Spiderman hat, offensichtlich gelangweilt vom Superheldendasein, einen ganzen Haufen übler Gangster um sich versammelt und sich dem Verbrechen verschrieben. Bei der Terrorisierung der Bevölkerung schreckt er sogar vor Mord nicht zurück! Die Regierung beschließt also, sich dies nicht mehr länger bieten zu lassen und bittet Captain America und den Wrestler Santo um Hilfe. Alles mitten in Istanbul...Diese Geschichte hört sich eher so an, als stamme sie aus einem beliebigen Kinderzimmer. Weit gefehlt: Sie stammt von einem türkischen Drehbuchautor und heißt "3 Dev Adam". Und wie es bei türkischen Filmen dieser Art eben so ist, ist nicht nur die Story haarsträubend, sondern auch der gesamte Rest: Darsteller, Kamera, Kostüme (Spiderman´s Augenbrauen quellen erbarmungslos aus den Sehlöchern), Dialoge und Kampfszenen (vor allem die!) sind ausnahmslos blanker Unsinn. Warum man hier dachte, einen ernstzunehmenden Film gemacht zu haben, kann sicher keiner der Macher beantworten.
Hinzu kommen noch allerhand unwahrscheinlich dämliche Ideen, ebenso dämlich in Szene gesetzt:
Captain America´s Anzug ist in der Lage, Patronen abzuwehren, ungeachtet der Tatsache, dass dieser hauchdünn und hauteng ist.Spiderman´s Spezialität liegt im Verrichten skurriler Morde und Bestrafungen, beispielsweise mit einem Außenbordmotor oder augenfressenden Mäusen.
Immer wenn einer der beiden Helden meint, Spiderman erledigt zu haben, stellt sich heraus, dass dieser nur ein kostümiertes Double war. Dies merken unsere Helden, die übrigens mit ihrem Whiskey- und Zigarettenkonsum jegliche Vorbildfunktion auf der Strecke lassen, auch dann nicht, wenn sie beide in der gleichen Wohnung mit je einem Spiderman kämpfen. Der Echte (oder ein weiteres Double) springt dann mit beschäuert-dreckiger Lache irgendwo hervor und weiter geht´s.Bei einer Sexszene hat die weibliche Akteurin auf einmal eine Halluzination mit Kasperlepuppen.
Die Liste könnte man endlos fortführen. Zwischendrin streut man noch Softerotik und geklaute Filmmusik, oft auch komplett unpassend, mit ein. Kurz gesagt: Nichts, aber auch gar nichts ist hier ernst zu nehmen.Letztendlich hat man hier, mit den passenden subjektiven Voraussetzungen, einen gnadenlos schlechten, aber deshalb auch unterhaltsamen Trashfilm, der sich leider oft in die Länge zieht. Ein Film der eigentlich nur einen von zehn Punkten verdient hätte, aber einfach einen wunderbaren Unterhaltungswert hat. Also 6/10.