Review

Gute deutsche Komödien sind ja seit einigen Jahrzehnten rar geworden, jedenfalls für meinen Geschmack. Bei der Ankündigung vom „Wixxer" war ich schon gespannt, was auf den geneigten Kinogänger zukommt: Erstens ist es schon lustig genug, wenn Kinder an der Kinokasse „Zwei mal Wixxer bitte" quaken, zweitens bin ich seit Jahren großer Kalkofe-Fan, besonders seine früheren Premiere-„Mattscheiben" sind nicht nur für mich Kult geworden, ganz im Gegensatz zu den späteren Folgen auf einem anderen Sender, der uns neuerdings mit „FunnyMovies" und ähnlichem Dreck überschüttet. Kalkofe als Produzent, Drehbuchautor und Hauptdarsteller, konnte ja kaum schief gehen. Dazu noch Bastian Pastewka an seiner Seite, der mit seiner gleichnamigen Serie eigentlich auch noch zur besseren Comedy hierzulande einzustufen ist.

Mein Gesamturteil fällt eher ernüchternd aus. Sicher, Kalkofe hatte das Projekt über einen längeren Zeitraum geplant. Den Wixxer als Figur gab's ja schließlich auch schon im „Frühstyxradio", aber daran kann es wohl nicht liegen, dass bei den meisten Witzen das Haltbarkeitsdatum schon längst überschritten ist. Dies ist das Hauptmanko des Filmes und macht auch die ansonsten erstaunlich gelungene Atmosphäre des Filmes kaputt. Die Kulissen - teilweise schwarzweiß gehalten - sind schön anzusehen und versprühen durchaus Wallace-Charme, doch das reicht bei weitem nicht, den Zuschauer bei Laune zu halten. Insbesondere die unausgewogene Besetzungsriege sind ein Ärgernis (Engelke und Dittrich als unterbelichtete Ossis - einfach nur peinlich), auch Oliver Welke in der Rolle eines Gerichtsmediziners merkt man an, das er das Schauspielern nicht gewohnt ist (wahrscheinlich hat er als Kumpel von Kalkofe den Job bekommen). Aber auch der Meister selbst agiert ziemlich steif, irgendwie ist Kalkofe meilenweit von seiner „Mattscheiben"-Form entfernt.

Die wenigen Promiauftritte (Jauch, Mentzel, No Angels) sind nur von kurzer Dauer und werten den Film auch nicht über Gebühr auf, dass schafft aber wenigstens noch Christoph Maria „Stromberg" Herbst mit seiner Hitler-Parodie, die für den Fortlauf der dünnen Story aber auch nicht relevant genug ist, um darüber noch weitere Worte zu verlieren. Die Auflösung um den Wixxer ist es hingegen schon wert, den Film bis zum Schluss zu verfolgen, denn eine Überraschung hat man sich dann doch noch aufgehoben.

Fazit: Dafür, das der Film fast 5 Mio. gekostet hat, muss man schon fast von einer Enttäuschung sprechen. „Der Wixxer" ist ein Film mit zu vielen Hängern zwischendurch, gute Witze gibt's zwar auch, nur eben zu selten. Und „Matrix"- und „E.T."-Parodien sind schon lange nicht mehr lustig. Oliver Kalkofe sollte sich lieber wieder auf das konzentrieren, was er am besten kann, also nicht schauspielern.

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