Review

Dass Meinungen immer subjektiv sind, dürfte unbestritten sein. Aber wie kann es passieren, dass ein so stumpfsinniger Kiffer-Film wie "Ey Mann, wo is` mein Auto?" in der OFDb eine noch so hohe Bewertung bekommen kann? Es ist mir ein echtes Rätsel, aber erklärt, warum Deutschland in der PISA-Studie so schlecht abschnitt.
Meine Fresse, dieser Debil-Film ist aber nun auch dermaßen schlecht, dass ich jetzt erst mal richtig meckern muss.

Zur Story: die beiden "Null-Checker" Jesse und Chester können sich partout nicht an letzte Nacht erinnern. Als sie des morgens vor die Haustür treten, bemerken die Deppen vom Dienst, dass Jesse`s Auto weg ist. Die Suche danach entpuppt sich als irrwitzige Odyssee, in der ein "Kontinuum-Transfunktionator" und "Geile Schnecken" ebenso wie eine Strip-Transe entscheidende Rollen spielen...

Pädagogisch wertvoll hört sich das - mit Verlaub - nun wirklich nicht an. Aber dass Regisseur Danny Leiner aus diesem Alibi-Plot einen einzigen hirnlosen Kiffer- und verklemmten Pubertäts-Witz-Marathon machte ist eine bodenlose Frechheit. Kein Wunder, dass er sonst nur fürs amerikanische TV drehte. Der Zuschauer fühlt sich verarscht, da er zwar zahlreiche Witze präsentiert bekommt, die aber allesamt nicht so etwas wie eine Pointe aufweisen können. Ohnehin sind diese zotigen "Gags" arm an Originalität, Sinn und reichlich abgestanden. Hier möchte ich als Gipfel der Dummheit den viel zu langen "Und dann?"-Witz beim China-Mann und den "Sweet"-"Dude"-Tattoo-Gagversuch herausgreifen - einfach nur dilletantisch schlecht und einfallslos umgesetzt. Drehbuch-Autor Philip Stark gehört aber nicht nur deshalb in die Hölle: der ganze Plot-Quark mit "geilen Schnecken", Aliens mit schweizerischem Akzent, "Zoltan"-Verehrern und kiffenden Hunden ist schlicht unterirdisch und macht auf mich den Eindruck einer Comedy-Parade im Stile von "7 Tage, 7 Köpfe" mit etwas Sex-Klamauk gemixt. Auch fragt man sich im Nachhinein, wie sich annehmbare Schauspieler wie Ashton Kutcher und Jennifer Garner für diesen platten Versuch einer Sex-Komödie hergeben konnten. Sie hatten doch schon so viel bessere Rollen in "Guess Who" bzw. "Daredevil". Einzig von Seann William Scott ist man eine solch notgeile Rolle schon gewohnt, denn hier spielt er den Stiffler aus "American Pie" praktisch noch einmal (leicht variiert allerdings).

Das Ende wird hier nicht verraten, macht aber auf mich den Eindruck einer Hommage an die alten "Power Rangers"-Folgen, welche mit ähnlich billigen Plastik- und "Godzilla"-Effekten gespickt waren. Und dieses Finale macht das Ganze noch schlimmer und gruseliger.
Einziger Lichtblick: der durchaus akzeptable Soundtrack.

Fazit: Witzloser Versuch eines Kiffer-Klamauks. Der (un)freiwillige Zuschauer fasst sich vor schier unglaublicher Blödheit permanent an den Kopf und brüllt vor Schmerzen. Aber zumindest ist dieser filmische Abfall schon nach knapp 75 Min. vorbei. Die Debil-Humor-Attacke zündet einfach nicht: Schlicht für die Tonne.

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