Oliver Kalkofe zählt für mich zu einen der besten deutschen Komiker. Kalkofe packt die Medienlandschaft genau da an, wo es weh tut, ferner hat er es nicht nötig, Leute auf einem Niveau eines Stefan Raab zu beleidigen. Für mich ist ein Komiker eh am Ende, wenn er selbst über seine eigenen Witze mehr lacht als die Zuschauer. Nun liefern Kalkofe, Bastian Pastewka und Oliver Welke eine herrliche Komödie ab, die besonders die Wallace Filme auf die Schippe nehmen.
Der Mönch mit der Peitsche ist tot. Umgebracht wurde er von einem neuen Superschurken, dem Wixxer. Kommissar Even Longer (Oliver Kalkofe) wird auf den Fall angesetzt. Longer ist nur nochein Trümmerhaufen, nachdem er glaubt, den Tod seines Partner verantwortet zu haben. Er bekommt einen neuen Kollegen zugeteilt, Very Long (Bastian Pastewka). Beide sind sich nicht grün (eigentlich mag Even Very nur nicht), doch beide müssen sich zusammenraufen und reisen zu dem Ort, an dem der Mönch getötet wurde, Blackwhite Castle.
Der skurrile Schlossherr, der Earl of Cockwood, ist keine wirkliche Hilfe und scheint mehr zu wissen, als er vorgibt. Unterdessen treibt der Wixxer sein mörderisches Spiel weiter...
Zugegeben, ein wenig Ahnung sollte man von den Wallace Filmen schon haben, um wirklich alle Gags mitzubekommen. Namen wie „Der Mönch mit der Peitsche“ oder „Der Frosch mit der Maske“ sollten jedem ein Begriff sein und eben diese Personen werden hier gnadenlos durch den Kakao gezogen. Allein „Der Frosch mit der Maske“ ist schon wirklich sehenswert.
Oliver Kalkofe ist berühmt für seine frühere Sendung „Kalkofes Mattscheibe“, in denen er gnadenlos das deutsche Fernsehen veralberte, indem er gewisse Szenen kommentiert oder einfach verkleidet die Szene übernahm. Selten habe ich so gelacht wie bei Kalkofes Mattscheibe. Doch Kalkofe war ebenso bekannt im Radio und mit seinem Kollegen Oliver Welke schuf er nun seinen ersten Kinofilm, in dem vor allem das Wallace-Genre dran glauben muss. Der Name Blackwhite Castle hat natürlich einen Grund, denn in einem gewissen Umkreis ist hier wirklich alles schwarz weiß. Die Figur des Wixxers ist natürlich dem Hexer nachempfunden.
Deutschland kann nicht wirklich mit großen Stars aufwarten, doch was sich hier tummelt, ist wirklich alle Ehre wert. Bastian Pastewka, Olli Dittrich, Anke Engelke, Christoph Maria Herbst, Thomas Fritsch, Wolfgang Völz etc. etc. Hier werden keine Klischees ausgelassen. Dittrich und Engelke sind ein Paar aus dem Osten Deutschlands und die einzigen Zeugen des Mordes an dem Mönch. Allzu clever werden sie natürlich nicht dargestellt.
Neben den Hauptdarstellern gibt es aber einen heimlichen Star im Film, Christoph Maria Herbst. Herbst spielt die Rolle des Dieners Alfons Hatler im Schloss Blackwhite Castle. Beim Namen sollte alles klar sein und so ist es auch. Herbst liefert eine grandiose Parodie ab und ist für mich der beste Darsteller im gesamten Film. Ob er sich als Führer im Schloss anbieten will, seine eigenwillige Morgengymnastik, diese Gags zünden immer und sind das beste am Film. Ebenfalls recht witzig sind die Momente des indischen Rosenverkäufers (Wolle Rose kaufen? Ha ha...), natürlich dargestellt von Bastian Pastewka. Diese sollte spiele er oft in der „Wochenshow“.
Bei „Der Wixxer“ liegt man nicht am Boden und rollt sich rum, so sind die Gags meiner Meinung nach nicht aufgebaut. Hier zählen mehr die Feinheiten. Die Namen der Protagonisten, Situationskomik, aber immer hat man ein Grinsen auf den Lippen. Klischees werden ebenso bedient und ab und zu darf man mal wirklich drauflos lachen.
Fazit: „Der Wixxer“ ist eine feine Komödie aus Deutschland, viel zu lachen hat man hier zur Zeit ja eh nicht, deswegen macht ein Film wie dieser umso mehr Spaß. Dazu ist der Film nicht zu lang, er geht gerade mal knappe 80 Minuten und die Lauflänge ist vollkommen in Ordnung. Wer deutsche Komödien mag, wird bestens bedient.