Review

Die junge Sara (Julia Stiles) zieht nach dem tragischen Tod ihrer Mutter zu ihrem Vater in ein Chicago'er Schwarzen-Ghetto. An ihrer Schule ist sie eine der wenigen Weißen und wird daher schnell zur Außenseiterin.
Der schwarze Derek nimmt sich ihrer aber an: Er führt sie in die angesagtesten Tanzschuppen aus, bringt der ohnehin äußerst tanz-begeisterten Sara ein paar flotte Hip Hop-Schritte bei, und - als wenn wir's nicht bereits alle geahnt hätten - beide verlieben sich ineinander.
Doch ihr Umfeld bringt dem jungen Glück nur Kritik, Argwohn und Missverständnis entgegen...

Eine Liaison aus Schwarz & Weiß - eine verbotene, von der Gesellschaft missbilligte Form der Liebe wie in "Romeo & Julia" oder "West Side Story" ...... Echt!?!?

Tja, das müssen mal wieder die guten USA sein, wo Rassismus, obwohl's keiner zugeben will, immer noch ein brandheißes Thema ist, wo Armut und Arbeitslosigkeit hauptsächlich ein Problem der Schwarzen Bevölkerung sind, und wo die Mehrheit der Farbigen sich immer noch ungerecht behandelt und vom Weißen Mann unterdrückt vorkommt, und wo Ereignisse wie das St. Louis-Debakel nach Hurrikan "Katrina" Vermutungen einer derartigen "White Men Come First" - Regierung immer wieder aufs neue auflodern lassen.

SAVE THE LAST DANCE erscheint mir wie ein von ganz oben arrangierter Hetzfilm... oder besser: wie ein "Besänftigungs-Streifen"!
Dargestellt werden die beiden typischen "Schwarzen-Klischees":
- der brave, strebsame, fleißige junge Schwarze Marke "Theo Huxtable", der das Ziel hat, Arzt zu werden
- und der Ghetto-Gangster-Typ, der auf "Drive By"- Schießereien steht und am Ende eingelocht wird
SAVE THE LAST DANCE wirkt, als wolle er alle Farbigen anspornen, Leistung zu erbringen und Vertrauen in das Denken zu entwickeln, dass man, wenn man nur hart genug an sich arbeitet, alles erreichen könne.
Doch im Hintergrund sitzen die weißen Machthabenden, die Illuminaten, und lachen sich ins Fäusten, weil sie wissen, wie's in Wirklichkeit abläuft... Ne, Schmarn natürlich...

Aber dennoch:
Ist so ein Film wirklich notwendig? Erntet ein Schwarz/Weißes-Pärchen in den Staaten wirklich noch so viel empörtes Gaffen, wenn es über die Straße schlendert???
Ist die Koalition "Schwarz/Weiß" denn so eine Seltenheit dort drüben???
Fragen über Fragen, die sich vielleicht jetzt nur mir aufdrängen... Hoffentlich nerv' ich mit meinem Gedanken-Kauderwelsch jetzt keinen...

Egal! Aber auch unabhängig von dieser hier öffentlich zur Sprache gebrachten Rassen-Problematik, ist SAVE THE LAST DANCE eine Schmonzette, wie sie im Buche steht!
Alles trieft nur so vor Kitsch, Knutsch, Lechz und Schmacht! Aufgesetzte Lässigkeit und massig möchtegern-coole Posen im Video-Clip-Style dürfen nach §1 der Hoolywood'anischen Verfassung natürlich auch nicht fehlen.
Das beargwöhnte Liebespärchen schlägt erst alle "Was willst du denn mit der Schneeflocke!?"- Ratschläge in den Wind, kommt dann doch ins Grübeln, ob "Milch und Öl" einen guten Cocktail ergeben... und am Ende liegen sich beide natürlich in den Armen. Mehr 08/15 ist also kaum möglich...

Was ich bis jetzt verschwiegen habe: SAVE THE LAST ist mehr oder weniger auch ein Tanzfilm!
Sara ist begeisterte Ballet-Tänzerin, Derek schmoovt gerne zu HipHop ab (...diese Polarität schon wieder... Genial!!!).
Sara hat ihre Begabung aber nach dem Tod ihrer Mutter an den Nagel gehängt, bewirbt sich auf Dereks Zureden aber für ein Vortanzen, bei welchem ein Stipendium für ein Tanzhochschul-Studium winkt.
Es kommt wie's kommen muss: Sara tüftelt eine hochgeistige HipHop-Ballet-Choreographie aus, kriegt beim Vortanzen aber Bammel und Derek schreitet mit einem beherzten "Du schaffst es! Du bist dafür geboren, Sara!!!" ein und alles ist gut.

Um Gottes Willen! Ich merk' grad, wie viel ich über diesen unsäglichen Scheißdreck bereits verloren hab' und wie viel Zeit ich diesem Schmacht-Machwerk bereits gewidmet habe...
Daher mein Fazit:
08/15-Hollywood-Kitsch der übelsten Sorte!!! Ein bisschen scheinheilige Sozialkritik bzw. - belehrung wird auch geboten, die aber gewiss keinen KKK-Führer in einen "Malcolm X" umpolen wird. Einziger Augenschmaus ist die hübsche Julia Stiles, doch das war's auch definitiv an Blumen.
Kann man sich insgesamt also schon geben, wenn echt nix besseres läuft.
Der "AAARRGGHHH!!!!" - Faktor ist hier aber echt kolossal!!!

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