Tanz der Vampire
Transylvanien im späten 19. Jahrhundert: Dr. Frankenstein soll für Graf Dracula eine künstliche Kreatur erschaffen, die der Obervampir für seine finsteren Machenschaften benutzen will. Das macht der Doktor nicht mit und flieht mit seinem Baby sowohl vor Dracula als auch vor dem wütenden Mob und stirbt kurz darauf tragisch. Das Monster kann sich retten und lebt fortan versteckt.
London, ein Jahr später: Van Helsing (Hugh Jackman) arbeitet im Auftrag des Vatikan, um das Böse in der Welt zu bekämpfen und hat den Auftrag, Mr. Hyde zu fangen. Dieses Vorhaben klappt nicht so wie geplant, so dass er Rechenschaft ablegen muss. Er bekommt eine neue Chance und den Auftrag, Dracula endgültig zu töten. Zusammen mit seinem Assistenten Carl reist er nach Transylvanien, wo er Anna Valerious (Kate Beckinsale) im Kampf gegen Dracula und seine Bräute zur Seite steht.
In dieser Version wird der Vampirjäger aus Bram Stokers berühmten Roman zu einer Comicfigur hochstilisiert, die mit allerlei verrückten Gadgets in den Kampf gegen das Böse zieht. Ein typischer Sommerblockbuster eben, ohne allzu tiefgründige Story und Tiefgang sowie oberflächlichen Charakteren.
Wer also Anspruch erwartet sollte tunlichst die Finger von Van Helsing lassen. 2 Stunden lang lässt Regisseur Stephen Sommers (Die Mumie) es ordentlich krachen und das ungleiche Paar Jackman und Beckinsale von einer haarsträubenden Situation in die nächste schlittern.
Realismus ist hier selbstverständlich nicht mal ansatzweise vorhanden, denn wer fällt schon zig Meter in die Tiefe oder kracht gegen Wände ohne sich auch nur einen Kratzer zuzuziehen? Es steht eindeutig Spaß im Vordergrund, dazu harmlose PG-13 Action und logischerweise viel CGI.
Der Film fährt an Computertechnik wohl so ziemlich alles auf, was zum damaligen Zeitpunkt machbar war. Dadurch wirkt vieles zwar spektakulär, aber auch ein wenig übertrieben und künstlich. Ein paar handgemachte Stunts und Kämpfe hätten dem Film höchstwahrscheinlich gutgetan.
Die Charakterzeichnung beschränkt sich auf das notwendigste, so dass die Action jederzeit im Vordergrund stehen kann. Es wäre sicher wünschenswert gewesen, ein wenig mehr von der Vergangenheit der Figuren zu erfahren und statt dessen die zwar nur rudimentär vorhandene, aber dennoch pathetisch wirkende Standardlovestory über Bord zu werfen.
Die meisten Sympathiepunkte sammelt Van Helsings Assistent Carl, der nicht nur allerlei verrückte, bondmäßige und zum damaligen Zeitpunkt auch unmögliche Erfindungen für seinen Chef bereithält, sondern auch einige richtig gute Lacher für sich verbuchen kann. Unfreiwillig komisch und etwas enttäuschen wirkt hingegen Dracula, dessen leicht tuckiges Verhalten deplaziert wirkt. Ist aber nur ein persönlicher Eindruck.
Insgesamt erfüllt Van Helsing seinen Auftrag als spaßiger Blockbuster mehr als ordentlich und darf gerne mal angesehen werden. Etwas härtere Action - einhergehend mit einem R-Rating - wäre schön gewesen, aber auch so bleibt ein positiver Eindruck. Wer nicht mit den falschen Erwartungen rangeht hat viel Spaß.