Recht realistisch gehaltene Mischung aus Teenie-Romanze und Tanzfilm mit guten Darstellern.
Die 17jährige Sara Johnson (Julia Stiles) kommt an sich aus einer Kleinstadt und tanzt für ihr Leben gern Ballett. Doch als ihre Mutter auf der Fahrt zu einem ihrer Vortanzen einen Unfall hat und stirbt, muss sie nicht nur zu ihrem Vater Roy (Terry Kinney) nach Chicago ziehen, sondern gibt auch das Ballett auf. Diese Vorgeschichte schildert „Save the Last Dance“ schön unaufdringlich in Rückblenden, als Sara im Zug nach Chicago sitzt.
Ihr Vater lebt an der South Side in einer ärmlichen Wohnung mitten in einem Schwarzenviertel. Sara hat starke Probleme in der Anfangszeit: Mit ihrem Vater versteht sie sich anfangs nicht, sie vermisst ihre Heimat und ist eine der wenigen Weißen an ihrer Schule, die ganz anders ist als ihre vorige. Ohne übertriebene Klischees und Überzeichungen schildert der Film Saras Probleme an der neuen Schule ohne zu langweilen.
Als sich Sara mit Chenille Reynolds (Kerry Washington) anfreundet, findet sie schließlich Anschluss zu ihren Klassenkameraden – darunter auch Chenilles Bruder Derek (Sean Patrick Thomas). Dieser bringt ihr bei, sich cool zu verhalten und zu Hip Hop zu tanzen und so langsam vergucken sich die beiden ineinander...
Sehr löblich ist der Grad an Realismus in „Save the Last Dance“ und das Vermeiden übler Klischees. Sicherlich geht es nicht ganz ohne Standards des Genres (kriminelle Ghetto-Freunde usw.) und zum Ende hin wird der Film zu einer üblichen „Glaube an deine Träume“-Story, doch dies ist nicht aufdringlich und geht so als genre-relevant durch ohne anzuöden. Auch einige Themen wie z.B. das Ansehen einer schwarz-weißen Beziehung selbst in unserer modernen Zeit sind wirklich interessant angeschnitten worden.
Die Story hat keine großen Längen und unterhält durch sympathische Figuren und einen ordentlichen Funken Romantik. Zwar fehlt dem Film zum großen Genrehighlight einfach das gewisse Etwas und eine Portion Innovation, doch unterhaltsames Entertainment der ruhigen Sorte bietet „Save the Last Dance“ dennoch.
Die Tanzszenen sind hip und cool inszeniert, was vor allem Regisseur Thomas Carter zu verdanken ist. Vor allem das recht dramatische Finale mit drei parallel verlaufenden Handlungen hat er sehr schön zusammengestellt und wechselt im flotten Rhythmus zwischen den Figuren. Einzig offensichtlich ist die Tatsache, dass Julia Stiles diverse komplizierte Figuren nicht tanzt, da hier das Gesicht der Tänzerin immer geschickt verborgen wird.
Die Darsteller spielen auch gutem Popcornniveau und können eigentlich allesamt überzeugen. Vor allem Julia Stiles und Sean Patrick Thomas können den Film mit ihrer Leistung tragen, aber auch die Nebendarsteller wie z.B. der sehr gute Terry Kinney brauchen sich nicht zu verstecken.
Unterhaltsame Lovestory mit flotter Musik, die das Genre zwar nicht neu erfindet, aber gutes Entertainment bietet.