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Das der computeranimierte Film heutzutage das finanzträchtigste Zugpferd unter den Animationsfilmen ist, dürfte keine sonderliche Neuheit für die Meisten sein. Nachdem der von handgemalte Zeichentrickfilm heutzutage leider kaum noch erwünscht ist und dadurch finanziell eben nicht mehr tragbar ist, sprießen die komplett am Computer entstandenen Filme langsam wie Unkraut aus dem Boden. Doch im Gegensatz zum Zeichentrickfilm damals, gibt es nun schon nach wenigen Jahren nur noch eine Handvoll neuer Filme, die wirklich überzeugen können und der Charme von Filmen alla "Toy Story" kann nur noch ganz selten erreicht werden. So ist es auch nicht verwunderlich, dass es auch der computeranimierten Sci-Fi-Version von Pinocchio vor allem an einem krankt: der fehlenden Seele.

"Pinocchio 3000", dass ist die moderne Science-Fiction-Version des Märchen-Klassikers von Carlo Collodi. Dabei entfernt sich die Geschichte gar nicht mal so sehr vom Original, sondern wandelt die altertümliche Story um eine Holzpuppe, die ein echter Mensch werden will, eigentlich nur in eine hochmoderne Version um. Pinocchio ist hier ein Roboterjunge, der von seinem "Vater", dem Wissenschaftler Gepetto, zum Leben erweckt wurde. Doch der böse Scamboli, hier der Bürgermeister einer hochtechnisierten Stadt, sieht in Pinocchio seine Chance alle Menschen-Kinder in Roboter zu verwandeln. Doch der clevere Pinocchio erkennt die bösen Absichten und stellt sich Scamboli. Bis er am Schluss ein echter Junge werden kann. Wie schon erwähnt, so schlecht ist die Story im Grunde gar nicht und die Modernisierung des Collodi-Märchens kann durchaus gefallen und mit netten Ideen aufwarten. Zwar darf man natürlich wieder nichts sonderlich Logisches erwarten, dafür aber eine kindergerechte Science-Fiction-Story, ohne sonderliche Gewalt und mit viel Witz und sympathischen Charakteren, na zumindest teilweise.

Pinocchio hat hier nämlich mindestens genauso viel Charme und Sympathie wie sein hölzerner Vorgänger. Mit viel Lebensmut gezeichnet, spaßig, frech und auch durchaus recht clever zusammengebastelt, macht dieser High-Tech-Roboter durchaus Laune. Und auch Gepetto kann für einige nette Momente gut sein. Anders verhält sich dagegen bei den Bösewichten. Vor allem Bürgermeister Scamboli und seine beiden Diener-Roboter, die mal wieder völlig auf Dick & Doof getrimmt wurden, sind mitunter sehr klischeehaft gezeichnet worden und langweilen einen schnell, mit ihrem völlig innovationsfreien Getue, welches auf die Dauer auch leicht an den Nerven nagt. Des weiteren sind auch die anderen Kinder hier recht steril geraten und können nicht überzeugen.

Die Gag-Qualität hält sich dabei die Waage. Es gibt einige recht gelungene Jokes, einige Blindgänger und vieles was man als Schmunzelware bezeichnen kann. Auf richtigen Anarcho-Humor alla "Shrek" muss man dabei aber wieder einmal verzichten, genauso wie auf den mitunter recht skurrilen Witz, den man aus den Pixarfilmen gewohnt ist. Hier hat man es eben größtenteils mit einem Film für die Kleinen zu tun und das merkt man an jeder Ecke.

Und dann die Animationen, die ebenfalls recht zwiespältig geraten sind. Zwar wurde auch bei "Pinoccio 3000" durchaus auf detaillierte und aufwändige Animationen gesetzt, doch meist fehlt es dem Treiben einfach an dem Charme und den witzigen Hintergründen, die vor allem bei Pixar-Animationen so auffällig sind. Hier wirkt alles unglaublich kühl und eben irgendwie Seelenlos auf den Zuschauer und wirklich witzig sind die Animationen auch nicht. Zudem sind auch die Bewegungen der Charaktere hier mitunter stocksteif und die später auftauchenden Scharen von Robotern, wirken in ihrer Menge auch eher wie Pixelbrei, als wie einzelne detaillierte Roboter. Da dürften Pixar-Fans wohl nur mit dem Kopf schütteln.

Aber na ja, wenigstens kann am Ende noch die Synchronisation einiges herausreisen. Denn diese ist, wie so oft, wirklich wunderbar geraten. Zwar gibt es hier keine sonderlichen Promis zu hören, aber viele bekannte Synchronstimmen, die man immer wieder gerne hört. So ist wenigstens auf akustischem Wege für gelungene Unterhaltung gesorgt.

Fazit: Mittelprächtiges Animationsspektakel, welches zwar das Collodi-Märchen, um die hölzerne Puppe Pinocchio, durchaus annehmbar in eine moderne Sci-Fi-Welt transportiert, ansonsten aber nur Animationsspaß von der Stange bietet. Die Charaktere sind teilweise ganz sympathisch, teilweise recht klischeebehaftet, die Jokes halten sich durch die Bank weg auf Kinder-Niveau und die Animationen sind zwar aufwändig und detailverliebt, aber eben auch recht kühl und ohne rechten Charme, umgesetzt worden. Alles in allem somit ein Animationsfilm, den man seinen lieben Kleinen zwar durchaus zeigen kann, aber an dem man als Erwachsener nur bedingt seinen Spaß haben wird. Dann doch lieber Pixar oder Dreamworks!

Wertung: 5/10 Punkte

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