Review

Stephen Sommers präsentiert dem geneigten Publikum mit seinem familientauglichen Horror-Abenteuer „VAN HELSING" einen phantasievollen Ausflug in das Reich der Mythen und Legenden.

Dabei agiert seine Hauptfigur Gabriel van Helsing als eine Art James Bond des Vatikans, der nach erfolgter Neutralisierung von Dr. Jekyll / Mr. Hyde nach Transylvanien geschickt wird, um keinem geringeren als Graf Dracula den endgültigen Garaus zu machen. Auf seiner Mission bekommt er unerwartete Unterstützung von Frankensteins Monster himself und der smarten Prinzessin Anna - die letzte Überlebende der renommierten Vampirjäger-Familie Valerious. Diese ist auch dringende vonnöten, denn wer den Ablauf eines traditionellen Horrorfilmes kennt, der weiss, dass sich dem Helden auf der Strecke allerlei unliebsames Getier, in diesem Fall besonders lüsterne Flatter-Damen bis hin zu Werwölfen im Blutrausch - in den Weg stellt.

Hugh Jackman
passt die Rolle des wortkargen Action-Helden wie maßgeschneidert, während Kate Beckinsale mit Ihrem Charakter nicht mehr als eine hübsche Beilage zum actionreichen Horror-Diner darstellt. Andererseits lebt VAN HELSING sicherlich nicht von seinen Figuren sondern einzig und allein von der kunterbunten Bilderflut, die zumeist aus CGI-Effekten besteht, welche zudem bedauerlicherweise nicht immer überzeugend wirken. Dennoch punktet die Inszenierung mit eindrucksvollen Bildern und düsteren Schauplätzen, die sicherlich auf der großen Leinwand noch um ein Vielfaches besser wirken - dennoch kann man dem Film auch im Heimkino eine kurzfristigen "Aha-Effekt" nicht abstreiten.

Nichtsdestotrotz krankt die Inszenierung an der mehr als eindimensionalen Charakterzeichnung, nahezu unverwundbaren - und damit leider auch unrealistischen - Heldenfiguren, und der überfrachteten Erzählstruktur. Weniger wäre hier sicherlich mehr gewesen - aber mit dieser Struktur bleibt Sommers der Linie treu, die er mit den beiden „DIE MUMIE"-Filmen eingeschlagen hat: Anspruchslose, dafür aber kurzweilige Achterbahnfahrten, ein Genuss für Auge und Ohr - der Tiefgang bleibt dabei auf der Strecke, was letztendlich dazu führt, dass der wilde Genre-Mix schon kurz nach dem Abspann wieder vergessen ist!

Als eingefleischter Genre-Kenner ist diese Horrorfilm-Popcornkino-Variante sicherlich ein Muss - dennoch ist das Ergebnis leicht enttäuschend ... ich jedenfalls hätte mir mehr erhofft (und erwartet)!

(6 / 10)

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