Dieser Film ist nach allem, was ich bisher gesehen habe, einzigartig. Das beginnt beim Titel (mal zum Vergleich: "Hey Dude, where`s my car?", "Ey Mann - wo is` mein Auto?", "Colega, Dónde está mi Coche?") und endet bei den schwachsinnigen Charakteren, die einem in den folgenden 80 Minuten über den Weg laufen.
Letztendlich kann man die Einzigartigkeit aber auf die absolute Sinnlosigkeit zusammenfassen, die einem von Jesse und Chester während ihres autolosen Road Trips entgegenschleudert wird. Zugegeben, diese vollkommene Freiheit von jeglichen Skriptzwängen oder Storyansätzen hat schon ihren Reiz. Aber mal langsam und von vorne:
Nach einer verzechten Nacht wachen Jesse und Chester in ihrem Saustall auf und haben quasi keine Peilung, was am Vortag gelaufen ist. Da war wohl irgendwo ne Party oder so. Jedenfalls bewegen sich die Volldeppen nach draußen und müssen feststellen, daß das Auto nicht mehr da ist.
Na ja, wenigstens scheint das Langzeitgedächtnis noch halbwegs zu funktionieren, denn Jesse erkennt eine Bekannte aus der Nachbarschaft wieder, die gerade mit dem Auto vorbeifährt. Nur scheint er vergessen zu haben, daß sie nicht gut auf ihn zu sprechen ist, denn sie überfährt ihn absichtlich. Selbiges passiert dann Chester Sekunden später.
Doch das hält die Beiden nicht auf. So machen sie sich auf den Weg, um ihr Auto zu suchen. Dabei begegnen sie allerlei Gestalten, mit denen sie scheinbar schon am Vortag Kontakt hatten: ein(e) transsexuelle(r) Stripper(in), die Freundin des Oberrüpels der Stadt, ein chinesischer Schneider, die ausserirdischen "Hot Chicks" und auch die ebenso ausserirdischen wie österreichischen Wächter des Universums. Die meisten dieser Gestalten sind auf der Suche nach irgend so nem Transmitterdingsbums, dass das Gleichgewicht des Universums geradehält. Jesse und Chester suchen das Ding eigentlich nur, um über Umwege zu einer ganz besonderen Überraschung zu gelangen, die den beiden von ihren Freundinnen, den Zwillingen versprochen wurde (darunter Jennifer Garner).
Ich habe doch eben von Einzigartigkeit geredet. Das gilt nicht für die erbärmliche Teenie-Verpackung, die dem Film dann auch meine 2/10 Punkten zu verdanken hat. Hier wird kein Klischee ausgelassen. Ein kiffender Hund, ein pöbelnder Macho, ein paar geile Schnecken in Latex, ein kleiner, dicker, blinder, geiler Junge, die keuschen Zwillinge (eine Anspielung auf die Olsen-Zwillinge?), Personen mit Sexualitäten jeder erdenklichen Himmelsrichtung usw. Was in "American Pie" noch funktioniert, wirkt hier nur noch abgedroschen. Wer etwas Anspruch hat, kann über die meisten dieser Witzchen wohl kaum lachen. Der Höhepunkt ist dann das Abschiedsgeschenk der österreichischen Wächter des Universums (die im Übrigen zuvor im Film ziemlich asexuell wirkten) an Jesse und Chester: ein paar aufblasbare Titten für die Zwillinge, die bescheuerterweise auch noch dämlich kichern, als ihr Vorbau plötzlich anwächst.
Weshalb der Film (irgendwie) doch noch seine Daseinsberechtigung hat, ist die angesprochene Tatsache, daß hier 80 Minuten verfliegen, ohne daß eine Story geboten wird. Das heißt, es gibt schon so etwas wie Storyansätze, aber dennoch laufen die zwei Backpflaumen nur durch die Gegend. Passend dazu ist der spacig-bunte Vorspann, eine Kamerafahrt durchs All (ihr kennt doch den Standardbildschirmschoner mit den vorbeifliegenden weißen Sternen), die nur ab und zu für irgendwelche schwachsinnigen Figuren unterbrochen wird wie etwa eine lausig animierte tanzende CGI-Katzenfrau.
A propos CGI. Die Spezialeffekte sind so richtig mies, obwohl ja nicht sehr viele vorkommen. Man muß aber sagen, daß das irgendwie einen trashigen Charme hat. Die Riesenfrau am Ende wirkt wie eine Hommage an den Monsterfilm-Klassiker.
Soweit dazu. Wer schon filmische Meisterwerke bewundern durfte wie etwa die Pate-Trilogie oder auch die Herr der Ringe-Filme, der muss einfach eingestehen, daß "Ey Mann - wo is` mein Auto" Mist ist. Und trotzdem - auch wenn Ashton Kutcher und Seann William Scott nicht gerade ein neues Kultduo erfunden haben und jedem normalen Menschen kiffende Hunde und sexgeile Kinder langsam zum Hals raushängen müssten - diese absolute Unabhängigkeit von Story oder irgendwelchen intelligenten Verbindungen hat irgendwie ihren Reiz. In nicht ganz nüchternem Zustand wäre es vielleicht sogar möglich, daß ganze Lachsalven abgefeuert werden.
In nüchternem Zustand sage ich aber:
2/10
Hugh! Ich habe gesprochen.