Ich hab das starke Gefühl, dass überhaupt keine guten Komödien mehr entstehen. So gut wie alle Werke des Genres, die in der letzten Zeit gedreht worden sind, verleiten eher aus unfreiwilliger als aus gewollter Komik zu lachen. So auch "Ey Mann - Wo is' mein Auto?" Schon allein der Titel ist hier Programm, ist er doch genauso unbeholfen und merkwürdig wie der Film selber. Die Musik ist vergleichbar mit der aus "American Pie" usw., also absolut Mainstream und langweilig, die Witze zünden so gut wie gar nicht, manchmal ist die ein oder andere lustigere Szene vorhanden, für eine Komödie aber zweifelsohne zu wenig. Die beiden Schauspieler, die Chester und Jesse verkörpern, spielen völlig überdreht, es macht irgendwie den Anschein, als wollten sie neue legendäre und kultige Film-Charaktere erschaffen, was mehr als nach hinten losgeht. Mit Möchtegern-Komik und schlechten Sprüchen und Pointen gelingt ihnen vielmehr das krasse Gegenteil, sie sind alles andere als cool und nerven mehr als dass sie zum Lachen animieren.
Die Story ist die lustige und blöde Version von "Memento", die zwei Kumpels Jesse und Chester wachen eines Tages auf und können sich an gar nichts aus der letzten Nacht erinnern. Bald machen sie die schreckliche Entdeckung, dass auch noch das Auto eines der beiden fehlt, in dem zusätzlich noch die Geschenke für ihre Freundinnen sind, mit denen sie an diesem Tag Jahrestag feiern möchten. Ab da machen sich Jesse und Chester auf die Suche nach ihrem Auto und erleben dabei ziemlich viele Abenteuer. Zu guter letzt sind die beiden auch noch für ein paar Außerirdische interessant, die ihrerseits auf der Suche nach einem gewissen Continuum-Transfunktionator sind. Das Chaos nimmt seinen Lauf.
Der Anfang ist noch recht vielversprechend und gut, ist es doch ganz lustig, den beiden Freunden zuzuschauen, wie sie nach und nach in Erfahrung bringen, was sie letzte Nacht alles erlebt haben. Den Film aber dann nach einer Zeit fast in die Richtung von Science-Fiction laufen zu lassen, ist für mich ein nicht nachvollziehbarer und rätselhafter Punkt. Wäre dadurch der Film lustiger, abgefahrener oder allgemein besser geworden, weil die Verantwortlichen in der Genre-Änderung zum Schluss hin die Möglichkeit sahen, "Ey Mann - Wo is' mein Auto?" lustiger zu machen, würde das alles ein Sinn geben, aber der Film wird durch den Wandel der Handlung einfach schlechter, unlustiger und langweiliger. Wer will bitte schon einen Film über einen Continuum-Transfunktionator sehen? Umso mehr die Story abgleitet, desto mehr verabschiedet sich auch der Zusammenhang zwischen Film und Filmtitel.
Zu Spannung und Atmosphäre muss man keine weiteren Worte verlieren, ist beides nicht vorhanden, was aber keine Schwäche darstellt, da beides von einer Komödie nicht verlangt wird. Witz aber schon, doch auch dieser lässt mehr als nur auf sich warten, ein kiffender Hund oder eine transsexuelle Stripperin sind einfach nicht genug, um den Zuschauer zu unterhalten. Mich zumindest nicht. Das Ende ist auch langweilig und von "Men in Black" geklaut. Mir kommt es sowieso so vor, dass auch "The Big Lebowski" kopiert werden wollte, das verschwundene Auto, in dem ein Koffer ist oder einfach der Schwerpunkt Kiffen deuten darauf hin.
Sicher kann "Ey Mann - Wo is' mein Auto?" kein grandioser Film werden, hätte man aber die zweite Hälfte anders geschrieben und mehr Witz reingebaut, wäre der Film schon eine halbwegs annehmbare Komödie geworden. Aufgrund der zweiten Hälfte verkommt das Ganze aber fast schon zum Trash. Nur ein paar lustige Szenen bleiben, was alles in allem viel zu wenig ist. 4/10 Punkte