Review

"Freddy Number Five" oder "Wie finden wir einen Weg, den ollen Krueger wieder zubeleben?". Da wären wir also nun beim mittlerweile fünften Ableger des wahnsinnigen Traumkillers, was durch den erfolgreichetn vierten Teil schon vorprogrammiert war. Tatsächlich schafft man es ganz im Gegensatz zum unsinnigen Vorgänger, wieder etwas Atmosphäre und richtigen Horror ins Geschehen zu mischen, einen richtig genialen Nachfolger hat man hiermit aber immer noch nicht.

Eine unbestimmte Zeit ist seit Freddys vermeintlichen Tod vergangen, und unser vorheriges Küken Alice ist nun anscheinend zu einer selbstbewussten Frau herangewachsen. Mit ihrem Freund Dan ist sie nun liiert, und in einem nett anzusehenden Vorspann kriegen wir über Umwege offenbar mitgeteilt, dass die beiden gerade ordentlichen Geschlechsverkehr hatten. Alice geht duschen, und *potzblitz* hat einen Traum von Krueger, der doch aber eigentlich tot sein müsste. Jetzt wirds knifflig. Krueger ist durch die nie zur Ruhe gekommende Seele seiner Mutter Amanda wiedergeboren und verbreitet wieder Horror, Terror und dünne Witzchen. Allerdings kann er jetzt auch andere töten, wenn Alice nicht schläft, was sie vor ein Rätsel stellt, dessen Antwort aber bald auf der Hand liegt - Freddy nutzt die Träume von Alice' noch ungeborenem Baby.

Na, zumindestens hat man ein relativ stabiles Grundgerüst, was der vierte Teil ja nun wirklich nicht von sich behaupten konnte. Das vierte Sequel unter dem Titel "The Dream Child" fängt auch erstaunlich düster an, indem auf erschreckende Weise das Schicksal der Nonne Amanda gezeigt wird, die von hunderten Irren umschlungen und (für den Zuschauer unkenntlich) vergewaltigt wird. In diesen Szenen sehen wir Freddy Krueger (sprich Robert Englund) auch mal ohne Hut und Brandnarben. Für den ein oder anderen Schock ist "Nightmare 5" bis zu diesem Zeitpunkt auch noch gut, aber leider setzt man nicht lange auf diese atmosphärischen Ankopplungen zum Original, denn bald wird alles wieder knallbunt und fetzig.

Dabei wird uns auch wieder neues Kanonenfutter vorgestellt. EIn Mädel, was von ihrer Mutter zum Supermodel hochtrainiert wird, ein junger Typ, der liebend gerne Comics zeichnet und eine farbige Besserwisserin. Die bilden nun zusammen mit Alice und ihrem Freund Dan eine Gruppe, die immer weiter dezimiert wird. Zuerst geht der gute Dan drauf, Alice wird hysterisch und weiß, dass Krueger wieder da ist, keiner glaubt ihr und Freddy meuchelt munter weiter. Das Geschehen ist mal wieder 1:1 aus allen Vorgängern übernommen wurden, nur diesmal nervt etwas gewaltiger als sonst: die "Das-glaub-ich-nicht" Einstellung aller Beteiligten. Besonders die Besserwissern geht tierisch auf die Nerven - dauernd schnauzt sie Alice an, dass die ihre Klappe halten soll. So ein Unsinn mit diesem komischen Krueger, das kann doch gar nicht stimmen! Aus irgendwelchen Gründen überlebt dieses Mädel am Ende auch noch.

Zwischendurch sucht Alice vergeblich nach Amanda Krueger, während ihr Freundeskreis immer kleiner wird durch die munteren Morde Freddys. Dem Topmodel in Spe stopft er im wahrsten Sinne des Wortes viel zu viel Essen ins Maul, den guten Dan lässt er in einen Truck fahren und beim Comiczeichner hat er sich was ganz tolles ausgedacht. Da wird er ganz comichaft nämlich zum "Super Freddy" (Er nennt sich wirklich so) und geht auf sein armes Opfer los. Leider wird der ansonsten erfrischend düsterte Film von solchem Schwachsinn viel zu oft unterbrochen. So kann sich keine rechte Begeisterung bilden, es sei denn, man steht auf kunterbunten Horror aus der Wundertüte. Nebenbei ein Wort zu den Effekten, die wie gewohnt großartig gelungen sind. Wie in alten Zeiten setzt man auch auf Stop-Motion, was einen gewissen Charme offenbart. Gute Tricks darf man aber auch erwarten, bei den Einspielergebnissen des Vorgängers...

Schauspielerisch wird man zum Glück nicht ganz so schwer gefoltert wie es bei fast allen vorherigen Ablegern war. Gut, Alice wird wieder etwas runtergespielt und Dan hat die Mimik eines freundlichen Baums, aber ansonsten darf man nicht allzu viele Komplettausfälle erwarten. Robert Englund nimmt sich etwas zurück, war sein Auftreten im Vorgänger wirklich schon ein bisschen zuviel des guten (Damals hat er sich eine Sonnebrille aufgesetzt... eine Sonnenbrille!!). Sehr schön zum Beispiel die Szene, in der er von den Irren der Anstalt überwältigt wird oder wenn Krueger tatsächlich mal Angst zeigen darf. Endlich wird Robert Englund auch von der Mimik her mal ein bisschen gefordert.

Was bleibt ist ein recht solider Horrorfilm, tatsächlich besser als Teil 4 und um einiges unterhaltsamer. Endlich wird wieder die stimmige Atmosphäre aus Wes Cravens Original ausgebuddelt, darf aber nicht lange existieren, denn der Kessel Buntes wird auch hier wieder aufgefahren. Das sind dann auch die Szenen, die den Film in der Gesamtbewertung runterziehen. Man kann einfach nicht zuerst ein paar ernste Töne anschlagen, um Freddy dann irgendwann zum "Super Freddy" zu machen. Entweder guck ich mir einen stimmigen Horrorfilm an oder die Sesamstraße - beides zusammen will sich nicht so recht vertragen.

Fazit

"Nightmare 5" ist ein bisschen besser als sein lauer Vorgänger und wartet mit dunklen, unheimlichen Sets auf. Das Grundschema der Reihe wird aber alsbald leider wieder kopiert und die Szenen werden auch unsinniger. Solide, aber kein großer Wurf.

5/10

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