Review

Mir ist ein Spruch bekannt, wonach die Hölle ein Ort ist, wo die Italiener organisieren, die Engländer kochen und die Deutschen für die Unterhaltung zuständig sind. "Der Wixxer" bestätigt diesen Eindruck, zumindest was Humor made in Germany  betrifft...

Warum der Streifen als Persiflage auf Edgar Wallace Filme nicht gerade als gelungen zu bezeichnen ist, darauf wurde in anderen ofdb-Reviews bereits verwiesen. Dem ist wenig hinzuzufügen. Damit wäre die Intention, welche der Film behauptet und mit der er auch konsequent beworben wurde eindeutig verfehlt. Bliebe zur Ehrenrettung noch die Möglichkeit, dass im Ergebnis dennoch ein witziger Komödienbeitrag hätte entstanden sein können. Hierfür gilt jedoch leider: Humor ist vielleicht Geschmacksache, aber Niveau ist keine Hautcreme...

Was hier an Blödsinn, (pseudo-)Slapstick (besser: Gehampel) und abgedroschenen Kalauern geboten wird, das geht wirklich auf keine Kuhhaut. Somit ist die Gagfülle zwar dichter noch als etwa in einer typischen Abrahams / Zucker Comedy, doch leider liegt der Durchschnittswert der Gags, die das Potential zum Zünden haben, dabei unterhalb der Nachweisgrenze. "Der Wixxer" hat auf mich den Eindruck einer Gag-Wiederaufbereitungsanlage gemacht. Nur wird ein Witz eben selten besser, je öfters man ihn erzählt.
 
Hier wird Mr. Bean nachgeäfft, da probiert man Stan & Laurel zu imitieren, Loriot läßt ebenfalls grüßen und garniert wird das Ganze mit reichlich Nonsens á la Abrahams & Zucker. Problematisch nur, dass dabei der Witz und die Originalität der Vorbilder niemals erreicht wird. Da helfen auch sprechende Namen wie "Even Longer" oder "Drycunt" nicht, die platterweise lediglich auf Fäkalsprache oder sexuelle Anspielungen verweisen und denen der oft doppeldeutige Sinn und somit eigentliche Wortwitz entsprechender Beispiele aus z.B. den Komödien von Abrahams & Zucker völlig abgeht. 
 
Das beteiligte Ensemble hatte wohl merklich eine Mordsgaudi bei der ganzen Geschichte und müht sich entsprechend den Möglichkeiten auch redlich, was dem Film jedoch nicht genützt hat. Schließlich ist Humor bekanntermaßen eine durchaus ernste Angelegenheit und hat auch etwas mit einer gewissen Verantwortung des Künstlers gegenüber der Sache und dem Publikum zu tun. Was soll man aber von einer Persiflage halten, die sich weder selbst ernst nimmt, noch Respekt vor den Inhalten zeigt, die sie mit den Stilmitteln der Übertreibung und Überzeichnung vorgibt zu verspotten? Hier wird scheinbar einfach alles durch den Fleischwolf gedreht, über das die Beteiligten irgendeinmal lachen konnten. Im Ergebnis bedeutet dies, dass man sich von jedem Anspruch verabschiedet und die Unterhaltung sich auf dem albernen Niveau von infantilem Klamauk abspielt. Eigenständigen Stil hat das jedenfalls nicht, nicht einmal schlechten.

Wäre alles nicht schlimm, schließlich ist es nicht verboten, schlechte Filme, oder eben schlechte Persiflagen zu drehen. Als bedenklicher empfinde ich dagegen den Erfolg, welcher "Der Wixxer" beim Publikum dennoch einfahren konnte.  Die geistige Herausforderung, die diese Art von Humor stellt, liegt keinen Deut über dem Anspruch der Schenkelklopfer trivialster TV-Comedy Formate. Nun ja, heutzutage ist scheinbar so manches salonfähig geworden, was früher noch Zielscheibe satirischen Spottes gewesen wäre. Hängt vielleicht auch damit zusammen, dass in diesen Tagen so manches prominente "Vorbild" mit der eigenen Ignoranz lieber kokettiert, anstatt sich schambewußt ob der eigenen Einfältigkeit unter irgendeinem Stein zu verkriechen.

Schlechterdings konnte man anno 2004 nur befürchten, dass der Tiefpunkt deutscher Comedy mit "Der Wixxer" noch längst nicht erreicht war. Drei Jahre später ist diese Vorahnung leider in unerwartetem Ausmaß zur traurigen Gewissheit geworden.

3 / 10 Punkten.

Details
Ähnliche Filme