Da ist sie also, die zweite große Filmparodie aus deutschen Landen nach dem "Schuh" von Michael Herbig, für die eine ganze Riege von deutschen Komikern eingespannt wurde. Lachkrämpfe also schon vorprogrammiert?
Die Story ist schnell erzählt und dient eigentlich nur als sehr dünne Hülle, die eine Aneinanderreihung von Gags grob zusammenhalten soll. Der Wixxer killt in London einen Bösewicht nach dem anderen, um sich als neuer König der Unterwelt hervorzutun. Chief-Inspektor Even Longer (Oliver Kalkofe) soll mit Kollege Very Long (Bastian) Pastewka dem Treiben ein Ende bereiten, wobei Longer noch eine Rechnung mit dem Wixxer offen hat, da dieser für den Tod seines Ex-Kollegen verantwortlich ist.
Diesmal haben sich Oliver "Mattscheibe" Kalkofe und Oliver "ran" Welke an einem Filmparodie-Rundumschlag versucht, dessen Hauptaugenmerk auf die alten schwarz-weiß Edgar Wallace-Verfilmungen gerichtet ist, der allerdings auch teilweise sehr zwanghaft große Hollywood-Produktionen wie E.T. oder Matrix durch den Kakao zu ziehen versucht. Leider lassen Kalkofe und Welke hierbei jegliche Form von Ideenreichtum vermissen und bedienen sich lediglich bereits tausendfach kopierter Parodien der genannten Titel (über Slow-Motion-Veräppelungen kann man heute nun wirklich nicht mehr lachen).
Ähnlich wenig Innovatives wird uns auch im Rest des Filmes geboten - es ist zum Teil wirklich erschreckend, welch ausgelutschten Humor uns die deutsche Comedy-Elite hier präsentiert.
Der einzig witzige Moment von Kalkofe ist, als er das erste mal wie hypnotisiert im Scotland Yard-Büro sagt: "Der Wixxer!", während eine Flasche in seiner Hand zerspringt.
Lars Rudolph macht in dem Film zusammen mit dem als Hitler-Verschnitt agierenden Butler (Christoph Maria Herbst) die beste Figur als lebende Klaus Kinski-Karikatur. Einer der komischsten Momente im Film gehört ihm, als er in einer Kneipe beim Monopoly-Spielen einen original Kinski-Wutanfall bekommt ("Schon wieder die Schlossallee! Wie soll ich denn das bezahlen? Ihr seid alle wahnsinnig!!!") - zum Schreien!
Ansonsten hinterlässt der Film einen recht platten Eindruck. Olli Dietrich spielt absolut unter seinem Niveau (und dann auch noch mit "achso komischem" Sachsendialekt - also bitte!). Kalkofe ist einfach total unlustig und wirkt wie ein Möchtegern-Komiker aus der StarSearch-Schmiede und über die Schauspiel- , sowie Comedianleistung von Anke Engelke sei der Mantel des Schweigens gelegt. Einzig Pastewka spielt auf annehmbaren Niveau und bringt mit seinem Jojo-Ding als Einziger sogar noch etwas Neues hinzu.
Für mich ist "Der Wixxer" damit kein wirklich schlechter Film, aber eine herbe Enttäuschung, bei der ich deutlich weniger zu Lachen hatte als erhofft.
Den "Schuh des Manitu" erreicht diese Komödie nicht im Geringsten.