Ryan Phillippe spielt einen jungen Programmierer, der von einem Softwaregiganten, gespielt von Tim Robbins, verpflichtet wird. Als sein bester Freund jedoch eine revolutionäre Software entwickelt und ermordet wird, findet Phillippe immer mehr Hinweise dafür, dass sein Chef, der sein Monopol schützen wollte, für den Tod verantwortlich ist. Phillippe sucht immer weiter nach Hinweisen, muss aber schnell feststellen, dass er selbst überwacht wird.
Die Grundidee um einen Softwaregiganten, der alles, was sein Monopol gefährden könnte, aus dem Weg räumt und sich lediglich bei den Ideen anderer bedient ist zunächst einmal nicht schlecht, kaum verbraucht und vor allem, wenn man mal an Bill Gates und Microsoft denkt, gar nicht mal so weit hergeholt, zumal es einige dreiste Anspielungen auf den Milliardär gibt. Regisseur Peter Howitt holt einiges aus der Idee heraus und kreiert so einen rundum unterhaltsamen Thriller, der eigentlich nicht sonderlich viel vermissen lässt.
Die Charakterkonstruktion ist solide geworden, der innere Konflikt der Hauptfigur zwischen seinem Job und toten Freund ist ordentlich dargestellt, genauso wie seine einsame Situation, in der er niemanden trauen kann, da im Prinzip jeder ein Spitzel seines Chefs sein könnte. Die Handlung ist ganz gut, hat die eine oder andere geschickte und unvorhersehbare Wendung, auch wenn sie alles in allem in festen Handlungsbahnen des Genres bleibt. Vor allem die finale Überraschung kann dabei zünden. Stellenweise ist der Film dann vielleicht ein bisschen zu technisch und nervt mit Dialogen, die eigentlich nur für firme Informatiker verständlich sind, wobei man der Handlung an sich natürlich auch als Laie folgen kann.
Peter Howitt lässt sich anfangs relativ viel Zeit, beginnt dann aber ziemlich schnell, Spannung aufzubauen und beschleunigt den Film mit schneller Spannungsmusik und einem zunehmend schneller werdenden Schnitt bis zum Ende hin immer weiter und erreicht damit einen, für das Genre typischen, aber durchaus ordentlichen Spannungsbogen, der gelungene Unterhaltung garantiert. Die Atmosphäre ist dabei meist gespannt, da Phillippe mehr oder weniger auf sich allein gestellt ist und im Prinzip niemandem trauen kann. Nach dem ordentlichen Liebesdrama "Sie liebt ihn - sie liebt ihn nicht" zeigt Howitt also auch im Thriller-Genre, dass er durchaus Talent hat, genauso wie später in "Johnny English" bei einer Komödie.
Bei Ryan Phillippe ist das Talent bekanntermaßen eng gesät, was er beispielsweise in "Studio 54" unter Beweis stellte und auch hier, in "Startup" spielt er solide aber nicht atemberaubend. Da das Tempo so hoch ist und den Darstellern sowieso kaum Raum in dem schnellen Hightech-Thriller bleibt, stört dies hier aber nicht weiter. Oscar-Preisträger Tim Robbins ist gewohnt gut und spielt den Software-Primus hervorragend und sehr undurchsichtig. Claire Forlani spielt ebenfalls sehr undurchsichtig und trägt somit zum überraschenden Finale bei, genauso wie Rachael Leigh Cook, die ebenfalls überzeugen kann.
Fazit:
Mit einem soliden Cast, einer gelungenen Inszenierung und einem ordentlichen Spannungsbogen mit überraschendem Finale ist "Startup" ein durchaus gelungener Hightech-Thriller, der bestens unterhalten kann, auch wenn er meist innerhalb der altbekannten Handlungsbahnen des Genres bleibt.
70%