Review

Das die Baldwin Sippschaft sich, von Alec mal abgesehen, nun nicht wirklich mit schauspielerischen Glanzleistungen bekleckert hat ist ja allgemein bekannt. Die größte Vollpfeife unter den schauspielernden Baldwins ist aber sicherlich Stephen. Schon traurig wenn als Highlights in der Karriere eine debilde Komödie mit Pauly Shore („Bud&Doyle“) und die Direct-to-Video Fortsetzung der Familie Feuerstein stehen. Kein Wunder also, dass man Stephen immer wieder in billigen B-Movies sieht. In die Kategorie fällt ganz klar auch „Target“, der nicht nur stinklangweilig, sondern auch noch saublöd ist.

Der Drehbuchautor gehört eigentlich augenblicklich mit seinem Drehbuch verprügelt, so einen Schwachsinn sucht man wirklich zumeist vergeblich. Da wäre ein Verhörzimmer, in dem Baldwin vernommen wird, warum und wie das alles in den Film passt, hat sich mir während der gesamten 80 Minuten nicht erschlossen. Also zurück in die Vergangenheit. Da sitzt der Baldwin mit noch einem Kumpel auf einem kleinen Hügel in einem fiktiven Land irgendwo bei der Türkei, in dem die Einwohner aber alle mit fiesen russischen Akzenten sprechen, und schaut durch sein Scharfschützengewehr. Zunächst fällt auf, das die US-Army, der Baldwin hier angehört, auch Uniformen in Übergröße hat, denn Stephen sieht doch…äh.. leicht moppelig aus. Zum Zweiten scheint die US Army nicht viel von Tarnung zu halten und auch Waffendeals hat man sicherlich schon intelligenter durchgezogen. So stirbt die ganze Einheit von Baldwin, und er kann bis auf den Anführer der Bösen alle töten. Einige Zeit später, wir befinden uns in L.A. der Baldwin hat eine Frau und zwei Kinder, geht der Spaß los. Die Frau wird entführt und unser, na ja, Held erfährt das Terroristen richtig blöde sein können. Er wird in einem Park angerufen und soll mit dem Entführer, natürlich der Überlebende aus dem Waffendeal, ein Spielchen spielen. Erinnert ab hier alles etwas an eine extrem billige Variante von Stirb Langsam 3. Jedenfalls sitzt der Badguy mit seinem Gewehr auf einem Baum und ein Mit-Bad-Guy sitzt in einer Hecke. Das klingt nicht sonderlich spannend, wird aber für circa 40 Minuten des Films alles sein was an Bedrohung von den beiden ausgeht. Toll übrigens, dass der Böse von seinem Baum aus, alles in einem Umkreis von mehreren Quadratkilometern überschauen kann. Jedenfalls sieht er den Baldwin egal wo der grade auch hinrennt. Überhaupt darf man sich über manchen unlogischen Schwachsinn nur wundern. Das sind Fehler die sollten eigentlich jedem auffallen, wenn er nur mal einen kurzen Blick ins Drehbuch wirft. Beispiel gefällig? Na gut:
Der Baldwin erhält die Mitteilung das er drei Minuten hat um irgendwas zu finden, das für die Handlung unwichtig ist. Er spurtet also los, klaut ein Motorrad, rast durch den Park, rennt noch mal ein Stück (interessant, bis hierin sind in Echtzeit bereits 5 Minuten vergangen) und erstaunlicherweise kann ihn der Bad Guy immer noch von seinem 2,5 Meter hohen Baum aus durch sein Zielfernrohr sehen. Noch viel erstaunlicher aber ist, das der Helfer des Bösen obwohl er als der Baldwin losspurtet zu Motorrad noch im Gebüsch sitzt bereits vor Ort ist als der Baldwin am Zielort auftaucht – der kennt wohl eine Abkürzung.
Soll ich noch erwähnen, das es sich mit dieser Motorrad fahrt auch schon hat was Action angeht? Dazu gibt es noch Handlungsstränge die im absoluten Nichts verlaufen, Charaktere die auftauchen und wieder verschwinden und keiner weiß warum und am zwischen all diesem Schwachsinn springt auch noch James Russo herum, der sich inzwischen auch für jeden Scheiß hergibt. (na ja, hat er ja schon immer gemacht).

Das Ganze ist zwar relativ routiniert inszeniert, auch wenn es die Zeitlupensequenz in der Baldwin von einem stehenden Zug springt nicht gebraucht hätte. Was will man auch viel falsch machen, wenn man den ganzen Film über nur zwei Männer in einem Gebüsch bzw. auf einem Baum zeigt und dazwischen noch ein eher schwerfälliger Baldwin durch einen öffentlichen Park hechelt. Am Ende gibt es dann noch ein müdes Finale in einem alten Gefängnis und dann ist diese schlechte Ausrede für einen Film auch, Gott sei Dank, schon vorbei. Wobei „schon“ falsch ausgedrückt ist. Der Film zieht sich ohne Ende, und es passiert einfach nichts. Keine Action, keine Gewalt, nur der Baldwin der es schafft im Vergleich zu sich, Mimik-Minimalisten wie Steven Seagal wie Robert de Niro wirken zu lassen. Einfach nur erbärmlich.
Bevor man sich überlegt diesen Film anzusehen sollte man überlegen ob man nicht etwas lustigeres und spannenderes zu tun hat, vielleicht Zehnägel-Schneiden, Klo putzen oder ähnliches. 1 von 10 Punkten.

Details
Ähnliche Filme