihe sorgt für diesen Trash-Kult (im positiven wie im negativen Sinne). Teil 1 ist ein unterhaltsamer B-Actioner aus den 80er Jahren mit einem Touch aus (zuviel) Lovestory, brutaler B-Action, Ninjas, einem Freizeit-Rambo (James) und einer Reihe unvergesslich, dummer Onelinern. Die Sprüche kommen zwar nicht an das "blaue Licht" aus "Rambo III" ran, aber dennoch sind sie nicht verachtenswert.
Der Soundtrack wurde von George S. Clinton herbeigesteuert (der unter anderem auch für Teil 2, 3 und beispielsweise "Night Hunter" den Score beigetragen hat - "Night Hunter wird ja in vielen Ländern als weiteren"American Fighter"-Titel verkauft....). Der Soundtrack ist total Synthie, wie es sich für diesen Jahrgang gehört, jedoch erreicht die "American Fighter" filmisch wie auch im Score erst in Teil 2 seinen "Höhepunkt".
So kann man sich an diesem Film an einem verregneten Tag sicherlich nicht beschweren, wenn man leichte Kost aus dem Action-Genre sehen will.
Nicht der ganz große Klopper, aber als Startfilm einer fünfteiligen Kult-Reihe ganz okay.
7/10