Review

Drei Jahre nach "Die Mumie kehrt zurück" hatte Regisseur Stephen Sommers (Octalus) die geile Idee, gleich drei Horror-Legenden zu neuem Ruhm zu verschaffen. Bei "Die Mumie" mag das ja noch gut geklappt haben, aber drei Monster in einem Film sind wohl zwei Monster zu viel.

Van Helsing (Hugh Jackman) wird vom Vatikan beauftragt den Vampir Graf Dracula (Richard Roxburgh) und seine drei dämonischen Schlampen zu vernichten. Gemeinsam mit des Vatikans Möchtegern-Q Carl (David Wenham) begibt sich Van Helsing darum nach Transsylvanien, wo er der Zigeuner-Prinzessin Anna (Kate Beckinsale) begegnet, auf die es Draculas Höllenschlampen abgesehen haben. Gleich bei ihrer ersten Begegnung kann Van Helsing eine von ihnen erledigen. Während Van Helsing, Anna und Carl nun gegen Dracula vorgehen wollen, stellt sich ihnen auch noch ein Werwolf in den Weg, der sich als Annas Bruder (Will Kemp) entpuppt. Nachdem die zweite Vampirschnalle getötet wurde, schafft es Van Helsing dann auch ihn zu töten. Dabei wird er aber von dem Werwolf gebissen und wird sich in absehbarer Zeit nun selber in einen verwandeln. Inzwischen ist es Dracula gelungen Frankensteins Monster (Shuler Hensley) gefangen zu nehmen, mit dem er seine Vampirbrut zum Leben erwecken will. Kurz darauf finden Van Helsing, Anna und Carl das Schloss von Dracula und der Kampf beginnt. Rasch kann Frankensteins Monster befreit werden, das dann auch gleich Igor (Kevin J. O'Connor) umnietet. Van Helsing kämpft nun als Werwolf gegen Dracula, während Anna es schafft, auch die dritte und letzte Vampirschnalle zu erledigen. Als Van Helsing dann Dracula tötet geht auch dessen Brut hops. Ehe Anna Van Helsing wieder in einen Menschen verwandeln kann, wird sie von diesem in der Werwolfgestalt versehentlich umgebracht. Später geben Van Helsing und Carl ihr dann eine Feuerbeerdigung.

Zugegeben... etwas banal und wirr hört sich die Story von "Van Helsing" schon an. Aber das macht ja nichts, solange man das Publikum mit großen Namen locken kann. Hugh Jackman (Männerzirkus) ist einer davon. Er wirkt wie die junge Version des Van Helsings, denn Anthony Hopkins 1993 in "Bram Stokers Dracula" zum Besten gab. Nur hatte dieser nicht solche beknackten Waffen wie eine MG-Armbrust, sondern beschränkte sich auf einen Pflock und eine Machete. Und das war auch besser so. Die Waffen dieses Van Helsing wirken einfach unrealistisch. Dennoch gibt Jackman eine Performance ab, mit der man zufrieden sein kann. Und Kate Beckinsale (Underworld) spielt hier erneut in einem Film mit, wo sowohl Vampire als auch Werwölfe mitwirken. Spielte sie in "Underworld" noch selber einen der Blutsauger, so ist sie hier ein einfacher Mensch, der sich aber zu wehren weiß. Wie in "Underworld" ist Beckinsale auch hier schön anzuschauen und bewegt sich immer recht knackig durchs Bild. Das gefällt dem männliche Publikum! Kommen wir aber nun zu den Monstern. Richard Roxburgh (Mission: Impossible - 2) gibt hier eine der schwächsten Dracula-Darstellungen der Filmgeschichte ab, wogegen Gerad Butler in "Wes Craven präsentiert Dracula" sogar noch oscarreif gespielt hatte. Und im Gegensatz zu der genialen Darstellung eines Gary Oldmans wirkt dieser Dracula nur noch wie ein kraftstrotzender Türsteher eines Edel-Bordells. Aber der spaßorientierten Jugend von heute, die einen Britney Spears-Klingelton für Klassik hält, wird das wohl scheißegal sein, denn Hauptsache es knallt und kracht an allen Ecken. Scheiß auf die Charaktere!

War "Octalus" für mich noch Monster-Trash vom Allerfeinsten und "Die Mumie" ein gutdurchdachtes Special-Effects-Spektakel, so hat mich "Van Helsing" doch in mehreren Bereichen enttäuscht. Hatte Stephen Sommers bei der Darstellung der Mumie (Arnold Vosloo) noch auf eine bedrohliche Gestik und Ausstrahlung geachtet, so wirken Dracula und Frankensteins Monster nur noch wie billige Playstation-Kopien ihrer Vorbilder. Allein der Werwolf und Draculas drei Vampirschlampen wirkten hier immerhin etwas überzeugend. Wie Kate Beckinsale sehen auch die drei Vampirschnallen recht knackig aus, wenn sie nicht gerade in ihren Monstergestalten herumgeistern. Zudem ist Draculas Brut ziemlich billig geraten und riechen geradezu nach Computer. Die Kämpfe hätten auch ruhig etwas brutaler und blutiger geraten können, womit der Film jedoch eine höhere Altersfreigabe bekommen hätte und das zahlungskräftige, pubertäre Kiddie-Publikum nicht mehr ins Kino hätte kommen können. Trotzdem machen die Darstellerleistungen von Jackman, Beckinsale und die der Vampirschnallen sowie einige nette Effekte den Film doch noch ansehbar, damit er für einen gelungenen DVD-Abend mit reichlich Chips und Cola reichen kann.

"Van Helsing" kann sich zwar nicht mit "Die Mumie" messen, kann aber immerhin noch mit "Octalus" mithalten. Vielleicht sollte sich Sommers wieder mehr auf Charakterdarstellungen und nicht auf Special-Effects-Dauerfeuer beschränken. Wer weiß, welches verstaubte Film-Monster der Mann als nächstes aus dem Hut zaubert.

Details
Ähnliche Filme