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Nachdem sich Renny Harlin seine Sporen in Teil 4 verdienen konnte, war für den fünften Teil des Horror-Franchises mit Stephen Hopkins („Predator 2“, „Lost in Space“) erneut ein talentierter Regie-Newcomer am Werk. „Nightmare On Elm Street” ist eine gute Spielwiese, um sich als junger Regisseur austoben zu können. Gerade die immer präsente Traumthematik liefert viele Freiheiten, die den Regisseuren viel Platz zur Entfaltung lassen. Zwar waren die Filme nur mit verhältnismäßig kleinen Budgets ausgestattet, doch erfahrene Special Effects-Macher standen ihnen dabei zur Seite und ermöglichten das eine oder andere optische Schmankerl.

So auch hier. Einige bemerkenswerte Szenen brennen sich in das Gedächtnis des „Nightmare“-Fans. Da wäre zum Einen die Verschmelzung in ein Motorrad, die ein bedauernswertes Opfer erleben muß. Zum Anderen findet die Comicthematik auf ein eindrucksvolle Art und Weise den Weg in „Nightmare On Elm Street 5”. Dies gipfelt in dem Zweikampf zwischen einem erdachten Comichelden und einer Comicversion von Freddy. Der Schwerpunkt liegt allerdings auf einer „Kinderidee“: Kruegers Nachwuchs ist zu sehen. Dieser wird mittels animatronischen Puppen dargestellt. Eine nette Szene in der Gebärmutter der Heldin ist auch als sehr gelungen zu bezeichnen. Alles ohne CGI-Effekte. Damals Low Budget, heute wohl kaum noch zu bezahlen, sehen die Effekte verdammt gut aus. Es steht zu befürchten, dass die Effektzauberer (Handwerker klingt zu despektierlich, obwohl es den Kern besser trifft) über kurz oder lang aussterben. Die Zukunft liegt ganz klar in den computergenerierten Effekten, die einiges von dem Charme vermissen lassen, der hier versprüht wird. Der Star des Films ist also, neben Freddy natürlich, die handgemachte Optik, die sich in vielen fantasievollen Sequenzen ausdrückt.

Englund ist natürlich mit von der Partie. Er spielt seinen Freddy immer noch schön diabolisch. Einen anderen Darsteller unter der Maske würden die Fans wohl auch nicht mehr akzeptieren. Das ist natürlich eine der großen Besonderheiten dieser Horror-Serie. Bei „Freitag, der 13.“ Oder „Halloween“ sieht die Sache natürlich ganz anders aus. Nicht umsonst ist Freddy der charismatischste Oberschurke der Filmgeschichte. Die Hauptrolle auf der guten Seite des Films spielt Lisa Wilcox, die schon Teil 4 überlebt hatte und diesmal die Mutterrolle für Krueger übernehmen muß. Sie macht ihre Sache auch ganz gut. So ist es verwunderlich, dass ihre Karriere einen so bescheidenen Verlauf genommen hat. Die bemerkenswerteste Produktion ist da noch „Watchers 4“ mit Mark Hamill. Darauf würde man beim Schauen von „Nightmare on Elm Street 5“ wohl kaum kommen. Die anderen Darsteller sind Staffage. Meist junge Teenager, die schon zu Beginn des Films den Stempel „Opfer“ auf der Stirn tragen.

Sooo viele Opfer gibt es in dem Film aber gar nicht, was auch einer der Kritikpunkte des eingefahrenen „Elm Street“-Publikums war. Der Body Count ist recht niedrig und auch die Todesarten zwar schön fantasievoll, doch recht unblutig. Der geneigte Fan möchte schon sehen, was scharfe Klingen einem menschlichen Körper so antun können. Das ist hier Mangelware. Auch die Inszenierung ist zwar in den Traumsequenzen schön schwelgerisch und erschafft skurrile Bildwelten, ist aber umso konventioneller außerhalb dieser. Die Story ist zudem keiner Rede wert. Zwar bekommt man einige Hintergrundinformationen zum Lieblingspizzagesicht der Horrorfans, doch der gesamte Rest der Story dümpelt so vor sich hin. Auch die Baby-Idee hat man in anderen Horrorfilmen schon besser umgesetzt gesehen. Und Angst macht Freddy sowieso nicht mehr. Dass in dem Film aber auch Freddies humorigen Auftritte zurückgeschraubt wurden, trübt das Bild schon etwas.

Alles in allem ist der Film durchwachsen. Auf der Habenseite stehen die schönen Effekte, mal wieder Englund, Lisa Wilcox und die neuen Hintergrundinfos zu Freddy. Auf der Sollseite machen es sich die unoriginelle Story und die blaßen restlichen Schauspieler gemütlich. Keine Enttäuschung und für Fans der Reihe durchaus sehenswert.

Fazit:

5 / 10

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