Review

Alice - die Heldin aus Teil 4 - muß in einem Alptraum mitansehen, wie Freddy Krueger zu neuem Leben erwacht. Als erstes schnappt er sich ihren Freund Dan. Als sie erfährt, daß sie schwanger ist und ihrem eigenen Sohn Jakob in ihren Träumen begegnet, weiß sie, daß Krueger Besitz von Jakob ergreifen will...
Freddy Krueger - Klappe, die Fünfte! Auch Stephen Hopkins gelingt es nicht, das ohnehin schon sehr abgenutzte Thema über den brutalen Kindermörder aufzufrischen oder mit wirklich neuen Ideen zu versehen. Zwar bemüht sich sein Horrorfilm wenigstens um eine halbwegs vernünftige und komplexere Rahmenhandlung und schlägt den in der Hinsicht völlig einfallslosen Vorgänger klar, aber die Handlung selbst bleibt haarsträubend genug. Überraschende Wendungen sind auch hier nicht erkennbar. Das typische Happy End bleibt vorhersehbar, weil der Zuschauer dies ausgiebig bereits in den vorherigen Fortsetzungen begutachten durfte - und ein leichter Zweifel ob des endgültigen Todes von Krueger bleibt im Schlußbild bestehen.
Etwas lächerlich ist die Tatsache, daß Alice ein richtiger Schlaumeier ist und jedes Mal genau weiß, was zu tun ist. Wenn etwa ihr Freund einschläft und sie ihn daraufhin auf einem Blatt Papier vor einem schauerlichen Anwesen erblickt, weiß sie sofort Rat: "Ich zeichne mich einfach mal kurzerhand mit auf das Blatt Papier und - schwups - schon bin ich selbst an dem finsteren Ort und kann meinem Freund das Leben retten." "Freddy 5" erreicht manchmal auch die Grenze der unfreiwilligen Komik, etwa wenn Amanda Krueger, die Mutter von Krueger, in den Träumen in Hieroglyphen zu Alice spricht.
War der vierte "Freddy"-Film bereits komödiantisch angehaucht, so hebt dieser Film den Bösewicht vollends zur Comicfigur empor. Der ursprüngliche Schrecken, der noch in den ersten beiden Teilen von Krueger ausging, ist gänzlich abhanden gekommen. Er darf vielmehr Kostproben seines ausgeprägten schwarzen Humors abschießen. Diese Sprüche sind durchaus witzig, doch ich kann mich nicht so recht mit dem neuen Stil der Schreckensfigur anfreunden.
Das Original von Wes Craven - "Nightmare - Mörderische Träume" (1984) - wird auch nicht von den schauspielerischen Darbietungen der Jungschauspieler überboten. Im Gegenteil: Lisa Wilcox (schon im vierten Teil die Hauptdarstellerin) ist einfach keine Heather Langenkamp und ihr Filmfreund Danny Hassel nicht Johnny Depp. Kein einziger der Schauspieler kann überzeugen - alle bleiben entsetzlich blaß und absolut nichtssagend, so daß man sich nicht wundern muß, daß man von keinem Darsteller jemals wieder etwas gehört hat.
Auch beim fünften Teil fehlte mir einfach der richtige Pep oder ein triftiger Grund, den Film erwartungsfroh anzusehen. Ich wurde bestätigt.
"Nightmare 5" besitzt zu viele Längen, um wirklich fesseln zu können. Sorgten im vierten Teil wenigstens viele kreative Traummorde für ausreichend Unterhaltung, so sind es hier nur deren drei - die sich dennoch allesamt sehen lassen können, vor allem die Comic-Szene - und das reicht einfach nicht aus für ein gelungenes Machwerk.
Die Spannung wird zugunsten des Humors, der langsam die Überhand gewinnt - im sechsten Teil noch ausgeprägter -, verschenkt. Freddys Ableben ist zwar wie immer einfallsreich und plausibler als das Ende des vierten Teils, aber längst nicht mehr spannend, sondern nur noch tricktechnisch beeindruckend.
Wie immer überdurchschnittlich gut sind also die Spezialeffekte, die Cravens Klassiker in nichts nachstehen. Sie kommen - wie schon in den drei vorigen Fortsetzungen - viel mehr zur Geltung, was dem Film sehr guttut. Nicht auszudenken, wenn es auch noch daran mangeln würde, auch wenn die ein oder andere Ekelszene zu sehr ausgespielt wird. So hatte ich zumindest eine weitgehend unterhaltsame Nacht.
Weil dieser Teil nicht einen solchen Erfolg hatte wie angenommen, machte "Freddy" seine mehr als wohlverdiente kurze Pause, die auch dringend vonnöten war. Der sechste Teil schließlich gelang wieder etwas besser als die beiden Teile zuvor.

Fazit: "Nightmare 5 - Das Trauma" erreicht die Qualität des vierten Teils, kommt aber über den Durchschnitt nicht hinaus. Dazu fehlt es an Ideen und Spannung, wie man sie noch aus dem hervorragenden Original kannte. Dennoch kein schlechter Film - dazu besitzt er wegen gelungener Traumszenen und Effekte noch einen zu hohen Unterhaltungswert.

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