Review

Jean-Jacques Annaud hat uns vor einigen Jahren recht erfolgreich seinen Bären aufgebunden und versucht sich nun mit „Zwei Brüder“erneut an einem Tierabenteuer,dass bei mir einen zwiespältigen Eindruck hinterlässt.

Erzählt wird die Geschichte der Tigerbabys Kumal und Sangha,die getrennt und verkauft werden.Während Kumal im Zirkus landet,kommt Sangha zum Sohn eines Distriktverwalters.Ein Jahr später treffen beide wieder aufeinander – in einer Arena,wo sie gegeneinander kämpfen sollen…

Eine äußerst dünne Story umgibt die niedlichen Hauptdarsteller(Nein,nicht Guy Pierce!),die größtenteils einfach nur belanglos und öde ist.
Pierce gibt sich sichtlich Mühe im Umgang mit dem Tigerbaby(was ihm hoch anzurechnen ist),doch aus seiner Figur hätte man wesentlich mehr Tiefe herausholen können,der Wandel vom skrupellosen Jäger zum Tierfreund bleibt viel zu sehr an der Oberfläche.

Auch handwerklich muß man deutliche Abstriche machen.Zwar fängt die Kamera ein paar wunderschöne Aufnahmen der Tiere ein,doch zuweilen zoomt sie viel zu nah heran und kann auf der anderen Seite kaum den schnellen Bewegungen der Tiere folgen,so dass dem Zuschauer die Augen brennen.

Was den Streifen für mich so zwiespältig macht,ist auf der einen Seite die überdeutliche und noble Botschaft,sich um die vor dem Aussterben bedrohte Tierart zu sorgen und ihnen Respekt entgegen zu bringen.(Nochmal verdeutlicht durch die Credits am Ende)
Auf der anderen Seite dreht sich mir bei einigen Szenen der Magen um,denn enge Käfige,das Zerren an einer Kette und das Herunterfallen einer Treppe mitsamt einem kleinen Stuhl kann nicht im Sinne der Tiere sein.So schön es zu Beginn ist,den knuffigen Vierbeinern beim Spielen zuzusehen – durch diese Szenen wurde der zunächst positive Eindruck derbe geschmälert.

Eine sicherlich gut gemeinte Botschaft ist nicht genug für einen überzeugenden Spielfilm,ich hätte die Tiger lieber in anderen Situationen gesehen.Schade.
4 von 10 Punkten

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