Wenn man Neuerungen, gar innovative Einschübe in ein Filmkonzept einwerfen möchte, dann bedarf es schon mehr, als Freddy recht typisch wieder in die Traumwelt der aus Teil 3+4 überlebenden Alice reinhüpfen zu lassen. Bei einer solchen Serie, von Lobhuldigungen und extremen Kultstatus erwartet man folglicherweise mehr. Ein Teil 5 einer Serie mit einer wirklich, in diesem Falle hervorstechenden Hauptfigur, ein tragender Faktor namens Freddy Kruger, sollte man indes eines erwarten, oder floglich eines ausschliessen, nämlich: Abnutzungserscheinungen. Leider sind diese, auch schon in Teil 4 bemerkbar, absolut nicht von der Hand zu weisen, denn bei einer treisten Neuauflage, ja so kann man es nennen, bedarf es zur "Weiterführung" der Geschichte, trotz Freddys anscheinlichen Ablebens davor, nur ein ungeborenes Kind der Traumkämpferin Alice, die wie gewohnt in die Träume anderer hüpfen kann.
Rechtfertigt das eine Weiterführung, ein Auferstehen Freddys? Für diverse Regisseure und Geldlächzende Erfolgsausschlachtende Produzenten sicherlich genug, der Fan wirds indes schon schauen, was wiederrum maßgeblich Indiz dafür sein sollte, das Ding in Teil 6 und 7 zum Höhepunkt zu treiben.
Aber was erwarten wir in einem bis dato 5. Teil einer Filmreihe, die anfänglich höchst innovativ und mit dem gewissen Kuriositätenbonus der surrealen Traumweltmorde punkten konnte und von Teil zu Teil immer mehr gen solider Unterhaltung ohne nennenswerte Höhepunkte verkam? Den Kultstatus hat die Reihe durchaus zurecht, und auch in Teil 5 ist der durchaus tragende Faktor Freddy mit seiner markant fiesen & hässlichen Fratze und sein Umhertreiben in den recht visuell surreal anmutenden Traumsequenzen bzw. Welten. Natürlich ein absolut, vorallem optisch ansprechender Mantel, der aber, aufgrund diverser Wiederholungen anderer Genretypischer Faktoren, insbesondere in der Filmreihe selbst, leicht zu bröckeln beginnt.
Nicht das Das Trauma schlecht wäre, aber abermals ist da die Truppe Collegeteens, abermals wird Alice von Träumen geplagt, abermals will ihr keiner glauben, und abermals sind da haufenweise hübsch anzusehende Traumwelten. Die Location, vordergründig das grau-braun recht erdrückend anmutende Irrenhaus, dass wie in einem Rücksprung in der Zeit präsentiert wird, weiss da sicherlich am besten zu gefallen. Und, weiter? Man mag meinen das ist zu wenig, vorallem wenn man die Konkurrenz von Jason betrachtet, der sich stellenweise mal in die grenzenlosen Weiten des Weltraums verabschiedet hat. Ist es zu wenig?
Ja, irgendwo schon, denn der anscheinlich neue Schwung dieses fünften Teils bleibt auf weite Strecken irgendwo belanglos, auch wenn der ungeborene Sohn Alice's eine durchaus tragende Rolle zu spielen hat. Als geheimnisvoller Taugenix ist er, trotz Heranwachsens im Mutterleib als gefühlt 6 Jähriger ausschliesslich in der Traumwelt der Irrenanstalt Armanda Krügers unterwegs. Man weiss indes nicht, was es mit dem Knaben auf sich hat, zumindest muss man bis zur Aufklärung erahnen, dass es sich dabei um Alices ungeborenen Sohn handelt. Trotzdem bleibt dort für mich genug Fragen offen. Warum ist er in der Traumwelt schon so alt, warum wird er anfänglich als Kind angepriesen, welches zu Lebzeiten Freddy Krugers lebte. Ein wirres Spiel, Fragen, die mir letztendlich zu gehaltlos und vorallem aufgrund der ernüchternden Unterhaltungsqualität des Filmes wegen als allzu nebensächlich erscheinen. Schön ist die Endsequenz, in der Amanda Krügers neugeborener Freddy in ihr Bauch aufgesogen und Alice Sohn gleichermaßen aufgesogen werden ja schon, liesse im Endeffekt auch genug Raum für verschiedene Interpretation für vorangegangene Zusammenhänge zu, aber darum kümmert sich man im Endeffekt, ihr wisst bereits warum, nicht. Und da kann die beeindruckende Duschszene, der Mord an Greta und diverse andere Morde auch nichts mehr retten.
Fazit:
Der mittlerweile 5. Teil kämpft Stück zu Stück immer mehr mit Abnutzungserscheinungen, unterhält indes aber, sofern man das aber ausser Acht lässt, mit reichlich visuell beindruckenden Morden und Traumszenarien. Düster, humorvoll aber insgesamt leider doch bloss solide, fast seelenlos einfallslose Freddykost.
54%