Was Michael Herbig mit seinem „Schuh des Manitu“ gelang geht Oliver Kalkofe und Tobias Baumann mit dem „Wixxer“ völlig daneben. Die deutschen Karl-May-Filme der 60er Jahre waren pathetisch-biedere Abenteuerfilme, für ein jugendliches Kinopublikum handwerklich solide und meist liebevoll in Szene gesetzt, aber natürlich bar jeder Selbstironie und mit eindimensionalen Helden bestückt. Da bot sich eine adäquate Parodie geradezu an.
Die zur gleichen Zeit produzierten Wallace-Streifen, die sich eher an ein erwachsenes Publikum richteten, entwickelten schon recht bald ein selbstparodistisches Element.
Dies äußerte sich vornehmlich in den immer abwechslungsreichen Mordmethoden, den interessanten Schurkengestalten und in erster Linie dem komödiantischen Spiel von Siegfried Schürenberg (später auch Hubert von Meyerinck) als verkalkter Scotland-Yard-Chef, Eddi Arent, als trotteliger Kriminalassistent, und auch Klaus Kinski als völlig überdrehter Psychopath.
Im „Wixxer“ versuchen dann Wolfgang Völz in der Schürenberg- und Bastian Pastewka in der Arent-Rolle, etwas zu parodieren, was von vornherein bereits parodistisch angelegt war. Das kann nur schief gehen. Da könnte man auch Ottfried Fischer und Wigald Boning Stan und Ollie nachspielen lassen.
Oliver Kalkofe, der in seinen Kurzauftritten in „Kalkofes Mattscheibe“ durchaus Spaß macht, ist über eine ganze Spielfilmlänge nur schwer zu ertragen. Sein von ihm dargestellter Chief Inspector Even Longer, hat dazu auch gar nichts mit dem typischen Wallace-Bullen a la Heinz Drache oder Blacky Fuchsberger zu tun, sondern orientiert sich an den versoffenen Cops amerikanischer (Film)Tradition. Dazu gibt es noch den gnadenlos fehlbesetzten Thomas Fritsch, der nahezu ein Vierteljahrhundert von der Leinwand verschwunden war (und das nicht ohne Grund) und den chronisch untalentierten Oliver Welke, der auch am Drehbuch mit dilettieren durfte.
Wenn dann noch Olli Dittrich und Anke Engelke (die können witzig sein, ich weiß es) als dumpfe Ossis durch die Gegend stolpern, ist der Käse endgültig gegessen.
Die wenigen gelungenen Gags des Films lassen sich an einer Tischlerhand abzählen und viele Kalauer werden so oft wiederholt, bis ihnen endgültig der Witz ausgetrieben wurde.
Kalkofe, Baumann und Welke schielen nach den gekonnten Genre-Parodien des Zucker/Abraham-Teams, kommen aber selbst nicht über das Niveau von „7-Tage-7-Köpfe“ hinaus. Strunzlangweiliges Comedy-Einerlei eben, wie man es seit Jahr und Tag schon auf RTL und anderswo serviert bekommt.
In die lange und zumeist trostlose Geschichte der deutschen Filmkomödie hat sich wieder mal ein Prachtexemplar eingereiht.